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Neu-Isenburg: Baulärm verärgert Anwohner im Alten Ort

Von Seit zwei Jahren müssen die Anwohner im Alten Ort mit Bauarbeiten, dem Lärm und der Verschmutzung leben. Aber auch andere Dinge beunruhigen Marzina Zelder und Kim Herschmann.
Die Baustelle des Investors aus Dietzenbach ist noch in der Anfangsphase – hier hatte sich laut Anwohner Grundwasser in die Baugrube hochgedrückt. Bilder > Die Baustelle des Investors aus Dietzenbach ist noch in der Anfangsphase – hier hatte sich laut Anwohner Grundwasser in die Baugrube hochgedrückt.
Neu-Isenburg. 

Es ist eine „Operation am offenen Herzen“: Die Baustelle im Alten Ort zwischen Hirtengasse und Nollegässchen muss sich sicher besonderen Herausforderungen stellen. Die Bebauung rund um den Marktplatz ist ohnehin eng, Parkplätze gibt es so gut wie keine und das Nollegässchen ist nicht mehr befahrbar. Zu eng sind die beiden Baustellen am „Grünen Baum“ und am gegenüberliegenden, seit dem Krieg freien Grundstück, Am Marktplatz 3. Hier rollen seit April 2017 die Bagger und die BGV GmbH, eine Investorengesellschaft aus Eschborn, saniert die Traditionsgaststätte im Ortskern und lässt neuen Wohnraum entstehen.

Die Nachbarn haben aber langsam genug. „Wir haben seit fast zwei Jahren Baulärm, Schmutz und Ärger hier“, sagt Kim Herschmann, Anwohnerin im Nollegässchen. Sie und ihre Nachbarin Martina Zelder haben sich mit Bürgermeister Herbert Hunkel, dem Bauherrenvertreter Sasa Gnjatovic und Desiree Ultsch und Monika Berelson vom Stadtplanungsamt getroffen, um die angestauten Probleme zu besprechen.

Verstopfte Regenrinnen

„Das Samstagsmorgens um 7 Uhr die Lastwagen fiepend rückwärtsfahren, ist ja das eine“, erläutert Kim Herschmann. Das seien wohl Belastungen, mit denen sie leben müssten. „Aber es gibt auch Probleme, die uns Sorgen bereiten“, so die junge Frau. Dies sei zum Beispiel die mit Furchen übersäte Straßendecke des alten Kopfsteinpflasters im Nollegässchen. Zum Teil haben sich die Steine schon weit voneinander weg geneigt. „Diese Gasse ist nicht für so viel schweres Baugerät gebaut worden“, so Herschmann.

Problem Nummer zwei sind die von Baudreck und Sand komplett verstopften Regenrinnen. Jetzt hat es in den Sommermonaten ja kaum geregnet, aber bei den ersten Regenfällen der vergangenen Wochen stand das Wasser sofort auf der Straße. „Ich habe ehrlich gesagt Angst, dass mir der Keller vollläuft“, sagt Martina Zelder. Das habe auch noch einen weiteren Grund, denn während die beiden Baulücken von Sasa Gnjatoviv schon im Rohbau hochgewachsen sind, ist das dritte Projekt von Bauherr Rafet Solak, Eigentümer der „Solution Plus Projektentwickler GmbH“ aus Dietzenbach, mit weiteren Eigentumswohnungen derzeit eine vier Meter tiefe Baugrube.

„Das war zeitweise ein richtiger Swimmingpool, aus dem von unten Massen an Grundwasser hochdrückte“, so Zelder. Dieses Problem sei inzwischen behoben, weil das Wasser permanent abgepumpt werde. Bei allen drei Baustellen bemängeln die Anwohnerinnen, dass die Bauzäune oftmals nicht geschlossen sind und so eine Gefahrenstelle, insbesondere für Kinder, drohe. Beunruhigt sind sie auch aufgrund des sehr schmalen Nollegässchens. „Man kann kaum glauben, dass hier noch mal ein Auto durchfahren soll“, so die Nachbarinnen.

Schäden auf der Fahrbahn

Herbert Hunkel nimmt die Sorgen und Ärgernisse der Isenburger ernst. „Ich bin immer froh, wenn Probleme angesprochen werden und wir wollen es auch schnellstmöglich klären“, sagt der Rathauschef. So hatte er seine Mitarbeiterinnen aus dem Stadtplanungsamt und Gnjatovic kurzentschlossen zu einem Termin ins Nollegässchen gebeten. Der Bauherr versprach, vermehrt auf geschlossene Bauzäune zu achten. Er versicherte auch, dass keines seiner beiden Baustellen über die Grundstücksgrenze hinweg bebaut wurde. Autofahren durchs Nollegässchen bleibt also auch in Zukunft möglich. Was tatsächlich eine Schwierigkeit sei, sind die doch deutlichen Bauschäden auf der Fahrbahn. „Wir werden das Nollegässchen nach dem Abschluss der Bauarbeiten sanieren müssen“, kündigte Sasa Gnjatovic an. Schäden könnten bei Bauarbeiten entstehen und sein Unternehmen werde sie beheben. Auch um die verstopften Regenablaufgitter werde er sich schnellstmöglich kümmern.

Diese beiden Aussagen beruhigen Kim Herschmann und Martina Zelder ein wenig. Die Unannehmlichkeiten durch die Baustelle bleibe dennoch hoch. „Klar ist das hier eng. Wir wissen auch um die Belastung der Anwohner. Das ist bei jeder Baustelle so und hier in der Altstadtbebauung besonders“, sagt Gnjatovic, „aber wir sind ja schon fast auf der Zielgeraden.“ Für den „Grünen Baum“ ist der Übergabetermin der 1. Juni 2019. Die Eigentumswohnungen auf der gegenüberliegenden Seite sollen zum 1. September 2019 an ihre neuen Besitzer übergeben werden. Wer Pächter des „Grünen Baums“ wird, wollte Sasa Gnjatovic noch immer nicht verraten. „Wir sind uns sicher, dass wir die Traditionsgaststätte in sehr erfahrene Hände geben. Alles andere muss der Pächter selbst verraten.“

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