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Wasservögel: Keine Nilgänse am Hattsteinweiher in Usingen in Sicht

Von Während mancherorts Nilgänse Badeseen und Parkanlagen bevölkern und verunstalten, blieb der Hattsteinweiher bislang nahezu verschont. In diesem Jahr wurde dort noch nicht einmal ein einziger dieser Wasservögel gesichtet.
Diese Nilgänse besuchten zwar den Hattsteinweiher, allerdings schon vor einem Jahr. Neuankömmlinge sind dort bislang nicht in Sicht. Foto: Dorit Lohrmann Diese Nilgänse besuchten zwar den Hattsteinweiher, allerdings schon vor einem Jahr. Neuankömmlinge sind dort bislang nicht in Sicht.
Usingen. 

Ist Ihnen schon einmal nahe einem Gewässer eine wütend schnatternde Nilgans entgegengerannt? Dann handelte es sich um einen Ganter, dessen Gans wohl gerade auf ihren Eiern hockte. Während der Brutzeit, die bei Nilgänsen etwa 28 Tage dauert, brütet das Weibchen nämlich alleine, während das Männchen die junge Familie bewacht.

Vor einigen Jahren haben die großen Wasservögel so manches Parkgewässer erobert und für allerhand Ärger gesorgt. Zu den gängigen Beschwerden zählt unter anderem das oben beschriebene als aggressiv empfundene Verhalten. Außerdem fürchtet manch ein Beschützer der heimischen Wasservögel, dass die kleineren Entenarten von den großen Gänsen verscheucht und über kurz oder lang verdrängt werden.

Und dann sind da noch die vielen kleinen ekelerregenden und gesundheitsgefährdenden Würstchen, die nicht nur die Uferzonen, sondern auch Gehwege und Liegewiesen übersäen. Zumindest dort, wo die Nilgans gehäuft in Erscheinung tritt.

Keine Invasion

Am Hattsteinweiher ist dies nicht der Fall. Zwar wurden auch dort schon Nilgänse beobachtet, von einer Invasion indes kann keine Rede sein. Im Gegenteil, zuletzt wurden an dem beliebten Badegewässer gerade einmal zwei Pärchen beobachtet – und das auch erst im vergangenen Sommer. „In diesem Jahr habe ich noch keine einzige Nilgans entdeckt“, sagte ein Mitarbeiter der am See liegenden Gaststätte auf Anfrage. Und eine Frau, die ihrem Bekunden nach den Hattsteinweiher in diesem Jahr schon mehrfach zur Freiluftgymnastik aufgesucht hat, reagiert eher erstaunt. „Ich habe hier noch keine einzige Nilgans gesehen, nur Enten“, bestätigt sie den Eindruck, den man derzeit am stillen Gewässer bekommt.

Nilgänse brüten zwar gerne auf Wiesen im hohen Gras oder im Wurzelwerk alter Bäume. Ihr Nest kann aber ebenso gut auf einem hohen Baum, oft im verlassenen Nest eines anderen Vogels, zum Beispiel eines Bussards, sein.

Horst Wolff, Vorsitzender der Vogelschutzgruppe, hat vor ein paar Jahren sogar schon einmal ein Nilgansgelege in dem Nistkasten entdeckt, den der Verein im Turm der evangelischen Laurentiuskirche für Schleiereulen installiert hat. Damals beklagte Wolff, dass sich nunmehr die Schleiereulen gar nicht mehr dorthin wagten.

Junges Pärchen

Im darauffolgenden Frühsommer tauchte ein Gänsepaar denn auch am Usinger Badesee auf und verursachte Panik unter einigen Badegästen. Die stellte sich dann aber doch als unbegründet heraus, denn das Pärchen, das da einträchtig miteinander über den See paddelte, hielt sich vorwiegend am gegenüberliegenden Ufer auf. Laut Horst Wolff könnte es sich sogar um ein gleichgeschlechtliches Paar gehandelt haben. Oder aber um Nilgänse, die schlicht noch zu jung für die Fortpflanzung waren.

Ob es sich bei den im vergangenen Jahr gesichteten Vögeln um genau dasselbe Paar handelt, ist nicht bekannt. Nachwuchs wurde auch keiner beobachtet. Und ob die Tiere in diesem Jahr überhaupt an den See zurückkehren werden, ist wohl offen. Badegäste brauchen also vermutlich keine Beeinträchtigung durch Nilgänse befürchten.

Das funktioniert allerdings auch nur, solange die Nilgänse nicht aus falsch verstandener Tierliebe gefüttert werden. Auch liegen gebliebene Nahrungsreste könnten als Lockmittel für die Vögel dienen, weswegen Badegäste und Spaziergänger am Hattsteinweiher auf penible Müllentsorgung achten sollten.

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