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Rundgang in Neu-Isenburg: Bei der Bürgerbegehung für den Stadtumbau werden viele Wünsche geäußert

Von Der Wiederaufbau des Alten Rathauses sorgt für Kontroversen, zur Frankfurter Straße gibt es zig Ideen, in der Fußgängerzone in der Bahnhofstraße kommt man kaum voran vor lauter Wünschen. Wofür die 20 Millionen Euro lockergemacht werden, steht längst nicht fest.
Bürgerbegehung mit Michaela Klos (2.v.li., Projektleiterin), hier in der Fußgängerzone der Bahnhofstraße. Foto: Leo F. Postl Bürgerbegehung mit Michaela Klos (2.v.li., Projektleiterin), hier in der Fußgängerzone der Bahnhofstraße.
Neu-Isenburg. 

Die Zeit drängt, der eng getaktete Plan für den Stadtumbau unter dem Titel „Vom alten Ort zur neuen Welt“ sah nach der Theorie jetzt die Praxis vor. Wie bekannt, haben sich drei Schwerpunkte herausgebildet, die von jeweiligen Arbeitsgruppen beackert werden. Am Ende soll daraus das „Isek“, also das große Heft mit den vielen Wünschen für den mit rund 20 Millionen Euro veranschlagten Stadtumbau werden.

Um den Zeitplan einhalten zu können – das Isek muss noch in diesem Jahr erstellt werden, um die ersten Zuschüsse zu erhalten – geht es nun Schlag auf Schlag. Am Samstag stand die Begehung des im Stadtumbau ausgewiesenen Bereichs auf der Tagesordnung. Aufgrund der Größe, es reicht immerhin von der Stadtgrenze zu Frankfurt über den alten Ort und die Innenstadt bis zu noch neu entstehenden Stadtquartier Süd, wurden drei Gruppen gebildet.

Nostalgie und Enge

Nach dem Treffen im Plenarsaal des Rathauses schwärmten die Teilnehmer aus, jeweils begleitet von einem Vertreter der NH ProjektStadt sowie der Stadt Neu-Isenburg selbst. Michaela Klos, die für Neu-Isenburg zuständige Projektleiterin der NH ProjektStadt, ging mit der Gruppe „Innenstadt“ durch die Fußgängerzone der Bahnhofstraße und durch die Frankfurter Straße. Eine weitere Gruppe umrundete das neue Stadtquartier Süd, und die dritte Gruppe widmete sich dem alten Ort mit dem Marktplatz. Dort wurde nicht nur ein großes Modell des ehemaligen Rathauses hingeschleppt, sondern auch die Grenzen des Grundrisses auf den Kopfsteinplatz inmitten des Marktplatzes gezeichnet.

Das Modell des Alten Rathauses auf dem Marktplatz im alten Ort. Bild-Zoom Foto: Leo F. Postl
Das Modell des Alten Rathauses auf dem Marktplatz im alten Ort.

Der Wiederaufbau des alten Rathauses ist ein zentrales Thema, das kontrovers gesehen und auch diskutiert wird. Dies zeigte sich beim Treffen der Gruppe „alter Ort“, in der sowohl Befürworter als auch Gegner vertreten sind. „Das war ein kleines aber feines Gebäude, das einfach zur Historie von Neu-Isenburg gehört, und es sollte wieder dort aufgebaut werden, wo es einst stand“, begründet Klaus Reinhardt die Absicht der einen Seite. Die Gegner verweisen auf den ohnehin engen Platz, der durch den Wiederaufbau des alten Rathauses noch weiter eingeschränkt würde, zudem gebe es für dieses Minigebäude kaum eine sinnvolle Nutzung. Eine dritte Gruppe wünscht sich eine „grüne Frischluftoase“. Es besteht also noch beträchtlicher Klärungsbedarf wie der Marktplatz künftig aussehen soll.

Die große Toiletten-Frage

Wesentlich vielfältiger waren dagegen die Wünsche aus der kleinen Gruppe der Teilnehmer, die sich der „Stadtmitte“ verpflichtet sehen. So kam man schon in der Fußgängerzone der Bahnhofstraße nur langsam voran, zu vielfältig waren die Änderungswünsche. „Wir lassen allen freien Lauf, um ihre Wünsche los zu werden. Was sich dann konkret realisieren lassen wird, müssen wir nach der Auswertung sehen“, so Michaela Klos. Hier war die die öffentliche Toilette ein wichtiger Punkt. „Es gibt dort eine, aber die findet keiner, der sich hier nicht auskennt“, betonte Christa Arnold und zeigte auf ein Hinweisschild, welches in Richtung der Tagesmütterzentrale zeigt. Diese Toilette wird nur zu Marktzeiten geöffnet, und die Bewohner hätten zudem Bedenken wegen der fremden Menschen, die dann ins Haus kommen, berichtet Arnold.

Weitere Kritikpunkte waren fehlende Sitzgelegenheit, sowie eine Verbesserung – genauer gesagt: eine Vereinheitlichung – der Fassaden. Und natürlich die Frankfurter Straße. „Wieso kann man in dieses schönen Gebäude kein Café einrichten“, meinte eine Teilnehmerin zum Haus, in dem (noch) die Volksschule residiert. „Der Verkehr auf der Frankfurter Straße ist einfach zu ungeordnet und überhaupt zu viel“, so Werner Geiß. Mit einem Kreisverkehr an den „Verkehrsbeziehungen der Frankfurter Straße mit der Offenbacher Straße, der Kronengasse und der Lessingstraße könnte man nicht nur für eine Beruhigung, sondern auch für eine Verbesserung der jetzt mit vielen Gefahren behafteten Kreuzungs- und Querungsverbindungen schaffen“, so ein Vorschlag.

Die Gruppe „Stadtquartier Süd“ hatte nur ein besonderes Anliegen: eine direkte und sichere Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zur Innenstadt. Es wurde ein „Brückenschlag“ vorgesehen, doch auch gleich darauf verwiesen, dass für die Rampen auf beiden Seiten entsprechend Platz benötigt würde – dieser wäre nur auf der Südseite vorhanden.

Eine erste Erkenntnis: Man gebe jedem Teilnehmer so viel Geld, wie er für den Stadtumbau nach seinen Wünschen benötigt – und es kämen ebenso viele unterschiedliche „Stadtumbauergebnisse“ sowohl des alten Ortes als auch der Innenstadt dabei heraus. Aber die veranschlagten 20 Millionen Euro reichen gerade mal für eine einzige Variante – und diese gilt es zu finden.

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