Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Neu-Isenburg 10°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Prozess vor Gericht: Angeklagter gesteht drei Taten, zwei weitere Überfälle bleiben unklar

Von Ein 22-Jähriger soll in der Doppelstadt und Frankfurt fünf Frauen überfallen haben. Vor Gericht räumte er drei Taten ein. Zu den anderen schwieg er sich aus.
Das Gericht befand, dass die Frau möglicherweise aus Notwehr handelte. Symbolfoto: Archiv Das Gericht befand, dass die Frau möglicherweise aus Notwehr handelte. Symbolfoto: Archiv
Mörfelden-Walldorf. 

Die Überraschung kam gleich zu Prozessbeginn. Der 22-jährige Angeklagte, er soll fünf Frauen in Mörfelden-Walldorf und Frankfurt angegriffen haben, gab drei Fälle zu. Er bot an, sich bei den Frauen zu entschuldigen. Zu zwei weiteren Fällen wollte er sich am zweiten Verhandlungstag nicht äußern.

Im Vordergrund stand gegen den Mann mit der russischen und deutschen Staatsbürgerschaft auch am zweiten Verhandlungstag die Frage nach dem Warum der fünf Taten. Bei einer der inhaltslosen Ungereimtheiten des Angeklagten platzte Kammervorsitzendem Jens Aßling der Kragen: „Es ist doch alles Humbug, was sie hier von sich geben“, fuhr er den 22-Jährigen an.

Den störte dies nicht. Er behauptete in allen drei Fällen, er habe nur seine Wut auf die Deutschen allgemein loswerden wollen. Warum er nächtelang, eine Dose Whisky-Cola in der Hand und einen schweren Stein oder ein Messer in der Tasche, durch Mörfelden-Walldorf oder Frankfurt streifte, konnte er nicht schlüssig erklären.

Bleibende Verletzungen

Als er eine Kellnerin in Frankfurt auf dem Nachhauseweg beobachte, will er spontan beschlossen haben, sie zu verprügeln. Was er umgehend in die Tat umsetzte. Entschieden bestritt er die Absicht, die Frauen zu berauben. Das habe er nur erfunden, weil er gehört hatte, Raub würde geringer bestraft als schwere Körperverletzung.

Besonders schlimm erging es einem 20-jährigen Opfer in Mörfelden-Walldorf. Kurz vor ihrer Haustür packte der 22-Jährige die schwangere Frau von hinten, riss sie hin und her und schlug auf sie ein. Schließlich zückte er ein Messer mit 16 Zentimeter langer Klinge, versuchte auf sie einzustechen, so die junge Frau als Zeugin. Mit einem beherzten Griff entwand sie dem Angreifer das Messer. An den Folgen leidet die Frau noch heute. Sie wird ihre Hand nie wieder richtig gebrauchen können, Sehnen, Nerven und mehrere Blutgefäße wurden dauerhaft geschädigt.

Psychiatrisches Gutachten

Als letzte Zeugin kam am Freitag die Abteilungsleiterin des Gefängnisses in Weiterstadt zu Wort. Sie berichtete, der 22-jährige Häftling müsse gesondert untergebracht sein, teilweise in Einzelhaft, weil er sich mit den Häftlingen und den Beamten ständig tätliche Auseinandersetzungen oder Beschimpfungen liefere. Es gebe ein psychiatrisches Gutachten, das Hinweise auf eine Geisteskrankheit des Manns liefere. Der Prozess wird mit weiteren Zeugen am Donnerstag, 14. September, fortgesetzt.

Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse