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Stadt investiert seit Jahren: Darum sind Sozialarbeiter in Neu-Isenburg gefragter denn je

Das Land will in den kommenden Jahren rund 700 neue Stellen für Sozialarbeiter an hessischen Schulen schaffen. In Neu-Isenburg hat sich das bewährt: Die Stadt setzt schon seit mehr als 20 Jahren auf die Pädagogen.
Diese Sozialarbeiter kümmern sich in Neu-Isenburg um das Wohl der Schüler. Diese Sozialarbeiter kümmern sich in Neu-Isenburg um das Wohl der Schüler.
Neu-Isenburg. 

Wenn Kinder heute in die Schule gehen, schleppen sie wesentlich mehr Probleme mit sich herum als früher, die ihnen das Lernen erschweren. Etliche kommen ohne Frühstück zur Schule, genug haben Sprachprobleme und andere sind verhaltensauffällig.

Deshalb hat die hessische Landesregierung beschlossen, in die Schulsozialarbeit zu investieren. Für rund 21 Millionen Euro sollen in den kommenden beiden Jahren 700 neue Stelle für Sozialarbeiter an Grundschulen geschaffen werden. Sie sollen die gesamte Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen im Blick haben, Probleme im Elternhaus und dem sozialen Umfeld erkennen und im besten Fall lösen. Eine Aufgabe, die Lehrer alleine nicht mehr bewältigen können.

Präventiver Ansatz

Das Konzept der Schulsozialarbeit hat sich auch in Neu-Isenburg bewährt. Seit mehr als 20 Jahren finanziert die Stadt die Schulsozialarbeit, die mittlerweile an allen Schulen bereitgestellt wird. „Das Land Hessen hat jetzt erkannt, was gut ist, die Stadt setzt das schon seit Jahren erfolgreich um“, witzelt Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos). Insgesamt hat die Stadt in allen Schulen zehn Sozialarbeiter, davon fünf in Vollzeit. 2017 gab Neu-Isenburg dafür 564 480 Euro aus.

Trennung der Eltern, Umzug, Schulwechsel, Ausgrenzung und vieles mehr – schon im Grundschulalter können viele Probleme entstehen. „Deshalb setzt die Stadt auf einen präventiven Ansatz und hat die Schulsozialarbeit auch in allen Grundschulen Neu-Isenburgs eingeführt“, sagt Hunkel. „Von der Schulsozialarbeit profitieren alle Schüler – und nicht nur die bereits auffälligen.“

Das können die Schulsozialarbeiter bestätigen. „Wir haben einen Blick auf einzelne Kinder, die Förderbedarf haben. Wir wollen, dass sie gut ankommen und sich wohlfühlen“, berichtet beispielsweise Martina Reuter von der Wilhelm-Hauff-Schule.

In schwierigen Situationen, mit denen die Kinder nicht alleine fertig werden, können die Schulsozialarbeiter zwischen Schülern und Lehrern vermitteln und Eltern bei Erziehungsfragen beraten. „Sie kommen mit Erziehungsfragen auf uns zu, wollen zum Beispiel wissen, ob ihr Kind nach der Scheidung auffällig geworden ist“, erzählt Nadja Wery von Limont von der Grundschule Buchenbusch.

Was die Landesregierung als Problem ausgemacht hat, können die Sozialarbeiter aus der Praxis nur bestätigen. „Es findet eine Verlagerung der Erziehungskompetenz statt – von den Eltern zur Schule“, berichtet Christoph Rettig, der an der Selma-Lagerlöf-Schule in Zeppelinheim und der Hans-Christian-Andersen-Schule tätig ist. „Da sind wir gefragt.“ Denn die Lehrer allein könnten das nicht mehr leisten, darin sind sich alle Schulsozialarbeiter in Neu-Isenburg einig.

Mehr Probleme

Die Probleme der Schüler nehmen nämlich zu. „Wir haben es in zunehmendem Maße mit Verhaltensauffälligkeiten zu tun. Unsere Arbeit ist, das alles abzufedern“, sagt beispielsweise Bernhard Münch von der Friedrich-Fröbel-Schule.

Die Schulsozialarbeiter begleiten aber auch die Intensivklassen. „Das macht richtig Spaß. Die Schüler haben große Lust, Deutsch zu lernen“, erklärt Erhan Dogan von der Brüder-Grimm-Schule.

Die Schulsozialarbeiter sind mit vielen Institutionen sehr gut vernetzt, mit der Jugendhilfe oder auch Vereinen. Sie koordinieren AG’s und vermitteln die Schüler bei Bedarf an die Freizeitangebote der Stadt Neu-Isenburg wie zum Beispiel Sport, „Malen und Töpfern“ bis hin zur Hausaufgabenbetreuung.

Über erlebnispädagogische Angebote wie zum Beispiel in der Kletter-AG wird der Zugang zu den Kindern und Jugendlichen angebahnt. „Wir haben einen exzellenten Austausch und sind gut vernetzt. Wir versuchen den Schülern so gut wie möglich ein großes Angebot zukommen zu lassen“, sagt Tal Lichtmann von der Goetheschule.

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