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Dokumentation: Das Hilfsprojekt ist ein Meilenstein in ihrem Leben

Von Jutta Loesch engagiert sich seit vielen Jahren für die Menschen in Beregovo. Nun ist eine Dokumentation über das Hilfsprojekt, das sie ins Leben gerufen hat, im Rathaus Neu-Isenburg zu sehen.
Jutta Loesch, gekleidet in den Nationalfarben der Ukraine, mitten in der Dokumentation ihres Projektes “...täglich Brot für Beregovo.“ Bilder > Foto: Leo F. Postl Jutta Loesch, gekleidet in den Nationalfarben der Ukraine, mitten in der Dokumentation ihres Projektes “...täglich Brot für Beregovo.“
Neu-Isenburg. 

Es sind viele beeindruckende Fotos, die an den vier großen Stellwänden im Foyer des Neu-Isenburger Rathauses vom Projekt “...täglich Brot für Beregovo“ ein Zeugnis ablegen. Doch beim Anblick der Dokumente von einem Lebenswerk zu sprechen, wäre der Initiatorin und Projektleiterin Jutta Loesch zu hoch gegriffen.

„Es ist zweifelsohne ein bedeutender Meilenstein in meinem Leben, vielleicht sogar der wichtigste, aber das Projekt soll und muss weitergehen“, sagt Jutta Loesch und macht damit den großen Unterschied zu einem Lebenswerk klar, das ja immer auch einen „Abschluss“ bedeutet.

Studienreise in die Karpaten

Im Rahmen einer Karpaten-Studienreise im Jahre 2004 hat Jutta Loesch jenen Ort besucht, an den sie schon seit zwei Jahren zuvor Kleider geschickt hatte. Als sie sah, dass die Not viel größer war, neben Kleidung fehlte es vielen auch am „täglichen Brot“, entstand daraus ihr Projekt. Doch Brot alleine sollte es nicht sein: Jutta Loesch und ihr Projekt, das unter dem Dach der evangelisch-reformierten Gemeinde am Marktplatz in Neu-Isenburg nicht nur eine Basis für die Lagerung vieler Spendengüter sondern auch viele Unterstützer von außerhalb fand, wuchs zu einem Überlebenshilfsprojekt für viele Menschen in Beregovo.

Es wurden nicht nur ein Herd, größere Töpfe und mehr Geschirr für eine größere und effektivere Küche gebraucht, auch die Einrichtung vieler Behausungen war für sie mehr als unmenschlich. So sammelte sie Bettgestelle, Matratzen und im Projekt „Nähen und Deutsch lernen“ wurde die dazugehörige Bettwäsche von Migrantenfrauen genäht. Die Stoffe erhielt Jutta Loesch von einer Firma aus Dietzenbach. Aufgrund der Benzinknappheit waren Fahrräder gefragt, aber auch Spielsachen für Kinder – und vor jedem Winter warme Kleidung für alle. So kamen Hunderte von Tonnen an Hilfsgütern zusammen, die verpackt und registriert werden mussten, bevor sie mit dem Laster nach Beregovo transportiert werden konnten. Erst vor zwei Wochen erfolgte der 40. „humanitäre“ Transport, wie Jutta Loesch die Hilfslieferungen bezeichnet.

Doch neben den Sachspenden war auch bares Geld ein ganz wichtiger Beitrag für das Überleben der Menschen am Rande von Beregovo. Für dessen gerechte Verteilung bedarf es einer zuverlässigen Institution und auch einer überaus verlässlichen Person vor Ort – beides fand Jutta Loesch mit Bela Nagy im Diakonischen Office.

Warmes Essen

So können heute in der Armenküche nicht nur täglich 400 Portionen warmes Essen gekocht und viele Brote zur Verteilung gebacken werden, sondern es entstand auch durch die Geldspenden von mittlerweile 320 000 Euro ein Altenheim mit 35 Betten und ein Mutter-Kind-Haus, in dem 30 junge Frauen mit ihren Kindern in Sicherheit leben können. Das Sprichwort „Dich schickt der Himmel“ ist für die Menschen in Beregovo durch Jutta Loesch zur wunderbaren Realität geworden.

 

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