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Überlegungen für den Ausbau: Wird Deponie Brandholz erweitert?

Von Die absehbare und notwendige Erschließung vieler Neubaugebiete in der Region wirft ihre Schatten voraus. Denn auch der Ausbau der Verkehrswege wird viel Erdaushub und Bauschutt mit sich bringen. Und der könnte im Usinger Land landen.
An der Nordflanke der Deponie gibt es bereits Erdaushub-Aufschüttungen. Die Kapazitätsgrenze der Fläche ist offenbar bald erreicht. Foto: Pieren An der Nordflanke der Deponie gibt es bereits Erdaushub-Aufschüttungen. Die Kapazitätsgrenze der Fläche ist offenbar bald erreicht.
Hochtaunus. 

Im Rhein-Main-Gebiet wird schon jetzt viel gebaut. Frankfurt möchte zudem ein ganz neues Stadtviertel bis vor die Tore von Steinbach und Oberursel bauen. In naher Zukunft wird diese Bautätigkeit wohl noch weiter steigen. Die Hochkonjunktur in der Wirtschaft und im heimischen Gewerbe, wie auch die Zunahme der Arbeitsplätze in Frankfurt und Rhein-Main sowie das Niedrigzinsniveau beschleunigen diese Entwicklung. Was kaum jemand fragt: Wohin kommt all der Erdaushub? Hier kommt die Deponie Brandholz ins Spiel – und deren Erweiterung.

Dimension und Größe der ins Auge gefassten Erweiterungsfläche für Erdaushub im Deponiepark Brandholz sind zwar noch nicht bekannt. Gut möglich aber, dass die Nordflanke des eigentlichen Deponiekörpers kräftig aufgeschüttet und der Berg wachsen wird – und zwar in Richtung B 275, dorthin, wo heute noch Wald steht. Entsprechende Pläne der Rhein-Main-Deponie GmbH wurden jetzt vom Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis als gleichberechtigte Gesellschafter der Rhein-Main Deponie GmbH (RMD) bestätigt.

Die Fläche an der Nordflanke

Ende 2013 hatte diese Zeitung über das neue Areal einer Erdaushub-Deponie am Fuße der nicht einsehbaren Nordflanke berichtet. Seither wird dort Erdreich abgeladen.

clearing

Eine Anfrage der Grünen im Haushalts- und Finanzausschuss von Neu-Anspach hatte den Stein ins Rollen gebracht. „Welche Baumaßnahmen sind auf der Deponie Brandholz geplant“, wollte die Fraktion wissen. „Wir wurden durch eine Diskussion im Kreistag des benachbarten Main-Taunus-Kreises aufmerksam, wo Landrat Michael Cyriax von einer möglichen Erweiterung der Deponie Brandholz gesprochen hatte“, erläutert die Neu-Anspacher Fraktionsvorsitzende Regina Schirner.

„Die Verfüllkapazitäten für Bauschutt, Erdaushub und ähnliches auf den RMD-Deponien in Flörsheim Wicker und in Brandholz sind endlich. Die Deponien haben eine festgelegte Größe und Anlageform“, teilt dazu der Erste Beigeordnete des Hochtaunuskreises und RMD-Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Kraft (CDU) auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Alle Standorte geprüft

Es sei die Aufgabe der Landkreise als öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, für Endlagermöglichkeiten zu sorgen. „Der Hochtaunuskreis und der Main-Taunus-Kreis haben diese Aufgaben der RMD übertragen, und sie hat sich erfolgreich um diese gekümmert und bemüht.“

„Ohne eine bestimmte Lösung im Auge zu haben, werden sämtliche Standorte und Möglichkeiten neutral untersucht, dazu gehört auch der Standort Brandholz“, so Kraft weiter. „Geprüft werden Optimierungsmaßnahmen an den bisherigen Planungen, wie auch neue Betriebsabschnitte und Überlegungen zur Erweiterung der Deponie Brandholz.“

Im Main-Taunus-Kreis (Standort der RMD-Deponie Wicker) wird schon lange die Forderung gestellt, die RMD müsse sich aus wirtschaftlichen Gründen neu aufstellen. Auch weil die bestehenden Deponieflächen für Erdaushub nach dem heutigen Stand 2021 gefüllt sein werden.

„Die RMD prüft deshalb aktuell die verschiedensten Möglichkeiten für Optimierungen, Erweiterungen oder mögliche zusätzliche Standorte“, teilt dazu MTK-Landrat Cyriax (CDU) mit. „In der Tat ist dabei auch Brandholz im Blick; das Ergebnis ist aber offen.“ Ziel dieser Überprüfungen sei es, eine dauerhafte und nachhaltige Sicherung des Kerngeschäfts der RMD zu erreichen. Zu berücksichtigen seien dabei vor allem auch die Aufgaben der Landkreise als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger – gerade für die Bauschutt- und Schlackeablagerung.

Für die Städte, Gemeinden, Bauherren und Kunden in beiden Landkreisen müsse ein möglichst breites Angebot an Verfüllmöglichkeiten für unterschiedliche Belastungsklassen bereitgehalten werden. Dieses Angebot soll möglichst ortsnah sein, damit aus ökologischen, aber auch betriebswirtschaftlichen Gründen keine weiten Transportwege nötig sind.

Nach Rücksprache mit der RMD-Geschäftsführung hatte zuvor Neu-Anspachs Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) im Haupt- und Finanzausschuss gesagt: „Es gibt einige Überlegungen zur Optimierung der Deponie. So ist eine Erweiterung der Vergärungsanlage sowie der Umschlagsfläche für Bauschutt geplant“, so die Antwort des Rathauschefs.

Nachfragen hierzu hatte es im Ausschuss zunächst nicht gegeben – das könnte sich jetzt ändern.

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