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Autoliebhaber: Älteste Modellautobörse Deutschlands lockt Nostalgiker an

Von Rund 60 Aussteller und 400 Besucher waren bei der Modellautobörse in der Walldorfer Stadthalle vertreten. Unter den Exponaten befanden sich eine ganze Reihe von Klassikern und Hinguckern. Dennoch ist die Resonanz auf die Modellautobörse, welche die älteste ihrer Art in Deutschland ist, rückläufig.
Hans Joachim Mühling mag es außergewöhnlich. Dick und Doof im US-Jeep sind genau das. Hans Joachim Mühling mag es außergewöhnlich. Dick und Doof im US-Jeep sind genau das.
Mörfelden-Walldorf. 

Deutschlands älteste Modellautobörse in der Stadthalle Walldorf war schon mal besser besucht. „Leider haben viele wegen des schlechten Wetters abgesagt“, teilte Veranstalterin Christina Duve mit. Der unerwartete Schneefall in der Nacht hätte viele auf den Straßen wieder umdrehen lassen. „So gesehen, können wir mit 60 Ausstellern und rund 400 Besuchern recht zufrieden sein“, meinte Duve.

Vor 45 Jahren hatte ihr Vater Otto Duve die Tauschbörse, die stets im Frühjahr und im Herbst Modellautofreunde aus der ganzen Welt nach Walldorf zieht, zum ersten Mal veranstaltet. Vor einigen Jahren hat schließlich Otto Duve die Organisation an seine Tochter übergeben, die wiederum von ihrer Tochter, Laura Eckrich, tatkräftig unterstützt wird.

Das Sammelsurium der insgesamt 60 Aussteller war gewaltig. Alles erdenkliche an Miniaturen rund ums Thema Auto war aufgebaut worden und wurde intensiv begutachtet. Einige Aussteller sind bereits seit Anbeginn dabei. Der 1937 geborene Philip C. Campbell verbrachte seine Kindheit in Michigan und war von der Fachkompetenz seines Vaters, der jede Eisenbahn bis ins Detail kannte, so fasziniert, dass er noch während des Zweiten Weltkriegs mit dem Sammeln begann.

Fest im Kalender

„Ich war wohl einer der ersten in den USA, die Modellautos gesammelt haben“, berichtete er. Nachdem er in den 1960er Jahren Kontakte zu England aufgebaut hatte, traf er auch in Minnesota, wohin er umgezogen war, Gleichgesinnte. Heute wohnt er in Kaiserslautern. Kinder und Enkel ließ er in den USA zurück. Die Termine in Walldorf seien immer fester Bestandteil in seinem Kalender.

Mir ging es nie ums Geld. „Ich hatte einfach nur Freude am Sammeln“, meinte Campbell etwas wehmütig, denn dies war sein letztes Mal als Aussteller. Es habe sich einiges im Kaufverhalten geändert, viele ersteigerten die Modellautos bei ebay. Diejenigen aber, die noch immer selbst kommen, seien längst alte Bekannte.

Auch der aus dem Badischen Land stammende Hans Joachim Mühling sammelt bereits seit Jahrzehnten. „1972 habe ich begonnen Rolls Royce-Modelle zusammenzutragen.“ Die Anzahl sei beachtlich, am meisten begeistere ihn jedoch das „Phantom 4“ der Königin Elisabeth von England. Dieser im Volksmund als „Themsendiesel“ bezeichnete Rolls Royce sei ein Unikat. „Wo sich normalerweise die Kühlerfigur Emily befindet, sieht man die Gestalt des Heiligen Sankt Georgs, wie er mit seiner Lanze einen Drachen ersticht“, berichtete Mühling.

Kaufen und bewahren

Aus Kahl am Main in Bayern hat es Stevan Klajic, der vor etwa 50 Jahren aus Serbien ausgewandert ist, erneut nach Walldorf getrieben. „Nur wer selbst gespielt hat, will das Spielzeug seiner Kindheit kaufen und bewahren“, sagte er. Die jungen Menschen allerdings lebten nur noch im Überfluss. Klajic zeigte derweil eine alte, deutlich bespielte und aufziehbare Blech-Eisenbahn, bei der sogar der angedeutete Bahnhof aus einem Stück Blech besteht. Das stamme noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Sein riesiges Konsortium an Matchbox-Autos, das er mit6gebracht hatte, konnte sich ebenfalls sehen lassen.

Auf ein begrenztes Gebiet spezialisiert haben sich auch Ad und Marij Dankers, die bereits am Vortag aus dem holländischen Eindhoven angereist waren. Seit 35 Jahren sammeln sie ausnahmslos „Modelle mit dem Stern“. Marij Dankers erzählte, sie hätten 1988 die Regionalleitung des Mercedes-Benz-Modellautoclubs für ganz Belgien und die Niederlande übernommen. „Seit mehr als 20 Jahren kommen wir regelmäßig nach Walldorf“, fügte ihr Mann Ad hinzu. Vom Mini-Auto im Maßstab 1 zu 160 und vom Lastwagen bis zum Silberpfeil scheint auch hier die Auswahl geradezu unerschöpflich.

Wie im Zeitraffer ließ sich auf Deutschlands ältester Modellautobörse die Geschichte des Automobils, vom aktuellen Supersportwagen bis hin zu Gottlieb Daimlers Reitwagen von 1885, durchweg in Miniaturausführung, zurückverfolgen. „Die meisten Aussteller und Besucher sind Stammkunden“, erklärte Christina Duve und betonte: „Wir sind alle wie eine große Familie.“

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