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Pflanzen: Das heimische Zwerggras ist zurück

Etliche Anstrengungen haben Gärtner, Ämter und Gartenspezialisten unternommen, das Zwerggras in der Doppelstadt wieder heimisch zu machen. Es ist gelungen. Bereits im März blühten die ersten Pflanzen.
Blühendes Zwerggras, das an dieser Stelle im vorigen Jahr in Walldorf ausgesät wurde. Blühendes Zwerggras, das an dieser Stelle im vorigen Jahr in Walldorf ausgesät wurde.
Mörfelden-Walldorf. 

Das Zwerggras (Mibora minima) ist eine kleine botanische Besonderheit. In Mörfelden–Walldorf war sie bis in die 1990er Jahre weit verbreitet, ist seitdem jedoch allmählich verschwunden. Im Jahr 2016 konnte das Zwerggras, das auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands steht, nur noch an einer Stelle in Mörfelden-Walldorf gefunden werden.

Gäbe es nicht das Städtische Umweltamt. Das Ziel, das Zwerggras in seiner alten Heimat wieder anzusiedeln, setzte das städtische Umweltamt gemeinsam mit dem Botanischen Garten Frankfurt und dem Fachgebiet Landschaftspflege des Landrats des Landkreises Darmstadt-Dieburg um. Bereits im März vorigen Jahres wurde die erste Fläche am Bogenschießplatz in der Nähe der Bertha-von-Suttner-Schule bepflanzt. Dort wurden aus dem Botanischen Garten vorgezogene Pflanzen eingesetzt.

Eine andere Variante wurde auf der Wiederansiedlungsfläche in der Nähe des Nettomarkts in Walldorf erprobt. Dort frästen Gartenspezialisten im September 2017 eine X-Form und brachten punktuell entsprechenden Samen auf. Das Ergebnis konnte sich wahrlich sehen lassen.

Das Amt ist stolz

„Besonders stolz sind wir auf eine Fläche in der Nähe der Grünsammelstelle. Hier haben wir selbst das Saatgut gesammelt und im Mulchsaatverfahren ausgesät und es blüht toll“, sagt Mörfelden-Walldorfs Umweltamtsleiterin Katharina Diergarten.

„Insgesamt kann man also feststellen, dass das Wiederansiedlungsprojekt bisher ein voller Erfolg war“, freut sich auch Bürgermeister Becker. „Nun müssen wir die Flächen nur noch so pflegen, dass das Zwerggras auch bleibt. Hier bekommen wir auch Unterstützung durch den Schäfer Ben Klepp, der die Flächen zwischen Mörfelden und Walldorf mit seinen Schafen beweidet.“

Wichtig für die Entwicklung des Zwerggrases ist vor allem die Bewirtschaftung der Flächen im Herbst. Denn als einjähriger Winterblüher ist das Zwerggras darauf angewiesen, im Herbst offenen Boden vorzufinden, um sich in der Zeit von Oktober bis Mitte April zu entwickeln und Samen zu produzieren.

Das Zwerggras (Mibora minima) ist eine der interessantesten Erscheinungen bei unseren heimischen Gräsern. Es gilt als eines der kleinsten Gräser der Welt, da es nur zwei bis drei Zentimeter hoch wird und von Februar bis April blüht. Mit dem Projekt soll mit der Wiederansiedlung von Zwerggras auf verschiedenen Flächen zwischen Mörfelden und Walldorf der Natur unter die Arme gegriffen werden. Dies ist ganz im Sinne der Hessischen Biodiversitätsstrategie, mit der die natürliche Vielfalt gefördert und das Aussterben von Arten verhindert werden soll. In der Doppelstadt ist das gelungen.

(red)

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