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Stadtfest in Steinbach: Was die Steinbacher so bewegt

Von Beim Stadtfest sind Bürgerhaus, Begegnungsstätten sowie das neue Frankfurter Baugebiet Stadtgespräch – aber auch die Erklärung zu Menschlichkeit und Toleranz, die der FDP zu viel Nächstenliebe enthält.
Nein, nicht jeder, der am Stand der Steinbacher Stadtwerke Wasser-Flipper spielen wollte, musste solche Schutzanzüge tragen. Bilder > Foto: Jochen Reichwein Nein, nicht jeder, der am Stand der Steinbacher Stadtwerke Wasser-Flipper spielen wollte, musste solche Schutzanzüge tragen.

Die Kirchen haben einen gemeinsamen Stand auf dem Stadtfest. „Das ist gelebte Ökumene“, freuen sich der Protestant Dieter Schweizer und Pastoralreferent Christof Reusch. Sie teilen, sind aber auch einvernehmlich enttäuscht über die Ablehnung der FDP zur „Steinbacher Erklärung“, die sich gegen Rassismus und Extremismus, aber für harmonischen Umgang, geprägt von Toleranz und Nächstenliebe, ausspricht. Das Wort Nächstenliebe ist den Freidemokraten zu christlich und deshalb haben sie die Erklärung wie berichtet nicht unterschrieben. Das können Schweitzer und Reusch nicht verstehen. „Nächstenliebe sollte für jeden selbstverständlich sein.“

Am Stand der Kirchen und der Ahmadiyya-Gemeinde wurde indes weiter unterschrieben. Die Muslime sind zum ersten Mal dabei, ihr Zelt steht zwar am Rande der Festmeile, aber Kashif Janua, der Vorsitzende, hofft, dass ihre Teilnahme für alle selbstverständlich und kein besonderes Stadtgespräch ist. Für den 28-Jährigen, der seit 26 Jahren in Deutschland lebt, ist Integration keine Frage. „Wir möchten zeigen, dass wir dazu gehören.“ Sein sechsjähriger Sohn Mubarik geht in den katholischen Kindergarten, und er hat auch ein Stadtgespräch: Er freut sich nämlich auf den Einzug in den Neubau der Kita.

Für Birgit Spiegel und ihre Tochter Stephanie, beide Mitglieder der Tanzgarde, gab es am Morgen des Stadtfestes ein ganz anderes Stadtgespräch. „In der Nacht sind zwei Autos angezündet worden“, berichten sie (siehe Seite 7). Das komme nicht oft vor, Müllcontainer seien da schon eher Ziel von Vandalen. Ein Thema ist für sie, wie für viele andere, Stadtgespräch Nummer eins: „Wann können wir unser Bürgerhaus wieder beziehen?“ Der 20. August stehe zwar fest, aber so ganz können auch Siegfried und Gerda Koschorrek nicht daran glauben. „Wir warten schon so lange darauf, denn für alte Leute ist doch sonst nichts los.“ Die gebürtigen Berliner, die seit 42 Jahren in Steinbach leben, vergleichen den Bau des Bürgerhauses mit dem Berliner Flughafen, der sich ebenfalls in die Länge zieht. Auf die Größe Steinbachs heruntergebrochen seien die Ereignisse vergleichbar.

Auch für junge Leute scheint in Steinbach nicht viel los zu sein. Lucie Hohmann beispielsweise fehlt ein Raum, in dem man sich treffen könnte, aber auch Plätze in der Schülerbetreuung. Der Bedarf steige, das Angebot hinke hinterher.

Dann spricht sie noch ein Thema an, das viele Steinbacher in diesen Tagen bewegt: Der neue Frankfurter Stadtteil, der direkt vor der Haustür entstehen soll. Für Lucie Hohmann ein zwiespältiges Thema. Einerseits könne es sich positiv auswirken, wenn die Mainmetropole näher rücke, andererseits gehe das Ländliche, für das Steinbach noch stehe, verloren.

Wer weitere Stadtgespräche verfolgen, Neues erfahren und sich über Steinbach austauschen möchte, kann das seit kurzem auf der Facebook-Seite: „Steinbacher Stadtgespräch“. Die Gruppe hatte bereits 212 Mitglieder, sagen die Moderatoren Simone Horn, Melanie Jell und Martina Schwieger – und Themen gibt es genug.

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