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Vorbereitung auf die Schule: 10.000 Euro für die Sprachförderung in Kitas

Von In den Familien wird heute weniger vorgelesen und auch weniger miteinander gesprochen. Umso wertvoller ist die Sprachförderung in den Kindertagesstätten. Und mit „Bippo“ macht das Lernen gleich viel mehr Spaß.
Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (hinten Mitte) überbrachte gestern einen Scheck  für die Sprachförderprojekte in den Dreieicher Kitas. Die Kinder in der Einrichtung der Oisterwijker Straße profitieren von der Förderung. Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (hinten Mitte) überbrachte gestern einen Scheck für die Sprachförderprojekte in den Dreieicher Kitas. Die Kinder in der Einrichtung der Oisterwijker Straße profitieren von der Förderung.
Dreieich. 

Nicolas tanzt lachend im Kreis, Sitara klatscht aufgeregt in die Hände, als „Bippo“ geweckt wird und die kleine Louisa singt lautstark mit. Im Bewegungsraum der Kita Oisterwijker Straße wurde gestern gespielt, gesungen und auch viel gesprochen. Diplom-Pädagogin Silke Creuzberg ist für zehn Stunden in der Woche in der Sprendlinger Einrichtung. Gemeinsam mit ihrer Handpuppe „Bippo“ übt sie mit den Kindern in der Kleingruppe die deutsche Sprache. Singend helfen die Kinder der Pädagogin „Bippo“ die Worte langsam und schnell, schief und gerade, hell und dunkel zu erklären und lernen dabei selbst ganz spielerisch die Bedeutung der Adjektive.

Wichtige Arbeit

Sprachförderung ist längst Alltag in den Dreieicher Kindertagesstätte. In sieben städtischen Einrichtungen (Kurt-Schumacher-Ring, Am Wilhelmshof, Oisterwijker Straße, Erich-Kästner-Straße, evangelische Versöhnungsgemeinde, Gravenbruchstraße und Am Lachengraben) gibt es gezielte Förderprogramme, wo rund 200 Kinder in den Genuss der besonderen Förderung kommen. Zum Teil gibt es dort dann einen „Mama lernt Deutsch“-Kurs, in dem die Mütter eingebunden sind.

Gestern war Kreisbeigeordnete Claudia Jäger gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Zimmer in der Oisterwijker Straße, um sich selbst einen Eindruck über diese wichtige Arbeit zu verschaffen. „Wir investieren jedes Jahr 125 000 Euro in die Sprachförderung. Es ist einfach wichtig, dass die Jüngsten gut auf die Schule vorbereitet werden“, erklärte der Bürgermeister. Die Stadt ist mit der Finanzierung der Sprachprojekte nicht alleine, etwas mehr als 40 000 Euro übernimmt das Land Hessen, weitere 10 000 Euro steuert der Kreis Offenbach bei.

„Die Förderung ist hier schon so etabliert, dass die Stadt Dreieich vom Kreis mit dem größtmöglichen Förderbetrag bedacht wird“, sagte Claudia Jäger. Das Problem ist bis heute, dass diese Förderung keine Pflichtaufgabe ist. „Das bedeutet, dass wir die Mittel aus den freiwilligen Leistungen zusammensuchen müssen. Bislang ist das zum Glück immer gelungen“, so Jäger weiter.

Die Kita Oisterwijker Straße ist ein recht kleines Haus mit nur zwei Gruppen. Der Migrationsanteil der Kinder liegt bei 75 Prozent. „Meist sprechen die Kinder, wenn sie kommen, noch gar kein Deutsch“, erläuterte Einrichtungsleiterin Caroline Löffler. Umso wichtiger sei es, sich gezielt Zeit für die Sprachentwicklung der Kinder zu nehmen, um ihnen später einen guten Start in die Schule zu ermöglichen.

Hoher Bedarf

„Allerdings sind es nicht nur die Kinder mit Migrationshintergrund, die Probleme mit der Sprache haben“, betonte die Pädagogin. Auch deutsche Kinder haben zunehmend Schwierigkeiten, sich auszudrücken. Das liege daran, dass mit den Kindern weniger gesprochen, in den Familien weniger vorgelesen wird und auch die neuen Medien, mit Fernseher, Handy und Tablets, zu weniger Kommunikation in den Familien führe. Das müssen die Erzieherinnen im Alltag und Silke Creuzberg in der gezielten Förderung auffangen.

Die „Mama lernt Deutsch“-Gruppen mussten im vergangenen Jahr zugunsten der Kinderförderung gekürzt werden, weil der Bedarf so hoch geworden ist. Derzeit sind in Dreieich immerhin 63 Frauen in dem Sprachprogramm. „Mama lernt Deutsch ist sehr niedrigschwellig. Die Kurse werden wohnortnah angeboten und die Frauen müssen sich nicht extra in der Volkshochschule zu den Kursen anmelden. Das wird sehr gut angenommen“, sagte Karin Scholl vom Integrationsbüro der Stadt und hofft, dass bald wieder mehr Frauen davon profitieren können.

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