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Feuerwehr Mörfelden: Container-Kita schränkt Feuerwehr ein

Die Container-Kita im Gärtnerweg ist beschlossene Sache. Für die Feuerwehr Mörfelden ist die Betreuungseinrichtung in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft allerdings ein Problem.
Auf dem hinteren Gelände, auf dem die Container-Kita entsteht, hatte die Feuerwehr bis vor kurzem ihre Übungsautos stehen. Auf dem hinteren Gelände, auf dem die Container-Kita entsteht, hatte die Feuerwehr bis vor kurzem ihre Übungsautos stehen.
Mörfelden-Walldorf. 

Die Alarmierungen am 28. Februar waren für die Feuerwehr Mörfelden vielfältig: Gefahrguteinsatz mit den Kollegen aus Walldorf in der Nordendstraße, ein Fehlalarm in einer Walldorfer Schule, ein Kellerbrand in einem achtgeschossigen Wohnhaus in der Cranachstraße und ein Wohnungsbrand in der Gartenstraße. Die Betroffenen waren jeweils dankbar für die schnelle Hilfe: „Wir kriegen aus der Bevölkerung große Anerkennung“, betont Peter Schulmeyer, Wehrführer der Einsatzabteilung Mörfelden.

Ein Teil der Einsätze dieses Tages kollidierte zeitlich mit den künftigen Betriebszeiten der neuen Container-Kita mit 100 Betreuungsplätzen, die vom Stadtparlament am 27. Februar beschlossen worden war (wir berichteten). Sie soll nun schnellstmöglich im Gärtnerweg auf dem Gelände des ehemaligen Recyclinghofes mit 44 Containern errichtet werden.

Laut stellvertretendem Stadtbrandinspektor Theo Herrmann zeigt ein Einsatztag wie der 28. Februar, der immer wieder vorkommen könne, diverse Probleme auf. „Im Ernstfall zählt jede Minute. Wir halten die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von zehn Minuten sehr gut ein. Aber wir befürchten, dass Autos rund um die Kita verkehrsbehindernd geparkt werden und dann unseren Einsatz beeinträchtigen könnten“, sagt er.

Zusätzlicher Verkehr

Die Feuerwehr sieht es kritisch, wenn in dem ohnehin vielbefahrenen Gebiet an der B 486 die neue Kita gebaut wird. Das ist mit zusätzlichem Verkehrsaufkommen und benötigtem Parkraum verbunden. Dadurch könnten bei einem Einsatz nicht nur die ausrückenden Feuerwehrautos behindert werden, sondern auch die Feuerwehrleute mit ihren Autos auf dem Weg zum Gerätehaus. Die Stadt teilt diese Sorge durchaus und will daher nach Angaben von Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) verstärkt kontrollieren und die Eltern und das Kita-Personal sensibilisieren.

Bei 100 geplanten Betreuungsplätzen in unmittelbarer Nachbarschaft besteht zudem eine große Sorge der Feuerwehr darin, dass die Sicherheit der Kinder durch die Feuerwehrautos, die schnell zu einem Einsatz fahren müssen, gefährdet wird, auch wenn die Kleinen unter Aufsicht stehen. Die Feuerwehreinsätze können außerdem massiven Lärm verursachen, wenn die Sirenen ausgelöst werden müssen. Hinzu kommen laute Wartungsarbeiten der Feuerwehr, zum Beispiel mit Motorsägen.

Darüber hinaus erläuterte Herrmann dieser Zeitung, wie sich Lager- und Übungsfläche für die Feuerwehr Mörfelden durch die geplante Kita verkleinert haben. So werden etwa einige Autos für Übungen einschließlich eines Busses nun nicht mehr auf dem Areal des ehemaligen Recyclinghofes gelagert, sondern auf dem Feuerwehrgelände. Das Grundstück des ehemaligen Recyclinghofes konnte zudem bislang auch als Übungsfläche von der Feuerwehr genutzt werden, was nun ebenfalls wegfällt.

Mangel an Grundstücken

Die Stadt sieht die Probleme, hat aber in Mörfelden kein anderes geeignetes Grundstück für die Container-Kita zur Verfügung. In Mörfelden gibt es eine lange Warteliste für Betreuungsplätze, Dringlichkeit und Zeitdruck sind hoch. Daher wird ein städtisches Grundstück benötigt, auf dem schnell Baurecht geschaffen werden kann. Laut Erstem Stadtrat Burkhard Ziegler (Freie Wähler) waren neben dem Gärtnerweg vier städtische Grundstücke in der engeren Auswahl und wurden geprüft.

Das Grundstück am Bahnhof Mörfelden hinter dem Park and Ride Parkplatz kam nicht in Frage, da hier wegen der Bahnlinie eine Lärmschutzwand hätte gebaut werden müssen. Zwei Gelände am Zillering und am Wallgraben schieden aus, da es hier sehr lange gedauert hätte, bis Baurecht hätte geschaffen werden können. Bei einem Grundstück in der Siemensstraße hätte erst ein Lärmgutachten erstellt werden müssen.

Auf den vier Grundstücken könnte zwar eventuell längerfristig eine Kita entstehen. Aber nur im Gärtnerweg konnte schnell eine temporäre Kita gebaut werden, die für die Dauer von drei bis vier Jahren bestehen soll. Bau- und Trägeraufsicht des Kreises hatten der Stadt nur für diesen Standort eine schnelle Baugenehmigung und Betriebserlaubnis in Aussicht gestellt.

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