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Beim Tag des Denkmals wurde erstmals gewerkelt: Mitmachen auf eigene Gefahr

Von „Gemeinsam Denkmale erhalten“ hieß es beim Tag es offenen Denkmals. Nur so konnte auch die evangelische Laurentiuskirche 801 Jahre überleben. Symbolisch und als Zeichen einer lebendigen Gemeinde gestalteten die Arnoldshainer für ihr Gotteshaus einen Regenbogen aus Holz.
Selina, Paula und Sophie stellten sich beim Holzspalten  nicht ungeschickt an. Selina, Paula und Sophie stellten sich beim Holzspalten nicht ungeschickt an.
Arnoldshain. 

„Wir dürfen nicht vergessen, dass wir generell ein aktives Gemeindeleben haben, das sich auch in der Kirche abspielt, und die ist eben kein Museum“, meinte Pfarrer Christoph Wildfang. Er hatte zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals nicht zu Vorträgen eingeladen, sondern zum gemeinsamen Schaffen und Werkeln mit Holz.

In den vergangenen Jahren stand die Renovierung der Apsis im Vordergrund der Bemühungen vom Bauausschuss der Kirchengemeinde und vom Förderverein. Dank finanzieller Unterstützung der Landeskirche ist die Arbeit von Restauratoren und qualifizierten Handwerkern in der Apsis abgeschlossen. Als nächstes müssen die Orgel und das feuchte Mauerwerk im Hauptschiff angegangen werden, noch ist nichts geplant, geschweige denn finanziert.

Also stellte die Gemeinde bei diesem Aktionstag das Gestalten vor das Erhalten. Dass der Arnoldshainer Holzgestalter Matthias Schmidt dafür zur Verfügung stand, war keine Frage. Wann immer Kirchenbänke oder andere Holzteile aufgearbeitet werden, ist Schmidt zur Stelle. Er hatte jetzt eine schöne Mitmachaktion vorbereitet. An der beteiligten sich überwiegend Konfirmanden und ihre Freunde.

Gemeinsam gestalteten sie einen großen Regenbogen aus Holz. Selina, Paula und Sophie stellten sich beim Holzspalten gar nicht ungeschickt an. Selbst als sie aus den dicken Stammstücken schon genug Teile für die Konstruktion herausgehauen hatten, setzten sie immer wieder den Keil an. Jetzt mussten die einzelnen Teile auf ein Gestell genagelt werden. Katharina schwang den Hammer, ihre Schwester Luisa fungierte als Nagelhalter. Als weiteres Nagelteam waren Carolina und Ferdinand im Einsatz. Das Ergebnis: ein großer geschwungener Bogen, ein blauer Daumen- und ein blauer Zeigefingernagel. „Wir wussten alle, dass wir auf eigene Gefahr mitmachen“, sagten die jungen Handwerker lachend und beobachteten, wie Annika, Jakob und Katharina aus Blau, Gelb und Rot weitere Farben für den Regenbogen mischten. Beim Pinseln half Angelika von Gehlen.

Damit hatte Schmidt auch genügend Zeit sich um eine weitere Aktion zu kümmern. Er hatte in der erzgebirgischen Tradition der „Reifentiere“ Holzreifen vorbereitet, aus denen jeder einen Zentimeter dicke Stücke absägen konnte. Die hatten die Form eines Schafes. Mit etwas Geschick schnitten die Bastler – ohne Blutbad, wie sie versicherten – die Ohren aus und klebten ein Schwänzchen an. Mit Holzleim bestrichen und in Holzspänen gewälzt, bekamen die Schafe auch noch ein Fell. Schmidt war es wichtig, dass die Teilnehmer außer der Erinnerung auch etwas Materielles mit nach Hause nehmen konnten.

Der große bunte Regenbogen soll sich bis Weihnachten vom Boden ausgehend über den Altar in der Kirche erstrecken, als Zeichen von Gottes ewigem Bund mit dem Menschen.

Wie alt die ältesten Holzbauteile der Kirche sind, und ob nach dem Einsturz des Kirchenschiffes 1760 beim Wiederaufbau Holz aus der ersten Bauphase verwendet wurde, wusste Schmidt nicht. „Theoretisch könnten dicke Eichenbalken so lange halten“, meinte er.

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