E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Neu-Isenburg 14°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Prozess: Betreiber von Lottoannahmestelle wollte sich an Gewinn bereichern

Von Ein Geldbetrag in Höhe von 477 777 Euro hat den Betreiber einer Lottoannahmestelle schwach gemacht. Nun stand er in Darmstadt vor Gericht.
Andrang der Presse: Ein 65-jähriger Hanauer musste sich gestern vor dem Schöffengericht in Darmstadt verantworten, weil er versucht hat, in einer Lottoannahmestelle eine Gewinnerin zu betrügen. Andrang der Presse: Ein 65-jähriger Hanauer musste sich gestern vor dem Schöffengericht in Darmstadt verantworten, weil er versucht hat, in einer Lottoannahmestelle eine Gewinnerin zu betrügen.
Egelsbach. 

Die 44-jährige Frau aus Egelsbach konnte ihr Glück kaum fassen. Sie hatte im Kurt-Schumacher-Ring in Egelsbach mit ihrer Glückszahl „18“ im Hessen-Lotto gewonnen. Doch wie viel sie kassieren würde, wusste sie nicht. Sie freute sich, als der Betreiber der Annahme sagte: „Sie kriegen 8000 Euro. Das ist ein Maxigewinn.“

Vor das Schöffengericht Darmstadt gebracht hat den 65-jährigen Betreiber der Lotto-Annahmestelle in Egelsbach, dass der Computer angezeigt hatte, dass die 44-Jährige den Jackpot geknackt hatte. Immer wieder blinkte auf seinem Computerbildschirm fett der Hinweis „Zentralgewinn“ auf. Was bedeutete, der 44-jährigen Egelsbacherin standen stolze 477 777 Euro Gewinn aus der Lottokasse zu.

Keiner Schuld bewusst

„Da wurde der 65-Jährige schwach“, befand der Direktor des Schöffengerichts Darmstadt in der Urteilsverkündigung. Markus Herrlein verurteilte den sich keiner Schuld bewussten Mann aus der Goldschmiedestadt zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung. Wegen Betrugs in einem besonders schweren Fall. Denn, befand der Richter mit seinen beiden Schöffen, der Angeklagte habe sich die Unwissenheit seiner Kundin und einige Kniffe in der Handhabung des staatlichen Lottospiels zunutze gemacht, um an das große Geld zu kommen.

Das wäre ihm, vermutete das Gericht, auch geglückt, wenn die 44-Jährige nicht zu Hause misstrauisch geworden wäre. Sie hatte weder ihren eingelesenen Gewinn-Lottoschein bekommen noch eine Quittung oder ein ähnliches Papier. „Ich habe mich sogar gefreut, dass ich einen Umschlag für das Geld bekommen habe“, sagte die Frau als Zeugin vor Gericht.

Am Samstagmorgen, nach einem Anruf in der Lottozentrale in Wiesbaden, verstärkte sich der Verdacht der Frau. Sie ging mit ihrem Misstrauen und den vorhandenen Unterlagen sowie den 8000 Euro zur Polizei. Die Beamten bekundeten als Zeugen: „Auch für uns ein Fall, der nicht alle Tage vorkommt“. Sie gingen mit der Frau zum Supermarkt in Egelsbach, wo die Lottoannahme beherbergt ist.

„Sofort“, bezeugte einer der Beamten, habe der Betreiber der Annahmestelle von einem „schlimmen Irrtum bei der Auszahlung“ gesprochen. Die Beamten beschlagnahmten den Schein, forderten den 65-Jährigen auf, mit auf die Wache zu kommen. Dort klärte sich der Sachverhalt dann.

Richter Markus Herrlein ärgerte besonders das Verhalten des Angeklagten. Mehrfach hatte er ihm angeboten, noch mehr Milde walten zu lassen, wenn er ein umfangreiches Geständnis ablege.

Kein Irrtum möglich

Doch der in Westfalen groß gewordene Mann blieb halsstarrig bei seinen Angaben. Auch noch, als der Lotto-Bezirksleiter aussagte, um einen tragischen Irrtum könne es sich bei dem Verhalten des Angeklagten nicht drehen. Bei Problemen wäre er rund um die Uhr erreichbar gewesen und die Hotline hätte zur Verfügung gestanden. Weshalb das Schöffengericht zu dem Schluss kam, der seit 15 Jahren im Geschäft bewanderte Lottostellenbetreiber habe die Chance nützen und sich bereichern wollen.

Einziger Lichtschein in diesem Gewusel: Die vor Gericht mit einem grau-weiß gemusterten Schal vermummte Frau sagte als Zeugin, sie habe ihr Geld bekommen. In voller Höhe.

Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen