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Nicht drängeln und schubsen: Fünftklässler lernen die "Goldenen Regeln" für eine stressfreie Busfahrt

Von Busfahren ist für manchen Schüler ein Horror. Dabei sind es die selbst erzeugten Szenarien, die dazu führen, dass die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln Stress bedeutet. Mit dem Busfahrtraining zeigte der RMV den neuen Fünftklässlern, dass es auch anders geht. Wenn sie selbst dazu beitragen.
Horror vor dem Einstieg in den Bus: So bitte nicht! Schubsen und drängeln ist vor manchem Einstieg in den Bus Schulalltag. Doch die Klasse 5E hat es hier nur fürs Foto so dramatisiert und kann es selbstverständlich sehr viel besser. Bilder > Horror vor dem Einstieg in den Bus: So bitte nicht! Schubsen und drängeln ist vor manchem Einstieg in den Bus Schulalltag. Doch die Klasse 5E hat es hier nur fürs Foto so dramatisiert und kann es selbstverständlich sehr viel besser.
Neu-Anspach. 

Drängeln, schubsen, den Ranzen im Gesicht, den Ellbogen des Nachbarn in den Rippen. Keine Frage, es spricht vieles dafür, nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule zu kommen. Dennoch ist es notwendig. Aber für viele Schüler der Grund- und weiterführenden Schule, vor allem auch die neuen Fünftklässler, bedeutet die Fahrt zur Schule und wieder nach Hause so richtig Stress. Und nicht nur die Schüler sehen sich einem Dauerkampf um Sitz- und Stehplätze oder die Frage, wer zuerst einsteigen darf, ausgesetzt, auch für die Busfahrer „ist das oftmals kein Spaß mehr“, wie Fahrer Michael Binnefeld erzählt.

Gerade einmal eine halbe Minute Zeit hat der Fahrer, damit alle Schüler an der Haltestelle ein- und aussteigen können. Klingt nicht viel, ist im praktischen Leben aber machbar, wenn sich die Fahrgäste an ein paar Regeln halten, wie nun RMV-Busfahrtrainerin Birgit Eggers den fünften Klassen der Adolf-Reichwein-Schule erklärte.

Eigens aus Marburg sei sie dafür angereist, um den Anfang bei der Klasse von Rico Henrici zu machen. Doch wie sich zeigte, war das für wenigstens die Hälfte der insgesamt 27 Schüler kein Neuland mehr. Viele hätten ein solches Training bereits in der Grundschule absolviert, doch eine Auffrischung könne ja nicht schaden.

Mittags besonders schlimm

Mit dabei auch die drei Mentorinnen der Klasse, Lara Eul, Alina Hacker und Kardelen Usta. „Morgens geht es noch, aber mittags wenn die Schule vorbei ist, dann ist das hier ganz schlimm“, erzählten die Mentorinnen aus der 10. Klasse. Schubsen und Drängeln, weil Hunderte von Schülern auf den Bus warten, sich langweilten und vor allem unbedingt mit dem nächsten Bus mitfahren wollten.

Auch das sei ein Phänomen, dass Busfahrer Michael Binnefeld mehrfach beobachtet. Alle wollen mit diesem einen Bus fahren und versuchen sich hineinzuquetschen. „Gestern musste ich 15 Schüler stehen lassen, weil der Bus so voll war. Das tat mir sehr leid, aber es ging einfach nicht.“ Einfacher wäre es, wenn die Schüler dann einen Bus früher oder später fahren würden.

Mehr Bewegung tut den Kindern gut

Laufen oder lieber fahren? Viele Eltern entscheiden sich dafür, ihre Kinder zur Schule zu fahren. Zum einen geht es häufig schneller, zum anderen sind die Kinder vermeintlich sicherer unterwegs.

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Doch zurück zum Training. Wie fahren Schüler also richtig Bus? Ein paar goldene Regeln hatte Eggers für die Schüler mit dabei. Fahrkarte in die Hand, Ranzen beim Einsteigen schon abgezogen und dann auch noch das Grüßen des Busfahrers nicht vergessen. So viel Zeit müsste schon sein. Im Bus selbst gilt: Erst den Ranzen in die Sitzreihe schieben, dann hinsetzen. Wer Rucksack und Ranzen nicht auf dem Rücken, sondern vor sich in der Hand trage, der schütze sich so auch vor Dieben, die dadurch keine Chance hätten, die Tasche unbemerkt hinten zu öffnen.

Gleiches gelte auch für die Gepäckablage. Auch wenn die hinteren Plätze beliebt sind, so bergen sie doch einiges an Risiko. „Wenn ihr hier hinten steht, dann kann euch der Busfahrer nicht mehr gut hören“, schilderte Eggers.

Nach vorne setzen

Zwar sei der Bus komplett videoüberwacht, aber wenn zum Beispiel Fahrgäste zudringlich würden, sei das nicht zu hören und oftmals auch nicht sofort zu sehen. Ihr Ratschlag deshalb: „Setzt Euch, wenn möglich, nach vorne.“ Gut festhalten sei ebenfalls wichtig, wie der Schleudertest nach einer Rundfahrt zeigte. Für die Vollbremsung durften die Schüler die Ranzen an eine Stelle legen. Das Ergebnis: Nichts war mehr an seinem Platz und die Puppe Paul, die hinten in die Mitte gesetzt wurde, flog mehrere Meter den Gang entlang. Das gab große Augen bei den Schülern.

Und auch wenn die Trainerin immer wieder zwischendurch den Eindruck hatte, dass ihr nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wurde, zeigte sich bei der Abschlussübung, dass die Schüler durchaus der sachlich orientierten Referentin zugehört hatten. Denn die vorgegebene Zeit beim Einsteigen schaffte die Klasse schließlich problemlos.

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