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Im Unterricht: Neuer Grundwortschatz: Deutschlernen soll leichter werden

Von Eins steht fest, Deutsch ist keine leicht zu erlernende Sprache. Und das trifft nicht nur für die zu, die diese Sprache neu für sich entdecken. Auch für Grundschüler ist es nicht einfach, die Muttersprache in Wort und Schrift zu lernen. Doch jetzt soll es dafür bald eine neue Hilfestellung geben.
Neue Worte drängen in die Alltagssprache. Doch Kenntnisse, wie Sätze gebildet werden, bleiben dabei oftmals auf der Strecke. Karikatur: SChwarze-Blanke Neue Worte drängen in die Alltagssprache. Doch Kenntnisse, wie Sätze gebildet werden, bleiben dabei oftmals auf der Strecke. Karikatur: SChwarze-Blanke
Usinger Land. 

Es ist nicht immer einfach, die junge Generation zu verstehen. Zum einen hat sich der Wortschatz verändert, zum anderen ist er bei Kindern und Jugendlichen sogar gesunken. Zunehmend hält der sogenannte Ethnolekt Einzug ins gesprochene Deutsche. Statt „Auf geht’s“ wird „Yalla“ aus dem Arabischen benutzt, das türkische „Lan“ ist Ersatz für „Hey, Mann“. Und: Der Satzbau mit Subjekt, Prädikat und Objekt geht verloren. Unterstützt wird die Entwicklung durch die Medien – man denke etwa an Texte aus dem Hip-Hop-Bereich.

Das Kultusministerium will gegensteuern und einen Grundwortschatz für Grundschüler verbindlich machen. Der einjährige Probelauf in 62 Schulen, darunter der Bad Homburger Landgraf-Ludwig-Schule, habe sich bewährt, lautet die Aussage aus dem Ministerium. Daher soll im kommenden Schuljahr 2018/19 ein 850 Wörter umfassender Katalog für mehr als 200 000 Schüler verbindlich gemacht werden.

„Vom Apfel bis zum Zeh“

Dieser Wortschatz soll die Lehrer im Unterricht unterstützen. Mit seiner Hilfe soll auch das Erlernen der Grammatik erleichtert werden. Dafür wird derzeit die Wortsammlung „Vom Apfel bis zum Zeh“ in den Projekt-Grundschulen erprobt. Die Erfahrungen, die dabei gemacht werden, sollen in die endgültige Fassung einfließen, die auch Modellwörter enthalten wird, um Phänomene der deutschen Rechtschreibung besser erklären zu können. In Bad Homburg hat man bereits vor drei Wochen eine erste positive Zwischenbilanz über die Arbeit mit dem neuen Grundwortschatz gezogen.

Info: 800 Worte für den Alltag

Während Goethe über einen Wortschatz von 80 000 Wörtern verfügt haben soll, kann ein durchschnittlich gebildeter Sprecher des Deutschen auf etwa 4000 bis 10 000 Wörter zurückgreifen.

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Wie sieht es damit in den Grundschulen des Usinger Landes aus? Die Schulleiter der Grundschulen im Usinger Land halten sich noch bedeckt. Der vorliegende Entwurf des Grundwortschatzes befinde sich ja noch in der Erprobungsphase, meinten Katharina Lommel-Mank, Rektorin der Limesschule in Wehrheim, Claudia Baumann, Schulleiterin der Grundschule im Weiltal in Weilrod, Thomas Hergett, Rektor der Grundschule „Am Hasenberg“ in Neu-Anspach, sowie Jan Drumla, Schulleiter der Wiesbachschule in Grävenwiesbach.

„Richtiger Schritt“

„Eine landesweite Umsetzung erfolgt zurzeit noch nicht, daher haben wir damit auch noch keine Erfahrungen gesammelt“, sagen die Pädagogen weiter. Einzig Jan Drumla geht einen Schritt weiter und erklärt, dass wertschätzender Umgang grundsätzlich und zwar mit Wort und Schrift eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, der sich Schule mit allen am Bildungsprozess beteiligten Personen stellen müsse. „Hier ist die Initiative des Hessischen Kultusministeriums zur Einführung eines einheitlichen Hessischen Grundwortschatzes sicher ein Schritt in die richtige Richtung.

An den Grundschulen im Usinger Land wird also beim Thema Grundwortschatz erst mal abgewartet, was außer den im Entwurf befindlichen 850 Grundwortschatz-Wörtern noch so auf sie zukommt.

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