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Das historische Frankfurter Haus

Von Das Frankfurter Haus lockt seit mehr als 300 Jahren Gäste an die Stadtgrenze. Der Zahn der Zeit hatte jedoch an dem Gebäude genagt.
Monika Schwebel steht mit Kilian Bumiller vor dem aufwendig restaurierten Gebäude und der Schutzmauer. 	Foto: Leo Postl Monika Schwebel steht mit Kilian Bumiller vor dem aufwendig restaurierten Gebäude und der Schutzmauer. Foto: Leo Postl
Neu-Isenburg. 

Das Frankfurter Haus war in der Vergangenheit – und ist es immer noch – in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit. Obwohl noch auf Frankfurter Gemarkung, liegt es „gefühlt“ in Neu-Isenburg. Denn wo das Frankfurter Stadtgebiet endet, beginnt unmittelbar die Neu-Isenburger Gemarkung – und von der Stadt Frankfurt ist dort nichts zu sehen. Wer das Frankfurter Haus finden will, fährt aus der Großstadt einfach gen Neu-Isenburg, und dann ist das historische Ensemble mit Fachwerkgebäude und der den großen Biergarten abschirmenden Steinmauer auch nicht zu übersehen.

 

Jenseits der Stadtgrenze

 

Wie kam es jedoch überhaupt zum Bau des Frankfurter Hauses? Dies wiederum hat die Gründung Neu-Isenburgs als Hintergrund, sonst hätte es das stattliche Haus, damals noch mitten im Wald, wahrscheinlich bis heute nicht gegeben. Bekanntlich schenkte im Jahre 1699 Graf Johan Philipp von Isenburg-Birstein einigen Hundert aus Frankreich geflohenen Hugenotten ein Stück Wald jenseits der Frankfurter Stadtgrenze zur Rodung und Besiedelung. Die freie Reichsstadt Frankfurt hingegen errichtete, aus Angst um ihren ungeschützten Stadtwald, ein trutziges Forsthaus, das 1702 fertiggestellt wurde.

Da den dort eingesetzten Förstern aber gleichzeitig die Erlaubnis erteilt wurde, Bier und Wein auszuschenken, kamen die jungen Neu-Isenburger scharenweise zum Sonntagstanz und überschritten dabei nicht nur die Stadtgrenze, sondern auch jene, die ihnen der damalige strenge Pfarrer gesetzt hatte. Daraufhin wurde 1714 das „Schreien, Tanzen und Saufen“ bei Strafe von einem oder zwei Gulden verboten. 1777 wurden Forstamt und Gastwirtschaft getrennt, und das Frankfurter Haus entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugslokal.

 

Nie vermutet

 

Doch der Zahn der Zeit ging auch am Frankfurter Haus nicht spurlos vorbei, immer wieder wurden Renovierungen vorgenommen. Mit dem Einstieg von Kilian Bumiller, Immobilien-Investor aus Frankfurt, erfuhr das Frankfurter Haus jetzt eine Erneuerung. In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt Frankfurt wurde das große Gastwirtschaftsgebäude, bisher als Nachtcafé bezeichnet, sowie die umgebende Mauer aufwendig restauriert.

„Als wir den Putz abgeklopft haben, kamen Dinge zum Vorschein, die wir vorher nie vermutete hätten“, meinte Bumiller und zielte auf diverse Putz- und Farbschichten, aber auch auf recht morsches Gebälk, ab. Die Festlegung, welcher Farbauftrag nun der „historischste“ sei, wurde Bumiller vom Denkmalschutzamt abgenommen. Freilich wurde die Entscheidung mit einem dendrologischen Gutachten herbei geführt. „Ich hätte mir etwas mehr Kontrast zwischen den Fachwerkfeldern und den Balken gewünscht“, so Bumiller.

Richtig schwierig sei es gewesen, alte Eichenbalken zu finden, die sich mit dem 300 Jahre alten Restgebälk auch künftig vertragen. Nach dem Abtragen des Verputzes kamen doch so manche Schäden an den Balken zum Vorschein. Glücklicherweise hatte Bumiller mit Peter Schildger einen Fachmann, was die Restauration von historischem Gebäuden betrifft, an der Hand. So suchte Schildger in ganz Deutschland nach geeigneten alten Balken. Unter dem Auge des Denkmalschutzamtes Frankfurt entstand so das Hauptgebäude des Frankfurter Hauses fast „wie neu“.

„Was wir heute sehen, haben wir in den vergangenen hundert Jahren nicht gesehen – und ich hoffe, es hält auch die nächsten hundert“, freute sich Kilian Bumiller. Da hatten er und Monika Schwebel, die den Restaurantbetrieb führt, allen Grund anzustoßen. Auch die Gäste lobten die Restauration.

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