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Projekt "Soziale Stadt": Der Tizianplatz steht im Fokus

Seit Jahren sind die Verhältnisse für viele Anwohner und Gewerbetreibende am Tizianplatz in Mörfelden unbefriedigend. Im Sozialbericht 2018 war die Situation in dem Wohnquartier ein wichtiges Thema. Die Stadt strebt eine Förderung aus dem Projekt „Soziale Stadt“ an.
Die Probleme am Tizianplatz in Mörfelden sind ein wichtiges Thema im Sozialbericht 2018. Foto: Alexander Koch Die Probleme am Tizianplatz in Mörfelden sind ein wichtiges Thema im Sozialbericht 2018. Foto: Alexander Koch
Mörfelden-Walldorf. 

Der Sozialbericht 2018 des städtischen Sozial- und Wohnungsamts enthält eine Menge Fakten und Zahlen, die von den beiden Abteilungen des Amtes über ihre vielseitigen Tätigkeiten im Berichtszeitraum 2016/17 zusammengetragen wurden. Ein wichtiges Thema im Bericht ist das Projekt „Soziale Stadt“, das von Bund und Land gefördert wird. Mit dem Programm sollen jene Wohnquartiere durch städtebauliche und soziale Vorkehrungen gezielt unterstützt werden, die gesellschaftliche Problemlagen und Konflikte aufweisen.

Im Dezember 2017 hatte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, sich um eine Teilnahme an dem Projekt zu bewerben. „Wir versprechen uns viel von diesem Projekt“, hob Dietmar Treber von der Fraktion DKP/Linke Liste in der jüngsten Sitzung des Sozial-, Kultur-, Integrations- und Vereinsausschusses hervor, in dem der Sozialbericht 2018 beraten wurde. Sollte die Doppelstadt aufgenommen werden, würde dies „Mörfelden-Nordwest“ zugutekommen.

Das Wohnquartier liegt zwischen dem Bahnhof Mörfelden und der Bamberger Straße sowie zwischen der Bürgermeister-Klingler-Straße und dem Ortsrand von Mörfelden. Hier befinden sich 75 Prozent der örtlichen Sozialwohnungen, in keinem anderen Wohnviertel der Doppelstadt ist der Anteil der Bezieher sozialer Hilfen höher, Armut ist ein Problem. Die gute Infrastruktur bietet aber Chancen für das Viertel. Hier will die Stadt Mörfelden-Walldorf mit dem Projekt „Soziale Stadt“ ansetzen.

Fakten und Zahlen aus dem Sozialbericht

  Von 2014 bis zum 31. Dezember 2017 wurden der Stadt Mörfelden-Walldorf vom Kreis Groß-Gerau 710 Geflüchtete zugewiesen. Besonders die ehrenamtlichen Helfer des Netzwerks Asyl sowie die Arbeit

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In „Mörfelden-Nordwest“ liegt auch der Tizianplatz. Viele der dortigen Anwohner und örtlichen Gewerbetreibenden sind über den verursachten Lärmpegel und den Alkoholkonsum von verschiedenen Menschengruppen auf dem Platz verärgert. Auch wild herumliegender Müll oder Scherben sind dort ein Problem. Das trägt alles in der subjektiven Empfindung der Anwohner oder Kunden eines dortigen Supermarkts zu einer verschlechterten Sicherheitslage und zu einer sinkenden Lebensqualität bei. Andererseits wurden bislang kaum Straftaten registriert, weshalb Polizei und Ordnungsamt kaum eine Handhabe besitzen.

Verschiedene Interessen

„Die Probleme am Tizianplatz gehen bereits Jahrzehnte zurück“, berichtete der seit 2017 zuständige Dezernent, der Erste Stadtrat Burkhard Ziegler (Freie Wähler), im Sozialausschuss. In der Vergangenheit hat die Stadt bereits eine Menge versucht: So wurden laut Sozialbericht 2018 immer wieder eine Möblierung auf- und dann wieder abgebaut. Zudem sollten Personengruppen, die andere Menschen störten, durch nahe gelegene Sitzbänke vom Platz möglichst ferngehalten werden. Es kam immer wieder zu wechselnden Interventionen und unterschiedlichen Ansätzen.

Doch alles lief schließlich mehr oder weniger ins Leere. Aktuell werden viele Gesprächs- und Ortstermine mit den zahlreichen Anliegern in möglichst breiter Runde veranstaltet. Hierbei ist die Doppelstadt bemüht, einen Interessenausgleich zu finden und zwischen den widerstreitenden Interessen zu moderieren.

Kritik an Sicherheitsdienst

Eine wichtige Funktion hat hierbei der städtische Streetworker Philipp Gempe, der dem Sozialausschuss über die Situation am Tizianplatz berichtete. Er führte aus, dass verschiedene Gruppen den Tizianplatz zum Zeitvertreib aufsuchten. Mit diesen sei er im ständigen Kontakt. „Ohne die Arbeit von Herrn Gempe, die viel zur Entschärfung beiträgt, wäre die Lage sicherlich noch wesentlich angespannter“, lobte Burkhard Ziegler den Einsatz des Streetworkers, der im Ausschuss parteiübergreifend mit Lob und Beifall bedacht wurde.

Auf Kritik stieß hingegen bei einigen Stadtverordneten ein privater Sicherheitsdienst am Tizianplatz, der mitunter auch im öffentlichen Raum tätig geworden sei und somit seine Kompetenzen überschritten habe. Gerade von den Grünen und der DKP/Linke Liste gab es hieran Kritik. Ziegler sagte weitere Gespräche mit dem privaten Auftraggeber des Sicherheitsdienstes zu.

Mit dem Projekt „Soziale Stadt“ setzt Mörfelden-Walldorf darauf, die Situation im Wohnquartier „Mörfelden-Nordwest“ und am dort gelegenen Tizianplatz zum ersten Mal nachhaltig zu verbessern. Die Stadt hofft auf einen Bewilligungsbescheid im Oktober 2018. Bevor es jedoch zu ersten konkreten Projekten kommen kann, wird es voraussichtlich noch bis Ende 2019 oder Anfang 2020 dauern.

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