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Tierheim Oberursel: Wenn ein Hund die Haare aufstellt, ist er gestresst

„Ein Hund im Klassenzimmer“, „Körpersprache des Hundes“, „Beißvorfälle“ – wer wollte, konnte erstmalig beim Tag der offenen Tür des Tierheims Oberursel seinen Horizont mit Fachvorträgen erweitern. Und hatten der Himmel und Tierheimleiterin Nicole Vorlauf am Sonntag in der Früh auch noch geweint, am Nachmittag war die Stimmung bestens.
Auch dieser Vierbeiner wartet auf einen neuen Besitzer. Foto: Jochen Reichwein Auch dieser Vierbeiner wartet auf einen neuen Besitzer.
Oberursel. 

Wer am Wochenende den Forsthausweg entlangkam, staunte über das hohe Verkehrsaufkommen in dieser sonst eher ruhigen Straße. Autos standen bis zum Schützenverein, schwierige Ausweichmanöver von sich auf diesem engen Fahrweg entgegenkommenden Pkws forderten die Nerven der Fahrzeugführer.

Aber das Ganze galt einem guten Zweck. Denn im Tierheim Oberursel wurde Tag der offenen Tür erstmalig mit Infotag „Rund um den Hund“ in Kooperation mit dem Verein Soka Run (Verein zur Aufklärung von Hunderassen-Diskriminierung) und vielen interessanten Vorträgen über Vierbeiner gefeiert. Da kamen die Tierfreunde schon mal aus Gießen, Kassel, Friedberg oder Würzburg in den schönen Taunus. Zunächst lockten die Ausführungen von Hundetrainerin Salena Maué aus Linsengericht zur Körpersprache des Hundes viele Besucher in den eigens dafür aufgestellten Pavillon, in dem kaum ein Platz mehr zu kriegen war. Kein Wunder, denn Maué erklärte humorvoll und für jeden verständlich, dass man beim Hund auf Kopf, Augen, Ohren, Mundwinkel, Rücken, Rute und Gliedmaßen achten muss, um seine aktuelle Stimmung erkennen zu können.

„Haare aufstellen heißt nicht, wie viele Hundebesitzer vermuten, dass ihr Tier sich größer machen und Macht demonstrieren will, es bedeutet Stress und dass der Hund den Erregungsgrad nicht steuern kann.“ Der Aha-Effekt bei vielen Anwesenden war groß. Manche hatten schon einiges gewusst und freuten sich über die Hand-Outs von Maué mit Erklärungen in Stichpunkten. So den Horizont erweitert, gönnte sich mancher Tierliebhaber eine Wurst mit Pommes, einen Salat oder ein Stück Melone, bevor er sich zum professionellen Fotoshooting mit seinem besten Freund aufmachte.

Aaliyah (12) jedoch hatte nur Augen für die einjährige Hündin Kensi, die mit ihr über Hindernisse in einem eingezäunten Parcours sprang. Klar, dass Aaliyah später Tierärztin werden möchte. Da könnte sie dann mit dafür sorgen, dass die Quarantänestation saniert würde. „Das ist unsere Schwachstelle“, bedauerte Hajo Ettel, Assistent von Tierheimleiterin Nicole Vorlauf, der gerade stolz der Chefin des Kelkheimer Tierheims, Rosemarie Hippel, die vor einem Jahr neu gebaute Kastrationsbox präsentierte.

Vorlauf freute sich über 500 Besucher am Sonntag: „Heute früh hatte ich noch Tränen in den Augen, weil es so geregnet hat“, gab die Leiterin zu und berichtete von 21 zu vermittelnden Hunden sowie 36 Katzen. Leider säßen einige ältere Charakterköpfe schon seit vielen Jahren im Tierheim fest (TZ berichtete) und warteten immer noch auf neue Besitzer.

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