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Neues Buch: Der Tag, an dem Elvis Presley zum Hattsteinweiher fuhr

Von Das Leben von Elvis Presley hatte viele Seiten. Auf vielen ist davon zu lesen, wie er, zerrieben zwischen Ruhm und Seele, seine Gesundheit ruinierte und damit der Welt ein Idol nahm. Jetzt sind 25 neue Seiten dazugekommen, geschrieben von dem Schmittener Peter Weidemann, der den King of Rock’n Roll aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus beschreibt. Die Spur führt zum Hattsteinweiher . . .
Auch beim Besuch in Bad Homburg wurde Elvis umschwärmt. Foto: UPI (UPI) Auch beim Besuch in Bad Homburg wurde Elvis umschwärmt.
Usingen. 

Dass Elvis Presley, der von Oktober 1958 bis März 1960 seinen Militärdienst beim 1st Medium Tank Battalion/32nd Armor der 3. US-Panzerdivision in Friedberg ableistete und in Bad Nauheim wohnte, einmal am Hattsteinweiher war, geschenkt – das ist schon lange bekannt. Auch dass der damals noch junge „King of Rock ’n’ Roll“ bei dem 2008 verstorbenen Usinger Jürgen Seydel Karate-Unterricht hatte, war bereits Thema vieler Zeitungsartikel. Doch da gibt es noch so einiges mehr, worüber es sich zu berichten lohnt.

Das von dem Schmittener Peter Weidemann geschriebene und erst kürzlich fertig gewordene Büchlein über Elvis Presley bietet tatsächlich neues. Nicht so sehr über Elvis’ Karriere, aber über sein Wesen und seine Beziehung zu Usingen. Deshalb trägt der Titel „Die Elvis Presley Hattsteinweiher-Story“ trotz der etwas sperrigen Diktion auch. Das im Selbstverlag herausgegebene Buch soll auch ins Englische, sogar ins Chinesische übersetzt und bis Weihnachten mit Hardcover-Einband erscheinen. Das Buch erscheint nicht ganz zufällig gerade jetzt, den in diesem August hat sich der Todestag des Weltstars zum 40. Mal gejährt.

Mit dem Cadillac

Hätte Peter Weidemann, damals noch Usinger, an jenem heißen Sommertag im August 1959 für die Schule gebüffelt, statt am Hattsteinweiher mit seinem Kumpels dem Müßiggang nachzugehen, wäre das Büchlein wohl ungeschrieben geblieben. Der damals 15-Jährige war aber lieber zum Weiher baden gegangen und so rein zufällig Zeuge, als kein geringerer als Elvis Presley dort, begleitet von zwei GIs mit seinem pinkfarbenen 1955er Cadillac Fleetwood vorfuhr.

Peter Weidemann mit seinem legendären Kofferradio, das der „King“ auf dem Foto vom Hattsteinweiher in den Händen hielt. Bild-Zoom
Peter Weidemann mit seinem legendären Kofferradio, das der „King“ auf dem Foto vom Hattsteinweiher in den Händen hielt.

Die frenetische Begeisterung vieler jüngerer, vor allem weiblicher Badenixen am Weiherstrand mochte Weidemann zunächst nicht so recht teilen, „ich habe damals AFN rauf und runter gehört und war eigentlich mehr ein Buddy-Holly-Fan“, erzählt er fast entschuldigend. Für ihn unvergessen bleibt dann allerdings doch, dass Elvis Presley, dem wohl mehr nach Ruhe und Abgeschiedenheit als nach Badespaß oder Autogrammstunde war, die Einladung der Buben um Peter Weidemann zu einem beschaulichen Weiherrundgang folgte. Dabei hatte er auch einmal das Kofferradio, ohne das Weidemann in seiner Freizeit fast nie aus dem Haus gegangen war, in die Hand genommen. „Was mir damals schon aufgefallen ist, war Elvis’ betrübter Gesichtsausdruck – wir hatten uns damals aber nichts dabei gedacht“, erzählt Weidemann, der von Elvis als einem sehr zurückhaltenden, freundlichen jungen Mann ganz ohne Berührungsängste spricht. Dass Elvis Presley auf einem Erinnerungsfoto mit ein paar, teils schon älteren Damen posierte, sich dabei auf ihren Schultern abstützte und, Beine in der Luft, „Engelchen flieg’“ machte, sollte Weidemann auch erst später als bedeutsam einstufen.

