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Im Alten Ort bereitet die Baustelle Probleme: Bauaufsicht stoppt Arbeiten am „Grünen Baum“

Von Warum wird auf der Baustelle am „Grünen Baum“ schon wieder nicht gearbeitet? Erst vor kurzem stockten die Arbeiten aufgrund des Altstadtfestes. Diesmal ist jedoch ein offizieller Stopp der Bauaufsicht schuld. Doch nicht nur das ärgert die Anwohner. In der Stadtverordnetenversammlung geht die SPD ins Detail.
Es gibt einiges zu tun, bevor der Alte Ort das Kleinod ist, das sich die Anwohner wünschen. Das Sorgenkind ist dabei die alte Gaststätte. Foto: (Dominik Rinkart) Es gibt einiges zu tun, bevor der Alte Ort das Kleinod ist, das sich die Anwohner wünschen. Das Sorgenkind ist dabei die alte Gaststätte.
Neu-Isenburg. 

Auf den ersten Blick sieht er prächtig aus, der Alte Ort in Neu-Isenburg. Romantisches Fachwerk säumt die mit Kopfstein gepflasterten Straßen. In großen Blumenkübeln blühen bunte Pflanzen und verzieren die pittoresken Gassen mit ihren urigen Geschäften im Spalier der Bäume und Laternen. Parkbänke laden auf dem Marktplatz zum Verweilen ein.

Doch bei genauerem Hinsehen trügt die Idylle. Vor allem die große Baustelle rund um die ehemalige Gastwirtschaft „Zum Grünen Baum“ bereitet Sorgen. Wie Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) mitteilte, habe die Bauaufsicht des Kreises Offenbach die Bauarbeiten bereits am 5. Juli gestoppt. Zuvor hatten Mitarbeiter des Dienstleistungsbetriebs Dreieich und Neu-Isenburg (DLB) festgestellt, dass die Baugrube nicht ausreichend abgesichert war. Nur einen Tag später folgte der Baustopp durch die Bauaufsicht.

Probleme verschwiegen

Diese stellte fest, dass zunächst ein Verbau zur Sicherung der Baustelle eingesetzt werden müsse, damit die Baugrube ordentlich abgesichert ist. Auch ein Bauschild, das die Baugenehmigung zeigt, sei noch nicht angebracht. Ebenso müsse der Bordstein in der Hirtengasse gesichert werden.

83 Parkplätze gibt es im Alten Ort, das reicht nicht jedem: Immer wieder stören sich die Anwohner an Falschparkern. Bild-Zoom Foto: (Dominik Rinkart)
83 Parkplätze gibt es im Alten Ort, das reicht nicht jedem: Immer wieder stören sich die Anwohner an Falschparkern.

Zu den Absenkungen am Bürgersteig sei es bei der Ausfachung der Baugrube gekommen, zitierte der Bürgermeister aus einer Stellungnahme des Investors Sasa Gnjatovic. Demnach seien die Probleme inzwischen behoben und notwendige Sicherungsträger bereits angebracht. Am Dienstag erwartet der Bauleiter die Bauaufsicht zu einem Ortstermin, damit diese sich davon überzeugen kann und die Bauarbeiten fortgesetzt werden können. Auf FNP-Nachfrage äußert sich die Bauaufsicht schon jetzt zufrieden und betont, alles sei in Ordnung und es habe nie eine Gefahr bestanden. Bei dem Baustopp handele es sich lediglich um eine Formalie.

Statt zu schützen, verletzen die Gitter die Kugelrobinien. Bild-Zoom Foto: (Dominik Rinkart)
Statt zu schützen, verletzen die Gitter die Kugelrobinien.

Investor Gnjatovic äußerte sich einen Tag zuvor auf FNP-Nachfrage zum aktuellen Stand der Dinge auf der Baustelle ähnlich entspannt und verschwieg den Baustopp gleich ganz: „Nach meiner Kenntnis gibt es keine Beschwerden“, verkündete er. So seien die Abbruchmaßnahmen vollzogen und die Tiefbauarbeiten in vollem Gange. Auch einer geplanten Fertigstellung bis Ende nächsten Jahres stünde nichts im Wege: „Das ist problemlos, bis dahin ist alles erledigt“, erklärte der Investor voller Optimismus.

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Kommentar

Was passiert dort vor meiner Haustür? Mit Argwohn betrachten die Anwohner der Baustelle „Zum Grünen Baum“ die Entwicklungen auf dem Grundstück der ehemaligen Gaststätte.

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Doch nicht nur die Bauarbeiten rund um die Gaststätte bekümmern die Bewohner des Alten Orts. So setzte sich kürzlich die SPD-Fraktion in einer Ausführlichen Anfrage an den Magistrat mit dem Alten Ort auseinander. Unter anderem stellen die Sozialdemokraten die Frage, wann die verbogenen Baumschutzgitter ausgetauscht werden. Diese sind an vielen Stellen so sehr verbogen, dass sie die Bäume verletzen. Laut Magistrat sei eine Reparatur der Gitter jedoch nicht mehr möglich und wirtschaftlich nicht vertretbar. Im Zuge eines möglichen Austausches der Gitter sollen jedoch neue Baumstandorte geschaffen werden. Die Kosten hierfür betragen laut Magistrat 3000 Euro pro Baum und sind nicht im Haushaltsplan enthalten.

Illegaler Müll und Ratten

Ein weiteres Thema, das die SPD in ihrer Anfrage anspricht, ist die illegale Hausmüllentsorgung in den öffentlichen Abfallbehältern auf dem Marktplatz. Der DLB kann dies bestätigen, muss jedoch ernüchtert feststellen, dass gegen die Verursacher nicht vorgegangen werden kann, da es weder konkrete Hinweise noch Zeugen gebe. Ebenso bestätigt der Magistrat, dass es in der Pfarrgasse vor Kurzem einen Rattenbefall gab, welcher inzwischen jedoch überwunden sei. Die Kanalisation der Altstadt hat der DLB diesbezüglich mit Ködern ausgelegt.

Baustopp! Kleinere Mängel an der Baugrube lassen die Arbeiten noch bis mindestens Dienstag ruhen. Bild-Zoom Foto: (Dominik Rinkart)
Baustopp! Kleinere Mängel an der Baugrube lassen die Arbeiten noch bis mindestens Dienstag ruhen.

Die SPD betont, dem historischen Ort müsse in der Gestaltungssatzung ein besonderer Wert zugemessen werden und moniert zahlreiche Details. So seien viele Poller und Blumenkübel beschädigt, ebenso sei Falschparken im Ortskern weiterhin ein Problem, das die Anwohner störe.

„Der Alte Ort muss aufgewertet werden“, betont auch Hunkel. Dafür habe sich die Stadt beim Förderprogramm Stadtumbau des Landes Hessen beworben. „Wenn wir vorher etwas investieren, bekommen wir natürlich keine Zuschüsse mehr“, erklärte Hunkel das lange Warten. Auch die Straßenbeleuchtung soll dann auf moderne LEDs umgerüstet werden.

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