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„Leuchtturmprojekt“ mit Fragezeichen: Bürger machenihrem Ärger zur Zukunft des Lettkaut-Geländes Luft

Von Der Aufstellungsbeschluss für das Gelände an der Lettkaut wurde bei der Ausschusssitzung am Mittwoch noch nicht beschlossen. Dafür kamen die Bürger zu Wort und die machten ihrem Ärger Luft.
Günter Neukirch, Vorsitzender der Sprendlinger Kleingärtner (rechts), war mit etlichen Mitgliedern seines Vereins zur Ausschusssitzung gekommen. Er setzt auf ein Bürgerbegehren zur Rettung des Vereinsgeländes an der Lettkaut. Bilder > Günter Neukirch, Vorsitzender der Sprendlinger Kleingärtner (rechts), war mit etlichen Mitgliedern seines Vereins zur Ausschusssitzung gekommen. Er setzt auf ein Bürgerbegehren zur Rettung des Vereinsgeländes an der Lettkaut.
Dreieich. 

Das Interesse der Bürger an der gemeinsamen Ausschusssitzung war, wie erwartet, sehr groß, aber die rund 150 Besucher, die am Mittwochabend ins Sprendlinger Bürgerhaus gekommen waren, blieben ruhig. Die Gäste mussten sich in Geduld üben, denn bevor sie in der auf 45 Minuten limitierten Bürgerfragestunde zu Wort kommen durften, ergriffen die Befürworter des Bildungs- und Sportcampus in der Sprendlinger Lettkaut das Wort.

Da war die Rede von einem Imagegewinn, einem Leuchtturmprojekt und einem Solitär für Dreieich. Hans Strothoff, Gründer der Strothoff International School, stellte klar, dass die 17 Hektar an der Lettkaut keinesfalls zur Realisierung der Internationalen Fußballakademie und für den Umzug seiner Schule komplett gebraucht werden. „Ich werde keinen Kleingärtner von seinem Grundstück vertreiben – darauf gebe ich ihnen mein Wort“, versprach er.

Kein Denkmal setzen

Ein leicht ironisches Raunen ging durch die Reihen, als der Unternehmer betonte, dass weder er noch Hans Nolte es nötig habe, sich ein Denkmal zu setzen. Vielmehr gehe es ihnen beiden darum, Synergieefekte ökonomisch und ökologisch sinnvoll am Standort des Sportparks des SC Hessen für die Fußballakademie und die Schule zu nutzen. Er nannte dann auch ein paar neue Details. Die Fußballakademie solle 150 junge Menschen aufnehmen und seine Schule soll auf 1000 Schüler wachsen. „Dabei kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wir auch einen dringend benötigten zusätzlichen städtischen Kindergarten auf dem Areal integrieren können“, so Strothoff. Auf rund 25 000 bis 30 000 Quadratmeter bezifferte er den Flächenbedarf. Alle Kleingärten könnten damit nicht erhalten werden. Es sei ihm aber „nicht egal, was mit den Vereinen passiert“.

In der Bürgerfragestunde drehten sich die Fragen dann um die Abwicklung des Verkehrs, mögliche Kosten für die Stadt und ein klares Konzept für das Areal. Die Besucher machten aber auch ihrem Unmut Luft. Sie wollten wissen, warum nicht nach einem alternativen Standort gesucht wird und es noch keine klare Lösung für die Kleingärtner gibt.

Erster Stadtrat Martin Burlon wiederholte ebenso wie Bürgermeister Dieter Zimmer gebetsmühlenartig, dass sich Stadt und Projektpartner noch ganz am Anfang eines langen Prozesses befinden. „Wir werden aber mit allen Parteien den Dialog suchen“, verspricht Burlon. Der Aufstellungsbeschluss – der übrigens am Mittwoch nicht abgestimmt wurde – sei lediglich der Startschuss. „Dann kommen all die Offenlegungen und Gutachten und dann wird es auch Bürgerbeteiligung geben“, kündigte Burlon an. Er rechnet mit einem Bebauungsplanverfahren von zwei Jahren und die Verwaltung suche auch schon nach Ausweichgelände für die Gärtner.

In der eigentlichen Ausschusssitzung signalisierte Hartmut Honka als Fraktionsvorsitzender der CDU die Zustimmung seiner Partei für den Aufstellungsbeschluss. Zusammen mit der SPD würde dies eine Mehrheit für den ersten Verfahrensschritt bedeuten.

Roland Kreyscher (Grüne) kritisierte die „dünne Vorlage“ auch in diesem frühen Stadium des Verfahrens und forderte ebenso wie Natascha Bingenheimer von den Bürgern für Dreieich eine „anständige Bürgerversammlung“. Kreyscher erntete für seine Frage, warum die Stadt so „getrieben“ wird, und der Feststellung, dass die eigentliche Triebfeder die sportliche Ambition des SC Hessen ist und dass angesichts fehlender Kitaplätze und fehlender Wohnungen die Prioritäten in Dreieich „eindeutig verrückt“ seien, Applaus aus dem Zuschauerraum.

Die politische Entscheidung fällt also im Stadtparlament am 19. September – große Überraschungen sind kaum zu erwarten.

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