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Großtauschtag in Neu-Isenburg: Briefmarkensammler sind eine ganz besondere Spezies

Von Gezackte Schätze begutachten Briefmarkensammler beim Großtauschtag. Doch die Zahl der Sammler nimmt ab.
Die Maxi-Karte, die der Langener Sammler Peter Schiller (rechts) in der Hand hält,  zeigt Benjamin Harrison aus den USA. Hinten steht Michael Schäfer, Vorsitzender des Briefmarkensammlervereins Neu-Isenburg, links sitzt Winfried Weil aus Frankfurt. Foto: Leo F. Postl Die Maxi-Karte, die der Langener Sammler Peter Schiller (rechts) in der Hand hält, zeigt Benjamin Harrison aus den USA. Hinten steht Michael Schäfer, Vorsitzender des Briefmarkensammlervereins Neu-Isenburg, links sitzt Winfried Weil aus Frankfurt.
Neu-Isenburg. 

Die Briefmarken-Großtauschtage des Briefmarkensammlervereins Neu-Isenburg strahlen weit über die Grenzen der Hugenottenstadt hinaus. Für etliche Philatelisten sind sie ein lohnende Börse, um Sammlungen zu vervollständigen oder noch fehlende Preziosen zu erwerben. Doch während die Briefmarken täglich immer mehr werden, leiden die Sammler selbst unter Nachwuchssorgen. Dieses Missverhältnis schlägt sich auch auf die Preise nieder. Davon konnten die Sammler, die am Sonntag zum Großtauschtag in das Haus der Vereine nach Neu-Isenburg kamen, sich überzeugen.

„Briefmarkensammeln kann nicht nur ein schönes Hobby sein, sondern ist auch eine sehr die Allgemeinbildung fördernde Beschäftigung“, betonte Michael Schäfer, Vorsitzender des gastgebenden Briefmarkensammlervereins Neu-Isenburg. Das Spektrum reiche von der Länder- und Weltkunde über geschichtliche Ereignisse bis hin zu Motivsammlungen, die etwa Schmetterlinge, Flugzeuge oder Kunst darstellen. Doch die Bildungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren verändert.

Feuer und Flamme

Dafür sind jene, deren Freizeitbeschäftigung schon in jungen Jahren das Sammeln von „gezackten Begehrlichkeiten“ war, immer noch Feuer und Flamme. Zu diesen gehört Peter Schiller aus Langen. „Mensch, was waren wir früher stolz, als wir unsere Briefmarkensammlung jemanden zeigen konnten“, schwärmt er. „Aber kaum jemand interessiert sich heute noch für Briefmarken aus früheren Zeiten, egal, wie wertvoll diese sind und entsprechend gehandelt werden“, sieht Schiller die Realität. Vermutlich nicht nur er handelt nach dem Motto „Hauptsache, ich habe meine Freude daran – was nach mir passiert, darüber denke ich besser nicht nach“.

Solche im Wert geteilten Briefmarken sind eine Rarität. Bild-Zoom Foto: Leo F. Postl
Solche im Wert geteilten Briefmarken sind eine Rarität.

Nicht ganz so auf dieser Linie ist Winfried Weil. Der Hamburger ist kürzlich nach Frankfurt gezogen und ein passionierter Briefmarkensammler. „Mein Opa hat mir einmal ein kleines Album mit ein paar schönen Briefmarken geschenkt, ich nahme es mit in die Schule und habe mit Gleichgesinnten Marken getauscht. Es war für alle ein begeisterndes Hobby“, beschreibt er seine Anfänge der Sammelleidenschaft. Erst im vergangenen Jahr hatte er über seinen Verein einer Schule ein Angebot gemacht, das Sammeln von Briefmarken in der Schule vorstellen zu dürfen. „Der Lehrer hat es uns erlaubt, aber von den Schülern kam keine Reaktion“, beschreibt Weil seine Erfahrung.

Winfried Weil kam zum Großtauschtag, weil er noch nie dort war und zudem sondieren wollte, ob er Marken verkaufen und „Lückenfüller“ finden kann. Ins Geschäft kommt er auf Basis des Michel-Kataloges. Diese Werte werden als Handelspreis von Sammlern akzeptiert, wenn auf Basis eines Naturalientausches gehandelt wird.

Reelle Marktpreise

„Etwaige Differenzen werden in bar ausgeglichen – dann kommt aber wieder der reelle Marktpreis zum Tragen“, erklärt Weil. Meist sei nur ein Bruchteil des Wertes zu erzielen. „Es gibt einfach zu wenig Sammler für zu viele Marken“, erklärt er. Nur mit Preziosen habe man gute Chance auf dem Markt. Auch das Internet sei inzwischen zu einem Haifischbecken für Briefmarkensammler geworden. „Man kann nie sicher sein, dass es auch die echte Ware ist, die man tatsächlich geliefert bekommt“, verweist Weil auf hochspezialisierte Fälschungsverfahren. „Was mit Geldscheinen geht, das geht auch mit Briefmarken“, sagt er. So bekam er sogar Angebote, „echte“ alte Poststempel zu erwerben, um weniger wertvolle „postfrische“ Marken abstempeln zu können. So reagiert nicht nur er anfangs ziemlich skeptisch, als er an einem Tisch „halbierte“ Briefmarken aus der Schweiz sieht – zu einem Expertisen-Preis von 15 000 Euro.

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