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Umweltverschmutzung: 40 Kilogramm Abfall: Müllsammler setzt ein Zeichen

Von Er liebt den Wald – und er hasst den achtlos weggeworfenen Müll, der ihn verschandelt: Weil sich Göran Lennert immer wieder über den Abfall entlang der Bundesstraße 3 zwischen Isenburg und Dreieich ärgerte, nahm er jetzt die Sache in die eigene Hand.
Sogar eine weggeworfene Matratze fand Göran Lennert im Wald. Bilder > Sogar eine weggeworfene Matratze fand Göran Lennert im Wald.
Neu-Isenburg. 

Der Ausdruck „wilder Müll“ bezeichnet achtlos, manchmal auch vorsätzlich in der freien Natur entsorgte Abfälle. Sie gefährden Boden, Grundwasser, Gewässern und Luft, ruinieren das Landschaftsbild und stinken oft im wahrsten Sinne zum Himmel. Entlang der B 3 zwischen Isenburg und Dreieich ist der Müll seit langem ein derart gewohnter Anblick, dass er von vielen Bürgern nur noch achselzuckend hingenommen wird.

Nicht so von Göran Lennert: Statt sich ein weiteres Mal zu ärgern. wurde der Neu-Isenburger Natur- und Tierfreund selber aktiv. In dreieinhalb Stunden sammelte er auf einer sechs Kilometer langen Strecke stolze 40 Kilogramm Müll ein. Von mit Regenwasser vollgesogenen Babywindeln bis zur Matratze reichte seine Beute, die er in seinen Volvo packte und auf dem Hof des Dienstleistungsbetriebes der Stadt (DLB) ablieferte.

Dort, so berichtet er, wusstendie Mitarbeiter erstmal gar nicht recht, „was sie mit mir und dem Müll anfangen sollen“. Erst nach einigem Hin und Her habe sich ganz hinten in der Hof-Ecke ein Container für seine Abfallsäcke gefunden.

Info: Frühjahrsputz

Am Samstag, 24. März lädt die Stadt Neu-Isenburg und ihr Dienstleistungsbetrieb (DLB) die Bürger der Hugenottenstadt zwischen 10 und 12 Uhr wieder zum Frühjahrsputz ein.

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„Nur eine Frage der Kommunikation“, sagt dazu Frank Ullrich, Leiter der Abfallwirtschaft bei den DLB gegenüber unserer Zeitung: „Ein kurzer Anruf bei uns vor seiner Aktion hätte genügt, dann wäre das völlig reibungslos abgelaufen.“ sagt er.

Für den Einsatz hat er ansonsten nur Lob übrig: „Der verdient großen Respekt“, so Ullrich. Zwar seien die Reinigungstrupps regelmäßig und in hoher Taktzahl unterwegs. Das von Göran Lennert gesäuberte Gebiet sei allerdings, „ein neuralgischer Punkt“, räumt er ein. „Die Strecke könnten unsere Mitarbeiter im Prinzip einmal reinigen – und gerade, wenn sie damit fertig sind, haben die Leute schon wieder ihren Müll weggeworfen.“

Auch Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel zeigte sich angetan von der Aktion Lennerts, die dieser in einem mit spitzer Feder formulierten Brief an verschiedene Personen des öffentlichen Lebens beschrieben hat. „Seinen Einsatz finde ich großartig. Das ist unbedingt nachahmenswert.“

Als Zeichen der Wertschätzung durch die Stadt meldete sich Herbert Hunkel sofort bei dem wackeren Abfallsammler – um sich zu bedanken und Göran Lennert für die nächste Magistrats-Pressekonferenz einzuladen.

Der bescheidene Don Quichotte des Waldes winkte jedoch dankend ab: Das hätte er als zu viel Wirbel um seine Person empfunden.

 

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