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Arnoldshainer Kerb: Alle packen mit an

Von Was wäre die Arnoldshainer Kerb ohne den Johann auf dem Kerbebaum? Bis der Wächter über die Feiertage weithin sichtbar auf seinem Thron in der Baumkrone hockte, hatten die Kerbeburschen und- mädchen viel zu tun. Dabei wurden sie von ihren „Vorfahren“ unterstützt.
Marina Bergmann (von links), Carina Kinkel und Leonie Müller haben den Kerbejohann ausgestopft und verabschieden sich von ihm, bevor er auf seinen Thron kommt. Bilder > Marina Bergmann (von links), Carina Kinkel und Leonie Müller haben den Kerbejohann ausgestopft und verabschieden sich von ihm, bevor er auf seinen Thron kommt.
Arnoldshain. 

Ausnahmezustand in Arnoldshain. Drei Tage lang wird rund ums DGH gefeiert. Die trinkfesten neun Kerbeburschen und acht -mädchen hatten mit dem Hammelessen am frühen Freitagabend die richtige Basis geschaffen, um die goldene Sitzung zu überstehen. Die zog sich hin bis 4.30 Uhr in der Früh. Doch ausschlafen, das ging nicht. Kerbeburschen und -mädel müssen belastbar sein, das sind sie schon ihren „Vorfahren“ schuldig. Über die Kultfigur, den Kerbejohann, als Vorbild für alle Kerbeburschen, hat die TZ jüngst berichtet.

In Arnoldshain hält die Kerbegesellschaft seit einigen Jahren wieder ununterbrochen die Fahne hoch und schleppt den Bembel herum. Dabei werden sie nicht allein gelassen. Denn die Alt-Kerbeborsche greifen jedes Jahr ins Geschehen mit ein. Bevor sie mit Traktorfahrer Klaus Pahlke am Samstag um 10 Uhr in den Wald fuhren, um den Kerbebaum zu fällen und mit lautem Gejohle zum DGH zu bringen, waren die diesjährigen Organisatoren wieder auf den Beinen. „Ab 9 Uhr haben wir im DGH aufgeräumt und geputzt, damit wir weiter feiern können“, erzählte Carina Kinkel.

Sie hatte am Donnerstag zusammen mit Marina Bergmann und Leonie Müller den Johann mit Heu ausgestopft. Der muss immer schick aussehen. In der „Kerbekiste“ waren noch ein weißes Hemd und die schwarzen Schuhe vom Vorjahres-Johann. Nur eine schwarze Hose fehlte. Die spendierte der stellvertretende Bembelwatz Thorsten Rössler.

Beim Fällen und Stellen des Baums waren die jungen Leute mit im Wald, um zu lernen, wie es geht. Wo die 18 Meter lange Fichte ihre Spitze verloren hat, wollten die Alt-Kerbeborsche zunächst nicht verraten. Das Geheimnis sollte erst in der „Predigt“ bei der Taufe der Neubürger am Sonntagmorgen im Dorfbrunnen gelüftet werden.

Vielleicht war es wieder mal in der engen Kurve ums Alte Rathaus? „Dort ist es immer kritisch“, berichtete Alt-Kerbeborsch Andreas Scholz. Mit seinen Kollegen hat er den Stamm, der über die Ladefläche des Hängers hinausragte rund zwei Kilometer mit untergeschobenen starken Holzstangen, sogenannten „Bengeln“ gehalten. Damit sie an besagter Stelle um die Ecke kamen, mussten sie den Stamm dort in die Höhe stemmen.

Beim Aufstellen half Marco Moos aus Brombach mit seinem Kran. Scholz konnte sich gut daran erinnern, als er 17-jährig 1991 Kerbeborsch wurde. „Da haben wir den Baum noch mit Stangen und Seilen hoch gehievt“. Damals gab’s noch keine Kerbemädchen. Die Jahrgänge wurden immer kleiner. „Irgendwann waren wir nur noch zu fünft“, meinte Klaus Müller. Seine Schwester Christine Matthay gehörte zu den ersten Mädchen, die sich emanzipierten. Sie war am Samstag auch mit ihrer „Klampfe“ dabei und überbrückte das Warten, bis die Baumspitze angenagelt und die Krone mit bunten Bändern geschmückt war. Dann durfte der Johann auf seinen Thron und es hieß: Lasst die Kerb beginnen.

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