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Rennradfahrerin damals schwer verletzt: Urteil nach Unfall in Kronberg: 75-Jährige muss hohe Geldstrafe zahlen

Von Ein Unfall, bei dem sie einer Rennradlerin die Vorfahrt genommen hatte, hat eine 75-Jährige schockiert und zu noch vorsichtigeren Fahrweise animiert. Inzwischen sagen die Enkel; „Gib Gas, Oma!“, weil sie rechtzeitig zum Tennis kommen wollen.
Foto: dpa
Kronberg/Schwalbach. 

Die Verletzungen, die die Fahrradfahrerin bei dem Unfall erlitten hat, waren erheblich: Rippenserienfraktur, Fraktur der Halswirbelsäule und multiple Prellungen. Jetzt stand die Unfallverursacherin, eine 75-jährige Schwalbacherin, vor dem Königsteiner Amtsgericht. Der Vorwurf: fahrlässige Körperverletzung.

Gegen den Strafbefehl über 40 Tagessätze zu 170 Euro (6800 Euro) und drei Monate Fahrverbot hatte die Seniorin Einspruch eingelegt, diesen in der dadurch notwendig gewordenen Hauptverhandlung aber auf das Strafmaß beschränkt. Die Strafe wurde wegen der geschilderten Umstände und weil die Frau 50 Jahre lang unfallfrei gefahren war und auch ansonsten bei Justitia eine blütenweiße Weste hatte, gesenkt: Bei der Geldstrafe bleibt es zwar, aber das Fahrverbot wurde auf einen Monat reduziert.

Bekannte besucht

Die Schwalbacherin hatte am 24. November 2016 Bekannte in der Schmiedeberger Straße in Kronberg besucht und war danach gegen 19 Uhr aus der Straße „Am Schafhof“ nach links in die Schwalbacher Straße abgebogen. Dabei muss sie die aus Richtung Sodener Stock kommende Radfahrerin übersehen haben. Es kam zum Zusammenstoß, durch den die Radlerin schwer verletzt wurde.

Die Angeklagte sagte in der Verhandlung, sie könne es sich nicht erklären, dass sie die Frau übersehen hat. Es habe sich um eine Rennradfahrerin gehandelt. Diese sei mit hohem Tempo auf der Fahrbahn und nicht auf Radweg aus Richtung Sodener Stock gekommen. Den Radweg sowie die Kreuzung mit der Ampel habe sie im Blick gehabt, sagte die Angeklagte, die auf diesem Streckenabschnitt bis dato häufig gefahren sein will. Dennoch habe sie das Fahrrad wohl übersehen. Dass die Radlerin mit Licht gefahren ist, bestreitet die An-geklagte nicht.

Fahrverhalten drastisch geändert

Nach dem Unfall habe sie ihr Fahrverhalten drastisch verändert. Die Bekannten in der Schmiedeberger Straße müssten jetzt zu ihr kommen, sie fahre nicht mehr dorthin. uch ihre Enkel, die sie regelmäßig zum Tennis, Squash und anderen Freizeitbeschäftigungen chauffiere, bemängelten schon ihre zurückhaltende Fahrweise mit Anweisungen wie „Gib Gas, Oma!“ und despektierlichen Hinweisen darauf, dass man schließlich „irgendwann auch ankommen“ wolle und dass die andere Oma „viel flotter“ fahre.

Dass die Angeklagte zur Sicherstellung der Mobilität der Familie auf ihre Fahrerlaubnis angewiesen sei, könne kein Argument für die Reduzierung des Fahrverbotes sein, erklärten die Amtsanwältin in ihrem Plädoyer und später auch die Richterin in der Urteilsbegründung. Ausschlaggebend für die Reduzierung des Fahrverbots auf nur noch einen Monat sei eher der Umstand des bislang völlig untadeligen Verhaltens der Frau in straf- und verkehrsrechtlicher Hinsicht sowie deren von einem Skiunfall zurückgebliebene Gehbehinderung.

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