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Time for us: So war das dritte Steinbacher Frauenfest

„Frau und Beruf(ung)“: Unter diesem Motto stand das dritte Steinbacher Frauenfest. Im dritten Jahr seines Bestehens platzt das Projekt aus allen Nähten – und will sich nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich neu ausrichten.
So vielfältig wie das Frühstücksbüfett sind die Lebenshintergründe der Steinbacher Frauen. Foto: Jochen Reichwein So vielfältig wie das Frühstücksbüfett sind die Lebenshintergründe der Steinbacher Frauen.
Steinbach. 

Rahila ist 29 Jahre alt und dreifache Mutter. Seit zweieinhalb Jahren lebt die Afghanin in Steinbach, wo sie sich sehr wohlfühle, wie sie sagt. Zweimal in der Woche lernt sie Deutsch und hat schon gute Fortschritte erzielt. Beruf und Berufung ist Rahila das Nähen – dem widmet sich die gelernte Schneiderin auch in der neuen Heimat.

Mit Freude besucht sie jeden Freitag die Nähwerkstatt im Stadtteilbüro. Aber auch beim orientalischen Tanz donnerstags in der St. Georgsgemeinde ist Rahila, die ein rotes Kopftuch und einen schwarzen Blazer trägt, regelmäßig anzutreffen. „Tanzen ist mein Hobby“, sagt die junge Frau.

So vielfältig wie das internationale Frühstücksbüfett und die rund 120 Besucher sind die Berichte der rund ein Dutzend Frauen, die auf der Bürgerhaus-Bühne stehen und aus ganz persönlicher Perspektive zum Thema „Frau und Beruf(ung)“ sprechen. Unter diesem Motto nämlich steht das dritte Steinbacher Frauenfest, das die Frauengruppe zum ersten Mal nicht im Herbst, sondern zum Weltfrauentag ausgerichtet hat.

Ebenso wie Rahila besucht auch Nazma, die aus Bangladesch stammt, regelmäßig die Treffen der Frauengruppe, die jeden Mittwochvormittag stattfinden. Sie lebt seit 18 Jahren in Deutschland, ihre beiden Töchter gehen hier zur Schule. Sechs Jahre lang hat die Steinbacherin in der Pflege gearbeitet. Wenn die Kinder größer sind, will sie sich darum bemühen, wieder im gelernten Beruf zu arbeiten – nämlich als Krankenschwester. Die alleinerziehende Samira aus Algerien hingegen, die vor vier Jahren nach Deutschland kam, träumt davon, in Steinbach ein kleines Café zu eröffnen, wie sie erzählt. „Ich bin sehr froh hier zu sein“, sagt die junge Frau, die eigentlich Sekretärin gelernt hat, aber schon in Algerien jahrelang als Konditorin gearbeitet hat.

Auch Edeltraud hat schon den einen oder anderen Beruf ausgeübt – sie wollte Säuglingsschwester werden, dann arbeitete sie unter anderem als Sekretärin, später in einer KFZ-Werkstatt, schließlich nahm sie eine Putzstelle an. „Haben Sie keine Angst vor neuen Herausforderungen“, sagt die Steinbacherin und blickt ins Publikum. Mit jeder werde man selbstbewusster.

Beliebte Anlaufstelle

Edeltraud ist ein gutes Beispiel für das, was Patrizia De Marco sagt, als sie mit dieser Zeitung über die Frauengruppe spricht. „Wir sind keine Gruppe nur für Flüchtlinge“, betont die Leiterin. Auch viele deutsche Frauen, die meisten davon im Rentenalter, nähmen das Angebot an. „Sie wussten nicht, wohin sie sonst gehen sollten“, sagt die 39-Jährige. „Bei uns fühlen sie sich wohl.“ Das treffe auch auf all die anderen Teilnehmerinnen zu, egal wie alt, egal woher, egel ob mit oder ohne Nachwuchs. „Jede Frau wird herzlich aufgenommen.“ Um zu unterstreichen, dass man allen Steinbacherinnen offen stehe, gebe es auch einen neuen Namen: Frauengruppe „time for us“ statt Interkulturelle Frauengruppe.

Um die 20 Frauen zwischen 21 und 80 Jahren besuchten die Treffen im dritten Jahr des Bestehens regelmäßig, „und es wird stetig mehr“, sagt De Marco. „Wir platzen aus allen Nähten.“ Das sei auch der Grund dafür, dass die Treffen künftig im Bürgerhaus stattfinden. Bislang gebe es ein gemeinsames Frühstück, ob es dabei bleibe, müsse man sehen, erklärt De Marco.

Nicht nur räumlich, auch inhaltlich will man sich neu aufstellen – wie genau, ist allerdings noch nicht klar. „Wir arbeiten gerade das Konzept aus“, sagt De Marco. Es soll in erster Linie um eine Vertiefung des kulturellen Austauschs gehen. Ideen haben die Frauen genug. mrm

Nächste Treffen

Von Mittwoch an trifft sich die Steinbacher Frauengruppe „time for us“ nicht mehr im Stadtteilbüro, sondern nebenan im Bürgerhaus, Untergasse 36. Die Treffen finden außerhalb der Ferienzeit jeweils mittwochs von 9 bis 11 Uhr im Raum Pijnacker statt. Das Angebot ist offen, kostenfrei, interkulturell und generationenübergreifend. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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