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Taunus-Kommunen: Angst vor Frankfurts Bau-Idee: Der Taunus fürchtet mehr Verkehr

Von Dass die Stadt Frankfurt Flächen westlich der A 5 für einen Stadtteil in Betracht zieht, hat Steinbach und den Oberurseler Süden aufhorchen lassen, käme doch mehr Verkehr auf die Taunus-Kommunen zu. Weißkirchen bringt deshalb eine alte Forderung erneut zur Sprache.
Steinbachs Bürgermeister Dr. Stefan Naas. Foto: Rainer Beutel (Rainer Beutel) Steinbachs Bürgermeister Dr. Stefan Naas.
Steinbach/Weißkirchen. 

Wer heute aus Steinbach oder Weißkirchen gen Frankfurt blickt, der sieht: Erst hinter der Autobahn fängt die große Nachbarstadt an. Gut möglich, dass sich das in einigen Jahren ändert und Frankfurt aus Taunus-Sicht auch diesseits der Autobahn liegt. Denn die Stadt Frankfurt arbeitet derzeit an ihrem Integrierten Stadtentwicklungskonzept, für das sie Areale untersucht, auf denen gebaut werden könnte. Schließlich hält der Zuzug nach Frankfurt an. Eine Fläche, die sich offenbar für einen Stadtteil eignet, liegt westlich der A 5 Richtung Steinbach.

Ein Bericht dieser Zeitung, wonach sich die Diskussion in Frankfurt auf den Heiligenstock bei Bad Vilbel und eben jenes Areal nahe Steinbach und Weißkirchen konzentriert, hat die Politik im Taunus aufhorchen lassen. „Ich dachte immer, dass das Bebauungsende für Frankfurt die A 5 ist“, sagt Steinbachs Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP) zur TZ. Schon vergangene Woche hatte er sich in einer Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses kritisch in Bezug auf die Frankfurter Idee geäußert und auf neue Straßen verwiesen, die erforderlich würden.

Denn: Weil zwischen dem bisherigen Frankfurter Stadtgebiet und dem neuen Stadtteil die Autobahn läge, würde die Verkehrserschließung wohl über Steinbach und den Oberurseler Süden laufen. Ob das die schon verworfene Verlängerung der U-Bahn-Linie 6 bis Steinbach – für die Taunusstadt eine grundsätzlich positive Sache – wieder ins Gespräch bringen würde? Da ist Naas skeptisch. Es könnte ja sein, dass die Bahn allein auf Frankfurter Gebiet verlängert werde, meint er.

Der Verkehr ist ein Thema, bei dem auch bei Weißkirchens Ortsvorsteher Nikolaus Jung (CDU) die Alarmglocken angehen, pocht der Oberurseler Stadtteil doch seit Jahren darauf, dass neue Baugebiete erst realisiert werden, wenn es eine verkehrliche Entlastung gibt. „Natürlich müssen wir Baugebiete ausweisen“, sagt Jung in dem Wissen, dass im Rhein-Main-Gebiet allenthalben Wohnraum benötigt wird. „Grundvoraussetzung ist aber die Infrastruktur“, betont er und fordert erneut die Südumgehung. Diese Trasse – eine Umgehung von Eschborn bis zur Rosa-Luxemburg-Straße an der Grenze Weißkirchen/Frankfurt – ist seit Jahrzehnten in der politischen Diskussion, zuletzt wurden einer Realisierung jedoch kaum Chancen eingeräumt. Weitere Forderung des Ortsvorstehers: eine Durchmischung der Bevölkerung im neuen Stadtteil – also Wohnraum nicht nur für Menschen mit niedrigeren Einkommen.

Auch Oberursels Erster Stadtrat Christof Fink (Grüne) weiß, dass Bauland gesucht wird. Doch er gibt zu bedenken, dass ein Stadtteil westlich der A 5 kaum der Frankfurter Entwicklung helfe, wären die Menschen doch aufgrund der Lage Richtung Taunus orientiert. „Für uns hätte das mit Sicherheit Nachteile“, sagt Fink mit Blick auf den Verkehr. Und: „Die Freiflächen zwischen den Städten sind ein Vorteil, den wir in der Region haben.“

„Beängstigend groß“

Da kann ihm Steinbachs Rathauschef Naas nur beipflichten, verweist er doch gern auf die Solitärlage der von Feldern umgebenen Stadt. In Bezug auf den möglichen neuen Stadtteil in der Nachbarschaft sagt er: „Die Potenzialfläche ist beängstigend groß.“

Die Stadt Frankfurt gibt sich auf TZ-Anfrage noch bedeckt, was die Größe betrifft. Und auch die Frage, wie nah der Stadtteil an die Taunus-Kommunen heranrücken würde, bleibt unbeantwortet. Marcus Gwechenberger, Referent von Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD), verweist auf laufende Prüfungen. Näheres will Frankfurt erst im Juni bei der Vorstellung des Stadtentwicklungskonzepts bekanntgeben.

Offizielle Gespräche zwischen Frankfurt und den Nachbarn stehen noch aus. „Man hätte ja erst mal auf Steinbach zugehen können“, ärgert sich Naas, der von den Plänen aus der Zeitung erfahren haben will. Doch zumindest auf Parteien-Ebene wird über das Thema schon stadtübergreifend gesprochen. Das ist sowohl aus Steinbach als auch aus Oberursel zu hören . . .

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