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Gesprächsabend: Prinz Dr. Asfa-Wossem Asserate: Eine neue Fluchtwelle steht bevor

Von Dr. Asfa-Wossem Asserate geht von einer Völkerwanderung aus Afrika aus. Der Ansturm sei nur zu stoppen, wenn Europa zusammenhält, die dortigen Gewaltherrscher nicht mehr unterstützt und für die Menschen durch Investitionen in deren Heimat Arbeitsplätze geschaffen werden.
Unter der Flüchtlingswelle von 2015 ächzt Europa immer noch. Prinz Dr. Asafa-Wossen Asserate glaubt, dass der Exodus der Menschen aus Afrika weitergehen wird. Archivfoto: dpa Foto: Armin Weigel (dpa) Unter der Flüchtlingswelle von 2015 ächzt Europa immer noch. Prinz Dr. Asafa-Wossen Asserate glaubt, dass der Exodus der Menschen aus Afrika weitergehen wird. Archivfoto: dpa
Usingen. 

Ist Afrika ein Prüfstein dafür, wie es in Europa um die Humanität bestellt ist? Der frühere Bundespräsident Horst Köhler sah das zumindest so. Doch wer die Diskussionen um die Zuordnung von Flüchtlingen beobachtet hat, dürfte bezweifeln, dass dieser Test positiv ausfällt. Dabei ist es im ureigenen Interesse der Europäer, ihre Humanität in Afrika zu beweisen. Dieser Auffassung ist zumindest Seine Kaiserliche Hoheit, Prinz Dr. Asfa-Wossem Asserate, Unternehmensberater und Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers, Haile Selassi, wie er beim Gesprächsabend im Christian-Wirth-Saal deutlich machte.

Sein 2016 erschienes Buch: „Die neue Völkerwanderung“, lässt im Untertitel: „Wer Europa bewahren will, muss Afrika retten“, keinen Zweifel an dieser Auffassung. In dem von Meinhard Schmidt-Degenhard moderierten Abend kündigte Prinz Asfa-Wossem für die nächsten Jahre eine Fluchtwelle aus Afrika an, die Europa völlig verändern werde.

Die Lösung dieses Problems liegt für ihn auf der Hand: Europa müsse in Afrika durch Investitionen Arbeitsplätze schaffen. Denn wenn Menschen in Afrika gut leben können, gebe es für sie keinen Grund, ihre Heimat zu verlassen. Der Prinz geht davon aus, dass derzeit mehr als 50 Millionen Afrikaner für die Flucht in eines der Maghreb-Länder bereit sind, um dort eine gute Ausgangsposition für die „lächerlichen 60 Kilometer“ nach Europa zu haben. Dass sich trotz der Gefahren der Flucht so viele auf den Weg machen, zeige die Ausweglosigkeit der Menschen in Afrika. Sein Alptraum sei es, dass ein Radiosprecher in den 7-Uhr-Nachrichten mit zitternder Stimme aus Gibraltar darüber informiere, dass zwei Millionen Afrikaner auf dem Weg nach Deutschland sind.

Vielfältige Gründe

Die Ursachen für die drohende Massenflucht sind für den 69-Jährigen vielfältig. Er nannte dafür Klimawandel, Potentaten und das Bevölkerungswachstum. Wie schwierig es sei, in diesen Bereichen Änderungen herbeizuführen, verdeutlichte der Prinz an einem Beispiel aus der deutschen Geschichte: Hierzulande habe die Zahl der Kinder erst mit der Einführung der Sozialversicherung für alle abgenommen. Die gebe es aber derzeit nur in Botswana. In weiten Teilen Afrikas seien viele Kinder daher noch immer notwendig für die Alterssicherung der Eltern.

Um den Potentaten Einhalt zu gebieten, die ihre Untertanen in die Flucht treiben, setzt der Prinz auf den deutschen Bürger. Denn der könne der Politik deutlich machen, dass er sein Steuergeld nicht für afrikanische Despoten ausgegeben haben möchte. Es dürfe nicht sein, dass deutsche Firmen es vorziehen, mit einem Diktator zu verhandeln, anstatt mit einem Parlament.

Gesetze anerkennen

In Deutschland sieht Prinz Asfa-Wossem ein weiteres Problem: „Wir brauchen dringend ein Einwanderungsgesetz, damit eine legale Einreise möglich ist.“ Arbeitsplätze gebe es genug, und das deutsche Ausbildungssystem sei Vorbild für andere. Zuwanderer müssten jedoch zuerst die Sprache lernen, Gesetze anerkennen und sich über Geschichte und Kultur informieren. „Sie müssen akzeptieren, dass in Deutschland Frauen die gleichen Rechte wie Männer haben.“ Eine strikte Anwendung der Gesetze sei unumgänglich. Sonst spielen wir den Rechten in die Hände.“ Wer damit rechnen müsse, ins Gefängnis zu kommen, werde sich Straftaten gut überlegen.

Dr. Asfa-Wossem Asserate weiß, wovon er spricht, denn er selbst kam 1968 als Flüchtling nach Deutschland. Damals hatte er sich über deutsche Mitstudenten gewundert, die in Frankreich ihre Heimat verleugneten. Auch heute noch wünscht er sich mehr Patriotismus, damit die Nationalisten nicht die Oberhand gewinnen. Deutschland müsse sich seiner Stärke bewusst werden.

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