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Naturschutz: 30 Nester für Mehlschwalben

Von Das Schwalbenhaus in der Bachgasse bietet 30 künstliche Nester. Nun hoffen die Naturschützer, dass das Domizil von den Schwalben gut angenommen wird.
In fünf Meter Höhe findet das Fertighaus seinen Platz. Foto: Carmen Erlenbach In fünf Meter Höhe findet das Fertighaus seinen Platz.
Mörfelden-Walldorf. 

Mehlschwalben haben es heutzutage nicht mehr leicht. Wegen zurückgegangener Landwirtschaft und des Einsatzes von Pestiziden stark dezimierten Insektenbestands finden sie kaum noch Futter. Obendrein beseitigen viele sauberkeitsliebende Hauseigentümer die meisten Nester an den Fassaden – denn die auf der roten Liste stehenden, bedrohten gefiederten Sommergäste könnten sie womöglich verschmutzen. So kommt es, dass sich immer weniger Brutpaare in der Doppelstadt einfinden.

So wurde gestern im Rahmen des Projekts „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ des Umweltamts in Kooperation mit den beiden Nabu-Ortsvereinen Walldorf und Mörfelden ein Schwalbenhaus errichtet. Das mehrstöckige Fertighaus für die Schwalben steht neben dem Spielplatz in der Bachgasse in Mörfelden.

2016 hatten die Initiatoren das Projekt bei der Umweltlotterie eingereicht und prompt 5000 Euro gewonnen. Weil dieses Geld jedoch nicht für den von einem Fachunternehmen eigens durchgeführten Bau ausreichte, schoss die Stadt laut Kirsten Müller vom Umweltamt weitere knapp 3000 Euro zu.

Etwa 50 Schaulustige fanden sich gestern ein, als der sechseckige „Geschosswohnungsbau“ von zwei Metern Durchmesser für Schwalben von einem Kran auf einen fünf Meter hohen Stahlmast gesetzt und dort manuell befestigt wurde.

Bürgermeister Heinz-Peter Becker hoffte, dass das neue Domizil von den Vögeln im kommenden Jahr angenommen wird. Laut Heinz Arndt, Vorsitzender das Nabu Mörfelden, fühlten sich dort einst bis zu 80 Brutpaaren heimisch. „Heute haben wir Glück, wenn wie 10 bis 15 zählen.“

Becker erinnerte daran, dass für Neuansiedlung von Schwalben bereits mehrere Projekt realisiert wurden. So seien Anfang April die Anzahl von Schwalben und ihren Nestern im Stadtgebiet erfasst worden. Gebäude seien schwalbenfreundlich gestaltet und Kunstnester gepflegt und unterhalten worden. Darüber hinaus seien Lehmpfützen angelegt worden, in denen Schwalben Material zum Nestbau fänden. Auf diese Weise solle die Population der kleinen Flugkünstler gestärkt und gefördert werden.

Das Dach des neuen Schwalbenhauses ist mit Schindeln in Biberschwanzform gedeckt. Es bietet 30 künstliche Nester. Sie sollen den Schwalben, wenn sie im kommenden Jahr aus dem Süden zurückkehren, als Nisthilfen dienen. Die Vögel sind Kolonienbrüter und lieben aneinandergereihte Nester. Ließen die Schwalben im kommenden Jahr zu lange auf sich warten, sollen laut Amtsleiterin Katharina Diergarten Lautsprecher an dem Mast befestigt werden, über die als Lockstoff aufgenommenes Schwalbengezwitscher abgespielt werden soll. Das sei aber noch Zukunftsmusik.

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