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Gewerbeverein macht weiter: Trotz Defizit: Nikolausmarkt ist gesichert

Von In Bad Homburg verabschiedet sich die Aktionsgemeinschaft wegen der hohen Kosten gerade aus der Organisation des Weihnachtsmarktes. Auch in Neu-Anspach macht der Nikolausmarkt jedes Jahr ein Defizit. Der Gewerbeverein hat aber einen guten Grund, ihn trotzdem zu veranstalten.
Der Nikolausmarkt ist immer eine stimmungsvolle Veranstaltung, und seit er sich auf dem Marktplatz zwischen Feldberg-Center und Bürgerhaus befindet, auch noch zentraler gelegen. Archivfoto: Saltenberger Foto: Frank Saltenberger Der Nikolausmarkt ist immer eine stimmungsvolle Veranstaltung, und seit er sich auf dem Marktplatz zwischen Feldberg-Center und Bürgerhaus befindet, auch noch zentraler gelegen. Archivfoto: Saltenberger
Neu-Anspach. 

Heinz Weidner hat die Berichterstattung genau verfolgt. „Aktionsgemeinschaft erwartet Defizit und kann Großveranstaltung nicht länger selbst tragen“, war vor wenigen Tagen in dieser Zeitung über den Bad Homburger Weihnachtsmarkt zu lesen. Dieser wird künftig von der Kurstadt finanziert, weil der Gewerbeverein ein Defizit erwartet und für dieses nicht länger geradestehen möchte.

Der Neu-Anspacher Gewerbevereinsvorsitzende kann die Kollegen gut verstehen, denn auch er ist gerade wieder dabei, den Nikolausmarkt am Bürgerhaus zu organisieren. „Es wird von Jahr zu Jahr teurer“, stellt er seufzend fest.

50 Standbetreiber am 9. Dezember mit dabei

50 Standbetreiber werden sich am Samstag, 9. Dezember, am Nikolausmarkt beteiligen. Rund zehn von ihnen sind gewerblich, bei dem Rest handelt es sich um Organisationen aus der Stadt.

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Doch was macht die Veranstaltung, die vor drei Jahren aus dem Stadtkern in die Mitte umgezogen ist und seitdem noch einmal an Beliebtheit gewonnen hat, so teuer? Weidner hat einen dicken Ordner vor sich liegen, darin Kosten-Aufstellungen, aber auch Gesetzes-Vorschriften, die heute für ein Event dieser Größenordnung beachtet werden müssen – und viel Geld verschlingen. Beispiel Sicherheit: „Jedes Kabel muss überprüft werden“, sagt der Anspacher. Denn wenn etwas passiert, wird der Gewerbeverein haftbar gemacht.

3000 Euro für Strom

2016 hat der Markt 16 000 Euro gekostet, darin enthalten beispielsweise 2000 Euro für die Beschallung, 3000 Euro für den Strom und 1000 Euro für die Security – um nur ein paar große Posten zu nennen. Dazu kommen die Aufwendungen für die Bühne, die Verpflegung der Helfer, die Toilettenhäuschen, die Lagerung und Instandhaltung der Holzbuden, das Bühnen-Programm und vieles mehr. Weidner: „Es summiert sich.“

Dem standen die Einnahmen gegenüber: 6000 Euro zahlten die 50 Standbetreiber an Gebühren, 5000 Euro sponserte das benachbarte Feldberg-Center, das war’s. Blieben 5000 Euro Defizit, die aus den Beiträgen der Vereinsmitglieder finanziert werden mussten.

Weidner weiß: Ohne den Einsatz vieler Ehrenamtlicher würde es gar nicht gehen. Das fängt bei den Helfern aus dem Verein, die beim Auf- und Abbau dabei sind, alles schmücken und die Hütten herbeischaffen, an und hört beim Bühnenprogramm auf – laut Vereinsvorsitzendem das „zentrale Element“ des Nikolausmarktes. Viele Vereine wie der TSC Grün-Gelb und die Tanzschule Klouda treten kostenlos auf, ebenso der Musikzug und der Posaunenchor. Der Musiker Werner Erker, der diesmal ab 20 Uhr gemeinsam mit Viola Tamm auftritt, muss aber bezahlt werden.

Trotz der hohen Kosten will der Gewerbeverein auf jeden Fall am Nikolausmarkt festhalten. „Für eine lebendige Stadt wie unsere ist er sehr wichtig“, erklärt Weidner, er sei ein Aushängeschild und er habe eine große Strahlkraft. Schließlich kämen an diesem Tag auch aus der Region viele Menschen nach Neu-Anspach. „Und die kommen ein anderes Mal vielleicht wieder.“

Allerdings: „Die Schallgrenze liegt bei 5000 Euro, mehr können wir nicht stemmen“, sagt der Geschäftsmann. Wird es noch teurer, muss sich der Gewerbeverein etwas einfallen lassen. Noch mehr Ehrenamtliche, weitere Sponsoren und Künstler, die ohne Gage auftreten? Wer weiß, doch das ist im Moment auch noch kein Thema: „Bislang steht der Nikolausmarkt bei uns nicht zur Debatte.“

Bauhof-Leistungen

Auch die Stadt, die immer noch ohne genehmigten Haushalt ist, wird den Nikolausmarkt unterstützen – indem sie 120 Tannenbäume aus dem Forst und die Leistungen des Bauhofes zur Verfügung stellt. Letztere sind nach Informationen von Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) auf 18 500 Euro gedeckelt. Ein ansehnliches Sümmchen, für den Verwaltungschef aber eine „nicht zahlungswirksame Summe“, denn schließlich koste es „nur“ die Arbeitsleistung. „Wenn der Bauhof nichts machen würde, würden wir auch nichts sparen.“ Für Pauli ist die Veranstaltung außerdem unbedingt erhaltenswert: „Gut, dass wir sie unterstützen können.“

Über diese Einstellung freut sich Weidner: Ohne die Kooperation ginge es auch nicht.“

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