Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Deutsche Sprache ist die Voraussetzung für Integration

Corrado die Benedetto (SPD) betonte, dass Deutschland seit 60 Jahren ein Einwanderungsland sei.Dennoch werde die Integration vernachlässigt.
Insgesamt mehr als 130 Teilnehmer zählte die zweitägige Tagung im Rüsselsheimer Rathaus. Bilder > Insgesamt mehr als 130 Teilnehmer zählte die zweitägige Tagung im Rüsselsheimer Rathaus.
Rüsselsheim. 

„Wir stehen vor der größten Herausforderung seit Ende des Zweiten Weltkriegs.“ Wer sich die täglich in allen Fernsehkanälen präsenten Bilder der Flüchtlingsströme vor Augen führt, dürfte Jo Dreiseitel (Grüne) nicht widersprechen. Als Staatssekretär und Bevollmächtigter für Integration und Antidiskriminierung der schwarz-grünen Landesregierung kann er sich dem Thema auf keinen Fall entziehen. Dreiseitel hat eine klare Auffassung, die sich mit der von CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel deckt: „Wir schaffen das.“

Abbau der Bürokratie

Dreiseitel gehörte zu den Teilnehmern einer zweitägigen, unter anderem vom Bundesnetzwerk „Bürgerschaftliches Engagement“ (BBE) veranstalteten Tagung. Dabei ging es im Rüsselsheimer Rathaus hauptsächlich um die Frage, wie Migranten, Flüchtlinge und Asylsuchende schneller in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden können. In einem Punkt waren sich alle einig: Das Erlernen der deutschen Sprache ist die Grundvoraussetzung für eine gelingende Integration. Besonders die Vertreter von Betrieben und Unternehmen, darunter Opel-Arbeitsdirektor Ulrich Schuhmacher, forderten einen Abbau der Bürokratie.

Für Opel sei das Thema allerdings nicht neu. „Opel integriert schon seit vielen Jahrzehnten Menschen mit Migrationshintergrund ins Unternehmen“, erinnerte Schuhmacher unter anderem an die „Gastarbeiter“ der 1960er und 1970er Jahre. Problematisch seien derzeit allerdings die Ausbildungsformen, die in Deutschland noch nicht anerkannt werden. Hier seien beispielsweise die Kammern gefordert, Abhilfe zu schaffen. „Aber das braucht natürlich seine Zeit.“ Opel wolle nämlich diesen Menschen eine Perspektive bieten. Konkret biete Opel ein Programm an, über das sich Mitarbeiter als Mentoren für Flüchtlinge und Asylsuchende engagieren. Bis Ende November sollen 150 Mentoren aktiv werden.

Dreiseitel erinnerte beim Tagungsabschluss am Sonntagvormittag an den Fachkräftemangel, der aktuell in mehr als 90 Berufen deutlich spürbar sei. „Wir sind in Deutschland auf die Köpfe der Menschen angewiesen, besonders auf die von jungen Leuten.“ Die Asylsuchenden und Flüchtlinge bieten nach Meinung von Dreiseitel beste Möglichkeiten, Lücken zu schließen. „Der deutsche Arbeitsmarkt ist dafür robust genug. Bundesweit gibt es momentan rund 600 000 freie Stellen, in Hessen etwa 46 000.“

Hetzerische Stimmen

Der gebürtige Italiener Corrado Di Benedetto sitzt für die SPD im hessischen Landtag. Er bekräftigte, dass Deutschland de facto seit 60 Jahren ein Einwanderungsland sei. „Und bereits vor zehn Jahren wurde ein Einwanderungsgesetz verabschiedet. Aber noch immer wird in Deutschland die Integration all zu oft vernachlässigt.“

Was Benedetto kritisierte und bedauerte: Mittlerweile würden die negativen, zum Teil auch hetzerischen Stimmen zunehmen. Das sei ein Beweis dafür, dass viele Deutsche noch immer nicht verinnerlicht hätten, dass sie in einem Einwanderungsland leben.

Rund 130 Teilnehmer aus Rüsselsheim, Hessen und den angrenzenden Bundesländern waren für die zweitägige Tagung angemeldet. Sie verteilten sich nach einführenden Kurzreferaten in mehrere Gruppen, in denen sie ihre Meinungen und Forderungen formulierten. Dazu zählte auch die Berücksichtigung der Interessen der vielen weiblichen Flüchtlinge.

Das Ergebnis der Tagung soll in gedruckte Form gefasst und Interessenten zur Verfügung gestellt werden. Informationen dazu gibt es unter Mail an bbe-tagungsbuero@b-b-e.de

(rke)
Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse