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Aufwendige Roben: "Kappe-Flohmarkt": Bunte Kostüme für kleines Geld

Die Kronberger Narren sind erfinderisch und haben eine Not zur Tugend gemacht. Der Fundus, vollgestopft mit professionellen Kostümen, wurde nicht zuletzt aus Platzmangel ausgemistet. Auf einem Kostümflohmarkt in der Stadthalle konnten nun Narren aller Generationen zu günstigen Preisen aufwendige Showroben der Kronberger Karnevalsgrößen erstehen. Der Zuspruch war immens.
Carolin Weber-Meister, die Herrin über den Kostümfundus des Kappen-Klubs, verwandelt Benjamin mit einem Umhang schwuppdiwupp in einen großen Zauberer. Foto: Jochen Reichwein Carolin Weber-Meister, die Herrin über den Kostümfundus des Kappen-Klubs, verwandelt Benjamin mit einem Umhang schwuppdiwupp in einen großen Zauberer.
Kronberg. 

Kostüme gehören zur Fastnacht wie Luftschlangen. Und so wie die knallbunten Papierstreifen sich nach der Kampagne nicht einfach aufwickeln und im nächsten Jahr wieder ausrollen lassen, ist auch die Wiederverwendbarkeit von Bühnen-Outfits eher begrenzt.

Mag das Bauchtanz-Dress des Männerballetts oder das Clownskostüm des Büttenredners auch noch so schön und einfallsreich gewesen sein – für die kommende Session muss was Neues her. Die Folge: Die alten Outfits wandern in schöner Regelmäßigkeit in den Vereinsfundus der Karnevalisten. Der wird immer voller und die Kasse ob der Neuanschaffungen immer leerer.

Ein närrischer Teufelskreis, aus dem der Kronberger Kappen-Klub jetzt einen Ausweg gefunden hat. Die Burgstadt-Narren luden zum ersten „Kappe-Flohmarkt“ und sind damit offensichtlich auf eine Marktnische gestoßen.

Die Premiere des Kostümflohmarkts kam zumindest prächtig an und wurde von den närrischen Kunden mit Helau begrüßt. Bereits am frühen Vormittag fanden sich die ersten Fastnachter noch während der Aufbauaktivitäten ein und kauften Kostüme, nahezu blind aus den von den Mitgliedern gemeinschaftlich gepackten und angeschleppten Kisten.

Großer Andrang

„Wir haben heute morgen schon unsere Western- und Spanierinnenkostüme verkauft“, erzählt Kostümwartin Carolin Weber-Meister, die die Idee zur Veranstaltung hatte. Auf Tischen, die es aneinandergereiht auf gut 40 Meter Länge bringen, liegen bunte Kostüme aller Art. Gärtner, Ritter, Tarzan – Fastnachterherz, was willst du mehr? Zumal laut Weber-Meister nicht nur auf die Art der zum Kauf angebotenen Kleidungsstücke geachtet worden sei, sondern auch auf eine gewisse Vielfalt bei den Größen. Vom kleinen Vierjährigen bis zum etwas umfangreicheren Senior sollte jeder etwas Passendes finden.

Auf einer der zwölf Kleiderstangen hängt zudem ein ganz besonderer Leckerbissen. „Die Tutti-Frutti-Kostüme des Männerballetts bieten von der Zitrone über den Apfel oder die Birne nahezu alles.“

Schade, dass die süßen Früchtchen in Körpergröße und Umfang aber doch eher Träger mit Bauch bevorzugen. Zum Glück ist ja genug Auswahl da. „Asterix und Obelix“ zum Beispiel sind ein echter Hingucker. Gekauft für den Kostümwettbewerb ist eine Platzierung unter den Siegern bereits heute sicher.

Mütter, aber auch viele Großeltern stöbern gemeinsam mit Kindern und Enkeln in der Kinderabteilung. Man wolle die schönen Kostüme für die kommenden Kindermaskenbälle oder auch den Straßenumzug nutzen. Piraten-, Meerjungfrauen- oder Schornsteinfegerkostüme sind für einen Bruchteil des Wertes zu haben. Gehandelt wird daher nicht. Denn Preis und Leistung sind mehr als kundenfreundlich. Carlotta und ihre beste Freundin Maria sind entzückt. Während Maria bereits als Meerjungfrau durch die Halle braust, hat sich Carlotta von ihrer Mutter eine Damenbrille, selbstverständlich ohne Verstärkungsgläser, schenken lassen. „Ist die nicht toll?“, fragt sie stolz in die Runde. Die Schornsteinfegergarderobe und ein weiteres Kostüm ersteht schließlich eine andere Mutter für ihre beiden Knirpse. Details und verarbeitete Materialien seien umfangreich, begründet sie den Kauf.

Da leuchten Kinderaugen

Viele Kinderaugen bleiben an den schwarz-weiß gepunkteten Dalmatiner-Kostümen hängen. „Der Film inspirierte uns seinerzeit zu dem Auftritt“, erzählt Corinna Habig-Bauer. Gemeinsam mit Kostümwartin Carolin Weber-Meister trainiert sie die Kindergruppe „Springmäuse“. Während sie über die vielen Kleiderstangen und Requisiten blicken, erwachen Erinnerungen an vergangene Kampagnen. Sentimentalität möchte man jedoch nicht aufkommen lassen. „Wir sind an einem Punkt, wo man sich trennen muss!“, gesteht die Weber-Meister.

Der große Berg ideenreicher Requisiten schmilzt im Laufe des Tages zusehends. Säbel, Helme, Feenflügel, für Auftritte gebastelte Theken wechseln den Besitzer. Kurios ist ein aus Pappmaché gefertigtes Auto der Familie Feuerstein.

„Wir freuen uns sehr, dass auch die Schultheater bei uns vorbeigekommen sind“, verweist Henni Held, die Vorsitzende des Vereins, auf einen weiteren schönen Nebeneffekt der Veranstaltung. Kronthalschule und Taunusgymnasium hätten beispielsweise die Chance genutzt, ihre Kostümkammern aufzustocken. Umliegende Kindergärten und benachbarte Vereine seien ebenso interessiert und kaufwillig gewesen.

Kein Wunder, dass die Mitglieder des Kappen-Klubs bis zum Flohmarktende am späten Nachmittag einen Großteil der Kostüme, Accessoires und Requisiten verkauft hatten. Henni Held sprach von einer „grandiosen Idee“, deren Reinerlös zur Finanzierung neuer Kostüme genutzt werden soll.

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