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Prozess am Amtsgricht: Saufgelage endet mit Ohrfeige

Von Der Fall, der jetzt vor dem Bad Homburger Amtsgericht verhandelt wurde, gab einen tiefen Einblick in eine schwierige Dreiecksbeziehung. Sie sei von Alkohol, Sex und Gewalt geprägt gewesen, gab der Angeklagte zu. Der Mann kam um eine Strafe herum.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.
Bad Homburg. 

Zwei Männer, eine Frau und ein Treffen, das mit Gewalt endete: Wegen Körperverletzung musste sich jetzt einer der beiden Männer vor Gericht verantworten. Laut Anklage hatte der Bad Homburger bei dem Treffen im Oktober vorigen Jahres seiner damaligen Lebensgefährtin ins Gesicht geschlagen. Vor Gericht stellte sich schnell heraus, dass die Beziehung des Trios kompliziert war. „Alkohol, Sex und Gewalt waren wie ein roter Faden in unserer Bekanntschaft“, sagte der 58 Jahre alte Angeklagte vor der hiesigen Richterin.

Gegen ihn war zuvor ein Strafbefehl über 2400 Euro (80 Tagessätze zu je 30 Euro) ergangen. Dagegen hatte der Mann Einspruch eingelegt. Deswegen kam der Fall nun vor Gericht. Die Verhandlung fand allerdings ohne die ehemalige Lebensgefährtin des Mannes statt. Sie halte sich zurzeit bei ihrer Mutter in Polen auf, erfuhr die Richterin vom Angeklagten.

Der 58-Jährige gab an, sowohl er als auch die 39-jährige und ihr gemeinsamer Bekannter hätten ein Alkoholproblem. Sie hätten damals täglich zwei Flaschen Wodka und mehrere Flaschen Bier konsumiert. Bei dem Vorfall im Oktober hatten die beiden Männer und auch die Frau einen Alkoholpegel von rund 3 Promille.

Die 39-Jährige kenne er seit zehn Jahren, sagte der Angeklagte. Im vergangenen Mai sei die Frau zu ihm gezogen, berichtete er weiter. Aber es war offenbar eine offene Beziehung. Am Tattag hielt sich die Lebensgefährtin in der Wohnung des gemeinsamen Bekannten auf. Dort kam dann auch der Angeklagte hinzu. Es wurde getrunken, und dann gab es Streit zwischen dem Angeklagten und der Frau. Sie habe ihm vorgeworfen, dass der Sex mit dem Bekannten viel besser sei als mit ihm, erzählte der 58-Jährige im Gericht. Dem fügte er hinzu: „Sie hat mich beschimpft, übel beleidigt, mich angespuckt und mir ins Gesicht geschlagen“. Er habe ihr deshalb eine Ohrfeige verpasst. „Ich bin Opfer und nicht Täter“, trug der Mann vor. Dass er auch vor dem Gerichtstermin Alkohol getrunken hatte, wurde schnell deutlich.

Unterlippe aufgeplatzt

Sein Bekannter sagte als Zeuge aus. Er gab an, nur gesehen zu haben, dass der Angeklagte zuschlug. Aber er habe nicht alles gesehen und außerdem liege das Ganze ja schon sehr lange zurück, berichtete er. Die Polizei hatte damals den Fall aufgenommen. Laut Anklage war die Unterlippe der Frau durch den Schlag aufgeplatzt gewesen.

Von einer Hausbewohnerin (84) war zu erfahren, dass die 39-Jährige im Flur geweint habe. Die Frau habe ihr erzählt, dass der Angeklagte sie geschlagen habe. Tatzeugin war die ältere Dame aber nicht.

Nach Einschätzung der Richterin hatten sowohl Täter als auch Opfer ihren Anteil an der Auseinandersetzung. Sie machte dem Angeklagten das Angebot, das Verfahren einzustellen, unter der Voraussetzung, dass er 100 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlt. Das wurde akzeptiert, womit das Verfahren nach Zahlung abgeschlossen ist.

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