Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
1 Kommentar

Arbeitsgruppe: Bahnhof in Walldorf soll barrierefrei werden

Seltene Einigkeit herrschte am Dienstagabend im Bauausschuss. Ein Grund hierfür war das Thema Barrierefreiheit an den Bahnhöfen. Als es um die Flugroute „Amtix-kurz“ ging, wurde die Debatte lebhafter.
Wenn das Wetter schön ist, kann hier auf dem Bahnhofsvorplatz in Walldorf ein Kaffee getrunken werden. Foto: leo F. Postl Wenn das Wetter schön ist, kann hier auf dem Bahnhofsvorplatz in Walldorf ein Kaffee getrunken werden.
Mörfelden-Walldorf. 

Im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss finden häufig lange und kontroverse Diskussionen statt. In der jüngsten Sitzung war das jedoch anders. Nach einer knappen Stunde gab der Fachausschuss der kommenden Stadtverordnetenversammlung am 17. April zahlreiche einstimmige Beschlussempfehlungen mit. So befürwortet der Ausschuss einstimmig die Einberufung einer Arbeitsgruppe „Barrierefreie Bahnhöfe“. Alle sechs Fraktionen hatten hierzu einen gemeinsamen Antrag gestellt, was eine Seltenheit ist. Daher gab es hier auch keinen Diskussionsbedarf.

Die parteiübergreifende Arbeitsgruppe soll sich sowohl mit dem Bahnhof Walldorf befassen, der nach wie vor nicht barrierefrei zu erreichen ist, wenn ein Fahrgast von Walldorf nach Frankfurt fahren möchte. Doch auch der Bahnhof Mörfelden wird einbezogen, der zwar grundsätzlich barrierefrei ist, aber nur, wenn der Fahrstuhl am Bahnhof, der schon häufiger außer Betrieb war, nicht defekt ist.

Umweltschutzpreis

Weitere einstimmige Beschlussempfehlungen für die kommende Stadtverordnetenversammlung fasste der Ausschuss bei der dritten Satzung zur Änderung zur Entwässerungssatzung sowie zur Instandsetzung des Trinkwasserbehälters des Wasserwerks Walldorf. Ebenfalls geringen Diskussionsbedarf gab es bei den Vorlagen zum Umweltschutzpreis 2018 und einem Sachbericht zu Hubschrauberüberflügen über die Doppelstadt. Beide Vorlagen wurden jeweils den Stadtverordneten zur Kenntnisnahme vorgelegt. Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) berichtete kurz über die Zielgruppen des mit 2000 Euro dotierten Umweltschutzpreises 2018. Dieser richtet sich an innovative Unternehmen und Selbstständige aus Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistung mit Standort in Mörfelden-Walldorf. Außergewöhnliche Leistungen im Bereich des betrieblichen Umweltschutzes, vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen, sollen gewürdigt werden. Auch bereits bestehende Projekte, die bis zum Jahr 2016 zurückreichen, können hierbei eingereicht werden. Neben eigenen Bewerbungen von Firmen ist es auch möglich, Vorschläge von Dritten für umweltorientierte Unternehmen einzureichen.

Zum Sachbericht der Hubschrauberüberflüge über der Doppelstadt, der auf einen Berichtsantrag der Grünen-Fraktion zurückgeht, hatte Andrea Winkler, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, einige Nachfragen. Aus dem Bericht ging hervor, dass die Stadt keine rechtliche Handhabe sieht, die Überflüge zu unterbinden. Nur wenige Hubschrauber, die die Doppelstadt überfliegen, kommen laut Bericht vom Frankfurter Flughafen. Die meisten Hubschrauber über Mörfelden-Walldorf würden vom Flughafen Egelsbach aus starten, viele davon seien Polizeihubschrauber.

Es dauerte bis zum Tagesordnungspunkt 8, bevor eine lebhafte Diskussion zustande kam. Die Grünen hatten einen Antrag gestellt, dass sich die Stadtverordnetenversammlung gegen die neue geplante Flugroute „Amtix-kurz“ aussprechen soll. Winkler begründete hierbei die Position der Grünen: „Es kann nicht sein, dass die Menschen die besonders von Fluglärm belastet sind, noch stärker belastet werden“. Während die Grünen eine Verschlechterung für Mörfelden-Walldorf durch die neue Flugroute befürchten, beurteilt Bürgermeister Becker das anders: „Ich sehe für Mörfelden-Walldorf keine Verschlechterungen, eher sind leichte Verbesserungen zu erwarten.“

Nachteile befürchtet

Derzeit ist die neue Flugroute ohnehin „auf Eis“ gelegt. Das liegt vor allem am Widerstand von diversen Kommunen, die durch „Amtix-kurz“ massive Nachteile befürchten. Die Grünen erhielten für ihren Antrag nur die Unterstützung der DKP/Linke Liste (LL), die CDU enthielt sich. SPD, Freie Wähler und FDP lehnten den Antrag mit ihrer Mehrheit ab. Gegen Ende der Sitzung wurden aus verschiedenen Fraktionen noch zahlreiche schriftliche und mündliche Anfragen zu diversen Themen gestellt. Bürgermeister Becker antwortete direkt oder kündigte schriftliche Antworten an. Der Bürgermeister selbst machte noch einige Mitteilungen, unter anderem, dass er in dieser Woche vom Innenausschuss des Hessischen Landtags zum Thema Straßenbeitragssatzung gehört wird. Hierbei wird Becker die Position der Stadtverordnetenversammlung von Mörfelden-Walldorf vertreten, den Kommunen wieder die Handlungsfreiheit zu geben, ob sie eine solche Satzung einführen beziehungsweise behalten wollen oder nicht.

Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse