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Privatschule: Main/Taunus International School geschlossen

Von An der privaten Main/Taunus International School gibt es offenbar keinen Unterricht mehr. Wie Mitarbeiter und Eltern berichten, sei die Schule gestern geschlossen worden. Was aus den Beschäftigten wird, ist unklar.
Ohne Strom, keine Schule: Die Main/Taunus International School wurde gestern offenbar bis auf Weiteres geschlossen. Foto: Jochen Reichwein Ohne Strom, keine Schule: Die Main/Taunus International School wurde gestern offenbar bis auf Weiteres geschlossen.
Friedrichsdorf. 

Ende mit Schrecken gestern morgen an der privaten Main/Taunus International School (MTIS) in Friedrichsdorf: Um 11.30 Uhr hat die Schulleitung Schule und Kindergarten offenbar geschlossen. Der Energieversorger habe den Strom abgestellt, berichten MTIS-Mitarbeiter und Eltern, die namentlich nicht genannt werden möchten (die Namen sind der Redaktion bekannt).

Schon um 8.15 Uhr seien Vertreter des Schulamtes gekommen und hätten sich ein Bild von der Lage gemacht. Später seien die Eltern gebeten worden, ihre Kinder abzuholen. Die Beschäftigten hätten Kinder, die nicht abgeholt werden konnten, noch bis 16 Uhr betreut. Dann sei Schluss gewesen. Wie es jetzt für die Kinder weitergehen kann, ist relativ klar: Wenn eine Privatschule geschlossen wird, verteilt das Schulamt die Schüler auf öffentliche Schulen. Dabei stehe das Wohl der Kinder an erster Stelle, hatte der stellvertretende Leiter des staatlichen Schulamts, André Linhart, in einem früheren Gespräch mit dieser Zeitung betont. Für die Betreuung der Kindergartenkinder springt die Stadt mit ihren Kindergärten ein. Einige Eltern bemühen sich zudem derzeit darum, einen neuen Schulträger zu finden. Ins Auge gefasst haben sie das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD), das bereits über 50 Privatschulen betreibt. Als neuer Schulstandort schwebt ihm das jetzige Urselbach-Gymnasium in Oberursel vor.

Beschäftigte im Unklaren

Die Beschäftigten der MTIS dagegen wissen nicht, wie es weitergeht. Ihnen sei gesagt worden, sie sollten jetzt abwarten, bis sie von der Schulleitung oder dem Management wieder etwas hören. Auch ob sie ihr Gehalt für Oktober und November noch bekommen, wissen viele von ihnen nicht. Einige Beschäftigte sind offenbar bezahlt worden, andere nicht.

Ins Gerede gekommen ist die Schule schon vor den Sommerferien. Damals hatte Johann Heyken, der die Vermieter repräsentiert, berichtet, dass seit November 2016 keine Miete mehr gezahlt worden sei. Das hat sich offenbar nicht geändert. Die Eigentümer der Gebäude, die Rühl AG & Co. chemische Fabrik KG und die Rühl Immobilien Entwicklungsgesellschaft Bildungspark Friedrichsdorf GmbH & Co. KG. warten inzwischen auf Miete in Höhe von rund 600 000 Euro. Schul-Gesellschafter Hans-Peter Dahlmann, der die frühere Rhein-Main-International School 2015 übernommen hat, beruft sich auf Mietminderung wegen baulicher Mängel. Worin diese bestehen sollen, weiß Heyken nicht.

Nach den Ferien spitzte sich die Lage immer weiter zu. Vor rund zwei Wochen stellte der Vermieter offenbar im neueren Gebäude das Wasser ab, vorige Woche fiel im älteren Gebäude die Heizung aus. Und der von Dahlmann beauftragte Rechtsanwalt Dr. Tobias Hermann erklärte, der Vermieter habe den Schlüssel zum Heizungskeller nicht gleich aushändigen wollen.

„Verspätete Zahlung“

Zu den ausstehenden Gehältern schrieb Hermann am Dienstag: „Die MTIS ist eine Ersatzschule, welche vom Land zu einem gewissen Teil refinanziert wird. Diese Zahlungen sind in der Budgetierung einer jeden Schule enthalten. Leider hat sich diese Zahlung verspätet und ist bei uns noch nicht eingegangen. Wir befinden uns zurzeit in Klärung.“ Allein, das wollen die Beschäftigten nicht so recht glauben. Die Frage, ob die MTIS in Zahlungsschwierigkeiten sei, wies Herrmann als „falsch“ zurück. Eine frustrierte Mitarbeiterin dagegen sagt: „Eigentlich ist die Schule ein Schmuckstück. Aber so wird das alles zerstört.“

Insgesamt gehören zur MTIS derzeit noch 140 Schüler, 28 Kindergartenkinder und 4 Krabbelkinder unter drei Jahren sowie rund 50 Mitarbeiter.

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