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Gemaafest: Applaus für die neuen Owwedäler

Von Livemusik, selbst gebrautes Bier und die Daaf – das waren nur einige der Höhepunkte des Gemaafests in Offenthal. Auch die Pizza von Feuerwehrmann Enzo Pilato kam bestens an.
Die Mädchen-Mannschaft der Offenthaler Susgo wurde verdient in großer Runde auf dem Gemaafest ausgezeichnet. Bilder > Die Mädchen-Mannschaft der Offenthaler Susgo wurde verdient in großer Runde auf dem Gemaafest ausgezeichnet.

Entspannte Feieratmosphäre rund um die Offenthaler Kirche: Drei Tage lang feierten die „Owwedäler“ ihr beliebtes Gemaafest im Kirchgarten und in den Höfen der umliegenden Häuser. „Es ist einfach eine tolle Sache, dass wir nach der 1150-Jahr-Feier, bei der unser Fest entstand, die Idee am Leben gehalten haben“, sagte Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD).

Eine kleine Anmerkung hatte er dann noch: Das anlässlich der 40 Jahre Dreieich auf der Bühne gehisste Wappen der fünf Dreieicher Stadtteile hing zunächst einmal verkehrt herum. „Der Sprendlinger Hirsch schaut in die falsche Richtung“, so der Rathauschef schmunzelnd. Das war letztlich aber gar kein Problem – denn sonst verliefen die Festtage mehr als richtig herum.

Besonders hinsichtlich der kulinarischen und kulturellen Ansprüche hatte die Arbeitsgemeinschaft der Offenthaler Vereine (AGO) alles richtig gemacht. Am Samstagabend hatten die Besucher reichlich Auswahl in Sachen Musik. Im Hof des Musikvereins rockte die Bachgassen Revival-Band, im wunderschön mit vielen Lampions und Zelten gestalteten Garten von Familie Nepp beim Kulturverein brachte eine Jam-Session beste Stimmung, und im Kirchgarten gab es Rock- und Pop Cover mit Black ’n’ Blue.

Köstliche Baumstrietzel

Eine besondere Überraschung hatte sich der Obst- und Gartenbauverein einfallen lassen. Bei den engagierten Mitgliedern hinter der großen Theke vor der Kirche gab es wieder die köstlich süßen Baumstrietzel, dafür ist der OGV schon bekannt. Aber die Mitglieder sind jetzt auch unter die Bierbrauer gegangen und präsentierten erstmals den „Owwedäler Strauchdieb“ – ein Craft Beer, einmal als Pils und einmal als Rauchbier mit fruchtiger Note.

„Wir wissen jetzt auch, warum es Brau-Tag heißt“, sagte OGV-Vorsitzender Matthias Würz lachend. Die fleißigen Bierbrauer haben sich nämlich knapp verschätzt, wie lange es dauert, bis der leckere Gerstensaft in die Flasche abgefüllt werden kann. Viele, viele Arbeitsgänge erfordert es, bis letztlich der Aroma-Hopfen in den Braukessel kommt. Rund 170 Flaschen Bier mit lustigem Logo hat das OGV-Team in den Verkauf gebracht – und bevor der Samstagabend so richtig begann, war schon alles ausverkauft. „Es war sensationell viel Arbeit, aber es hat echt lecker geschmeckt. Wir machen das wieder“, kündigte Würz an. Für den Rest des Abends gab es dann eben nur noch die selbst entworfenen Ebbelwoi-Cocktails zu trinken, die ebenfalls sehr viele Fans hatten.

Vom Makel befreit

Lange Schlangen auch bei der Feuerwehr. Mit Enzo Pilato haben die Lebensretter einen Italiener in der Einsatzabteilung. Der kann glücklicherweise auch Pizza backen, und seine Familie hat richtige Holzöfen im Besitz, die drei Tage auf dem Fest glühten. „Das mit dem Pizzabacken ist allerdings nur unser Hobby. Das kam aber extrem gut an. Wir hatten 60 Kilo Teig vorbereitet und haben jetzt für den Sonntag noch mal 25 Kilo nachgeordert“, berichtete der Feuerwehrmann.

Zum Gemaafest gehört natürlich auch die Daaf. Denn eigentlich strebt ja jeder, der in dem Dreieicher Ortsteil lebt, danach, „en eschde Owwedäler“ zu sein. Wer mindestens zehn Jahre in Offenthal wohnt, dem kann geholfen werden. Sabrina und Alex Luft, Stefanie und Steffen Schmidt, Bettina Burkhardt, Melanie Baumgärtner, Sabrina Fröhls und Steffi Schaller wurden am Sonntag vom „Makel des „Oigeplackten“ befreit und von Täufer Holger Beck zum „Owwedäler“ befördert.

Sonst gehörte die Bühne den Vereinen. Es gab Tanzaufführungen der Jazztanzgruppe und der Squaredance-Gruppe, die Susgo ehrte ihre Mädchen-Fußballmannschaft, die neben dem Meistertitel auch den Pokal nach Offenthal holten, und beim Kulturverein gab es eine große Kunstausstellung.

Pfarrer Markus Losch hatte bei der Eröffnung am Samstagnachmittag die richtigen Worte für das Gemaafest gefunden: „Es ist ein Segen für diesen Ort, dass wir uns als Gemeinschaft hier erleben dürfen.“

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