Eigentlich Buddy-Holly-Fan

Um es kurz zu machen – Weidemann wurde vom Buddy-Holly- zum glühenden Elvis Presley-Fan, sammelte fortan alles über ihn, hielt Vorträge über das Leben des King und ist heute Ehrenmitglied des Bad Nauheimer Elvis-Fanclubs.

Je mehr Weidemann über seinen viel zu früh verstorbenen Star herausfand, desto mehr rundete sich sein Bild von ihm. Er recherchierte, dass die Mutter von Elvis, zu der er nach der Totgeburt seines Zwillingsbruders ein überaus inniges Verhältnis hatte, 1958 einem Krebsleiden erlegen war: „Jetzt wurde mir klar, warum er damals am Hattsteinweiher so in sich gekehrt war, es war gerade der erste Todestag der Mutter, und er konnte sie nicht an ihrem Grab besuchen.

Auch das Geheimnis um das Erinnerungsfoto mit dem hüpfenden Jungstar löste sich bald. „Ich habe bei meinen Recherchen über sein Leben ein Foto von seiner Mutter gefunden. Da wurde mir schlagartig klar, dass das Zusammentreffen von Elvis mit den Damen für ihn wie ein Deja-vu gewesen sein muss.“ Die Dame rechts auf dem Foto, die damalige Usinger Hebamme („Die hat halb Usingen auf die Welt geholfen“, Weidemann) sah Elvis’ Mutter Gladys in der Tat verblüffend ähnlich, das Gesicht, die Statur, alles.

Wie es ausgerechnet dieses Foto als einziges der vielen Hundert über seinen Deutschlandaufenthalt in die von Elvis Presleys Stiefbruder Rick Stanley 1992 verfasste Elvis-Biografie „Caught in a Trap“ geschafft hat, ist Weidemann ein Rätsel. „Vielleicht gab es mehrere Abzüge davon, und Elvis ist irgendwie an einen drangekommen“, wundert sich Peter Weidemann.

Mehrfach in Usingen

Seine Elvis-Forschungen förderten aber noch eine weitere verblüffende Ähnlichkeit zutage: „In Tupelo, Elvis’ Geburtsstadt in Mississippi, gibt es einen heute nach ihm benannten See, der eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Hattsteinweiher hat.“ Vielleicht habe er sich deshalb in Usingen, wo er mehrere, allerdings undatierte Male gewesen sein soll, so gut gefallen.

Von Weidemanns mit den Jahren immer berühmter gewordenen Kofferradio ist in dem Buch zwar auch die Rede, über das Radio gibt es aber noch eine weitere Geschichte, eher eine Anekdote, die nicht abgedruckt ist. Heute würde Peter Weidemann ganz sicher nicht im Traum erwägen, den tragbaren Rundfunkempfänger zu veräußern, einmal jedoch, bei einem Flohmarkt in Usingen, war er doch kurz davor, aber nur kurz: Es kam eine Verehrerin von Elvis an seinen Stand. Sie sah das Radio, fragte, ob es auch wirklich das Radio sei, mit dem Elvis 1959 am Hattsteinweiher fotografiert worden sei und wollte es wenigstens einmal in die Hand nehmen, sprich am Tragegurt halten, so wie damals Elvis Presley. Sie wollte ihm so ganz nah sein. Weidemann lächelt verschmitzt: „Natürlich habe ich ihr den Wunsch erfüllt. Ich habe ihr aber nicht gesagt, dass es gar nicht mehr der alte Riemen war. Der war nämlich zerschlissen und ich hatte ihn ausgetauscht, Elvis hatte ihn nie in der Hand...“

Bleibt zu hoffen, dass die junge Dame von damals, sollte sie das hier jetzt lesen, nicht von ihrem Glauben an die Unsterblichkeit ihres Idols abfällt...

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