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Sport- und Bildungscampus: „Bei der Lettkaut drängt die Zeit“

Von Die Entwicklung des vieldiskutierten Sport- und Bildungscampus an der Sprendlinger Lettkaut rückt wieder in den Fokus. Jetzt gibt es erste Ansichten.
So könnte das Areal an der Sprendlinger Lettkaut mit dem Sport- und Bildungspark aussehen. Die Kleingärtner würde einen neuen Platz auf einem städtischen Grundstück bekommen. So könnte das Areal an der Sprendlinger Lettkaut mit dem Sport- und Bildungspark aussehen. Die Kleingärtner würde einen neuen Platz auf einem städtischen Grundstück bekommen.
Dreieich. 

Hans Nolte hat sich mit einem Brief an die Dreieicher Stadtverordneten und den Magistrat gewandt. Dabei veröffentlichte der Dreieicher Unternehmer erste Ansichten für das lange umstrittene Projekt.

Der Plan sieht entlang der Darmstädter Straße, an der ehemaligen B 3, neben der Schule für rund 800 Jungen und Mädchen eine Mensa, eine Aula, eine Turnhalle, ein Schwimmbad, einen Generationengarten und ein Internatsgebäude vor. An das Vereinsgelände des SC Hessen angeschlossen könnten eine Sporthalle, zwei Fußballplätze und der Bau der eigentlichen Sportakademie entstehen.

Für die Gärten an der Darmstädter Straße gibt es ein neues Areal an den künftigen Fußballplätzen. Auf dem etwa ein Hektar großen Grundstück im Besitz der Stadt könnten alle derzeit 30 auf dem Kleingärtnergrundstück genehmigten Parzellen untergebracht werden, einschließlich eines großzügig bemessenen Vereinsheimes. Das schreibt Hans Nolte an die Stadtverordneten. Die anderen Vereine, Tauben-, Vogel- und Geflügelzüchter, sind nicht betroffen.

Hinter diesen Absichten stehen für den Unternehmer aber noch einige Fragezeichen: „Sowohl die Fußballakademie als auch die Kleingarten-Ersatzfläche liegen in einem als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Bereich, für den seitens der Stadt ein Teilentlassungsverfahren angestrengt werden müsste“, schreibt Nolte. Er erinnert auch an ein von Hans Strothoff gegebenes Versprechen. „Die Zusage von Hans Strothoff aus dem vergangenen September lautet, dass niemand vertrieben wird. Es geht dabei um die – zwischen den tatsächlich Beteiligten, nämlich der Stadt und ihrem Pächter – zu vereinbarenden Fragen bezüglich Zeitpunkt, Art und Weise und Ersatzmaßnahmen in Folge einer Kündigung. Das bedeutet, dass im Falle des Scheiterns oder unabsehbarer Verzögerungen der Verhandlungen das Projekt eines Bildungs- und Sportcampus in der Lettkaut nicht verwirklicht werden kann.“

Engagement für Wohnort

Die Zeit werde wegen „äußerer Terminzwänge“ zu einem Thema, meint Nolte. Der Mietvertrag der Internationalen Schule am Haus des Lebenslangen Lernens läuft aus, und die Dreieich Sportstätten Betriebs- & Marketing GmbH hat eine Vereinbarung mit Eintracht Frankfurt. Nolte fürchtet, dass die Überlegungen sich von selbst erledigen. Er wirbt noch einmal für das Projekt: Die Internationale Schule platze aus allen Nähten und solle für Dreieich erhalten bleiben.

Sein Ziel sei es, den Sportpark als Heimspielstätte des SC Hessen Dreieich und für andere sportliche und soziale Aktivitäten dauerhaft und für die Kommune kostenneutral zu erhalten und dafür eine von der Frankfurter Eintracht geplante internationale Fußballakademie nach Dreieich zu holen. „Beide Vorhaben werden von Herrn Strothoff und mir zuvorderst als Engagement für unseren Wohnort und Hauptsitz unserer Firmen, nicht als von eigenen Renditeerwartungen getriebene Projekte, betrachtet. Wir glauben, dass wir mit ihnen etwas Positives für Dreieich bewirken können“, schreibt der Unternehmer. Es sei für ihn selbstverständlich, dass eine offene und reflektierende Gesellschaft dem „geschenkten Gaul ins Maul“ schaue und gegebenenfalls auch Mäzenen mit einem „Nein danke“ begegne.

Populistische Hetze

„Über die Art und Weise, wie die Diskussion in den vergangenen Monaten geführt wurde, darf man angesichts des politischen Klimas in unserem Lande nicht verwundert sein. Wir sind trotzdem traurig, dass die populistische, nicht differenzierende Hetze auch unsere Nachbarschaft erreicht hat. Fatal wäre es, wenn ein großes Bauvorhaben, das als Gewinn für die Gemeinschaft gedacht ist, als ungewollt und aufgezwungen empfunden würde und mit dem Stigma eines „Plattmacherprojektes“ behaftet wäre“, erläutert Nolte.

Strothoff und er verstünden sich nicht als Investoren, die als „Bauwerber“ um städtische Grundstücke und die Zustimmung der Kommune zu einem Bauvorhaben im Wettbewerb stehen. „Deshalb sehen wir uns auch nicht in einer Bringschuld hinsichtlich der Beplanung eines in einem künftigen Bebauungsplan auszuweisenden Gesamtgebietes. Vielmehr warteten wir bislang unsererseits auf Aussagen dazu, wo konkret, wann, in welcher Größe und zu welchen Konditionen der von der Stadtverordnetenversammlung zur Aufstellung beauftragte Bebauungsplan Baugrund für die Vorhaben des Neubaus der Internationalen Schule und der Errichtung einer internationalen Fußballakademie vorsähe.“

Die beiden Unternehmer wenden sich mit einer Bitte an die Politik: Sie wünschen sich kurzfristig ein Kaufangebot für in Frage kommende Grundstücke und eine tatsächliche Handhabe für eine detaillierte Planung. „Hierbei erwarten wir keinen Schnäppchenpreis, sondern wissen, dass der Quadratmeterpreis die Aufwendungen der Stadt für Umsiedlungs- und Ersatzmaßnahmen, Räumungen, Verkehrserschließungen und Anbindungen an das städtische Versorgungsnetz widerspiegeln muss.“ Nolte signalisiert auch Gesprächsbereitschaft für die anstehenden Werkstattgespräche zu dem Thema.

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