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Besuch bei Polizeifliegerstaffel Egelsbach: Bei Gefahr geht es ab in die Luft

Von Die Polizeifliegerstaffel ist nicht nur beim Objekt-, Gewässer- und Naturschutz gefragt, sondern auch bei Fahndungen, Unfällen oder Rettungseinsätzen. Technisch ist sie gut ausgerüstet.
Die Landtagsabgeordneten begutachteten den BC 145, l. Jürgen Sieling und der Leiter der Polizeiflugstaffel Franz Thiemeyer, r. Jens Zimmermann. Bilder > Die Landtagsabgeordneten begutachteten den BC 145, l. Jürgen Sieling und der Leiter der Polizeiflugstaffel Franz Thiemeyer, r. Jens Zimmermann.
Egelsbach. 

Immer wenn ein Hubschrauber der Polizeifliegerstaffel vom Flugplatz Egelsbach startet, wird es laut. „Die können sich ja alles erlauben“, ist mitunter aus der Bevölkerung zu hören. Der Polizeihubschrauberstaffel wird sogar ein „elitäres Verhalten“ unterstellt. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus, darüber wollte sich der für den Westkreis Offenbach zuständige SPD-Landtagsabgeordnete Corrado Di Benedetto überzeugen. Zu seiner Stippvisite bei der Polizeifliegerstaffel in Egelsbach brachte er Nancy Faeser, ebenfalls SPD-Landtagsabgeordnete, und Jens Zimmermann mit, der für die Sozialdemokraten im Bundestag sitzt.

Franz Thiemeyer, Leiter der Polizeifliegerstaffel Egelsbach, begrüßte die Gäste, die von Bürgermeister Jürgen Sieling und weiteren Genossen begleitet wurden. Thiemeyer stellte die technische Ausrüstung, die Aufgaben und die personelle Situation vor. „Wir haben viele Routineaufgaben wie Objekt-, Gewässer- und Naturschutz“, erläuterte er. Ferner werde die Fliegerstaffel aber auch zu Sondereinsätzen wie Fahndungen, Luftbildaufnahmen, Dokumentation von Unfällen, Überwachung von Demonstrationen sowie zu Transporten und Rettungseinsätzen angefordert. Hauptarbeitsgerät ist der Eurocopter BC 145.

So leise wie möglich

„Wir versuchen, uns so leise wie möglich zu verhalten. Wenn nach 22 Uhr noch ein Hubschrauber rausgeht, dann sind Leib und Leben in Gefahr“, betonte Thiemeyer. Selbst dann werde versucht, möglichst lange über unbewohntem Gebiet zu fliegen. Um auf alle Anforderungen oder unvorhergesehene Probleme mit dem Hubschrauber reagieren zu können, würden die meisten Situationen im Simulator des ADAC geübt.

Als eine der wenigen Polizeifliegerstaffeln verfügen die Egelsbacher auch über ein Aufklärungsflugzeug des Typs VulcanAir P68 Observer. „Dieses Ding ist ziemlich leise und wird von unten aus nicht gleich als Polizeiflugzeug wahrgenommen“, erklärte der Leiter der Staffel die Vorteile. Zudem sei eine Flugstunde mit der P68 wesentlich billiger als eine mit dem Hubschrauber. „Beide haben ihre Vorteile, der Hubschrauber ist freilich universeller“, so Thiemeyer. Bald stehe allerdings eine Erneuerung der Hubschrauber an – einer kostet rund zwölf Millionen Euro.

Etwas problematisch ist derzeit die personelle Situation. „Wir sind unter dem Dach der Bereitschaftspolizei angesiedelt und haben keinen eigenen Stellenkegel“, verwies Thiemeyer auf einen Beförderungsstau. „Es ist sicher teurer, einen jungen Mann zum Hubschrauberpiloten auszubilden, der dann zur Bundespolizei geht, als die Besoldung anzupassen“, gab er zu bedenken. Ähnlich sehe es mit dem Personal für die Bedienung der Überwachungssysteme an Bord aus.

Thema „Drohnen“

Zur Sprache kam auch das Thema „Drohnen“, deren Einsatz Thiemeyer in bestimmten Situationen für vorteilhaft hält. „Aber da verweigert sich noch die Politik.“ Das will Jens Zimmermann im Bundestag thematisieren. Nancy Faeser ging auf die Besoldung und Personalausstattung ein. „Die Bundesregierung hat gerade auf eine angespannte Sicherheitslage verwiesen und die Länder aufgefordert, nachzurüsten. Unsere Landesregierung hat da in den vergangenen Jahren nicht viel getan“, so Faeser. Corrado Di Benedetto will die Arbeitsbedingungen verbessert sehen und hier für eine Verbesserung sorgen.

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