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Neue Ausstellung im Stadtmuseum: Der Hundesport gestern und heute

Von Früher dienten Hunde dem Menschen vor allem zum Schutz. Inzwischen gehören die Vierbeiner für viele Besitzer zur Familie. Eine neue Sonderausstellung im Kelsterbacher Stadtmuseum beleuchtet diesen Wandel.
Eine Hundebesitzerin zeigt den spielerischen Umgang zum Erlernen von Apportieren und Loslassen des Hundes. Repros/ Bilder > Foto: Leo F. Postl Eine Hundebesitzerin zeigt den spielerischen Umgang zum Erlernen von Apportieren und Loslassen des Hundes. Repros/
Kelsterbach. 

Fröhliches Hundegebell im westlichen Kelsterbacher Wald – das kann nur vom Sportverein der Hundefreunde kommen. Früher war dies einmal anders, da traute sich kein unangemeldeter Gast auf das Gelände, wie ein älterer Kelsterbacher berichtete. Zu groß wäre die Gefahr gewesen, dass er mit zerrissener Hose die Flucht hätte ergreifen müssen. „Früher waren das alles scharfe Hunde, meist Schäferhunde, die speziell zum Schutz von Besitzer und seinem Hab und Gut ausgebildet wurden“, berichtete Museumsleiter Hubert Schöggl bei der Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Hundeplatz“ im Stadtmuseum.

Bereits 1928 wurde in der Untermainstadt ein Hundeverein gegründet und 1947 in Hundefreunde Kelsterbach umbenannt. Während des Krieges wurden alle „scharfen“ Hunde vom Militär eingezogen, sie wurden unter anderem zur Bewachung von Gefangenenlagern benötigt. Von der Ausbildung, damals mehr Abrichtung auf Angreifer, zeugen heute nur noch martialisch anmutende Schutzkleidungen. So liegt in einer Vitrine des Stadtmuseums ein dicker Armschutz und an der Wand hängt eine ganze Schutzweste. „Es gab auch Schutzhosen, in denen man sich kaum bewegen konnte“, erzählte Hubert Schöggl.

50 Kilo Muskelmasse

Die tiefen Bissspuren in der Schutzkleidung lassen erahnen, wie es bei einer solchen Ausbildung von Polizei- und Schutzhunden zuging. „Wenn da so 50 Kilo reine Muskelmasse auf den Darsteller eines Eindringlings zugeflogen kamen, musste man schon sehr standfest sein“, betonte Schöggl. Die Fotos von der Ausbildung zu einem Schutzhund belegen, dass es da kaum Spielraum zwischen Freund und Feind gab. „Entweder oder, mehr war da nicht drin“, scherzte der Organisator der Ausstellung.

Hubert Schöggl will am Beispiel des Sportvereins der Hundefreunde Kelsterbach, wie er seit 1976 heißt, aber auch aufzeigen, wie sich der Hundesport gewandelt hat. „Damals hat man weder was von Agility, Obedience oder Dog Dancing gewusst, der Hund sollte ein gehorsamer Begleiter für den persönlichen Schutz sein.“ Es gebe zwar immer noch speziell ausgebildete Vierbeiner, etwa als Fährten- oder Suchhunde, doch die Kelsterbacher Hundefreunde widmen sich dem Breitensport für und mit dem tierischen Partner.

So wie sich der Stellenwert des Hundes zum Familienmitglied gewandelt hat, so hat sich auch die Ausbildung und Beschäftigung mit dem Vierbeiner verändert. „Es gibt zwar immer noch den traditionellen Hundesport mit Unterordnung, Fährtenarbeit und Begleitschutz, doch viel populärer sind Obedience oder sogar Rallye Obedience“, schilderte Schöggl. Vorteil dabei sei, dass diese spielerische Sportart von allen Hunderassen ausgeübt werden kann und eine Bewertung nach Größe und Alter erfolgt. „Das macht den Hundesport für alle attraktiv und bringt mehr Hundebesitzer dazu, sich an der Ausbildung und bei den Wettbewerbe zu beteiligen“, erklärte der Leiter des vom Volksbildungswerk betriebenen Museums

Ein Vertrauensverhältnis

Zum Hintergrund der Ausstellung sagte er: „Wir wollen die Historie aufzeigen, aber auch darauf aufmerksam machen, dass zu uns jeder mit seinem Hund kommen kann.“ Hundeausbildung sei mittlerweile auch eine gesellschaftliche Aufgabe geworden, die Tiere würden heute fast überall mit hingenommen. So beginne der Einstieg in die Gesellschaft mit der Sozialverträglichkeit untereinander, was am besten im Welpenstadium passieren sollte. Danach folge die Fußarbeit mit ersten Gehorsamsaufgaben, wie Sitz oder Platz. Das Abrufen und Apportieren sei eine erste Steigerung. Dies führe dann zu den verschiedenen Aufgabenstellungen einer Obedience, die vor allem das Vertrauensverhältnis von Hund und Mensch in den Vordergrund stellt.

 

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