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Baierhansenwiesen: Die Gärtner im Lehrgarten starten in den Frühling

Von Der Lehr- und Kräutergarten in den Dreieicher Baierhansenwiesen ist eine echte Erfolgsgeschichte. Und die Initiatoren rund um Klaus Rehwald haben noch mehr Ideen, die sie in den kommenden zwei Jahren umsetzen wollen.
Jung und Alt haben Spaß beim gemeinsamen Gärtnern an der frischen Luft. Archivfoto: Nicole Jost Bilder > Jung und Alt haben Spaß beim gemeinsamen Gärtnern an der frischen Luft. Archivfoto: Nicole Jost
Dreieich. 

„Ob das gut geht? Ob die Pflanzen nicht zerstört werden? Bestimmt räumen Diebe nachts die Beete leer!“ Die Bedenken waren groß – und nichts davon ist eingetroffen. Der Lehr- und Kräutergarten in den Baierhansenwiesen ist eine Erfolgsgeschichte und offensichtlich eine Einrichtung, auf die Dreieich längst gewartet hat.

Im Frühjahr 2016 begannen viele ehrenamtliche Helfer unter der Leitung der Arbeitsgruppe (AG) Umwelt und Naturschutz im südlichen Teil des Landschaftsschutzgebiets mit den Aufräumarbeiten. Der Landstreifen war geprägt von wilden Schrebergärten, von denen viele verlassen und mit Müll übersäht waren. In einer überraschend rasanten Zeit entstand auf dem rund 1000 Quadratmeter großen Grundstück eine wahre Oase für Garten- und Naturfreunde.

In den liebevoll angelegten Beeten wachsen beliebte Küchenkräuter wie Rosmarin, Basilikum und Kamille, aber auch Wild- und Heilkräuter wie Giersch, Arnika oder Huflattich gedeihen ganz prächtig. In den folgenden Wochen und Monaten entstanden Gemüsebeete mit Tomaten, Salat und Gurken und allerhand anderem gesunden Grünzeug. Im Jahr eins der Gründung flanierten schon 5000 Besucher zwischen den Beeten, 2017 konnten Klaus Rehwald und seine Mitstreiter schon 8000 Besucher bei diversen Veranstaltungen und Führungen begrüßen.

Jetzt hat Rehwald, Vorsitzender der AG Umwelt und Naturschutz, den Garten auf solide Füße gestellt. Aus der lockeren Zusammenkunft von interessierten Natur-, Kräuter- oder Gartenfreunden und Helfern von Vereinen wie den Bienenzüchtern, den Freunden Sprendlingens oder dem Obst- und Gartenbauverein ist ein Verein geworden, der nach wenigen Wochen schon 55 Mitglieder zählt.

Gäste von überall

„Wir wollten den Garten besser aufstellen und haben so auch die Gemeinnützigkeit, eine Versicherung und letztlich auch eine rechtliche Grundlage mit Nutzungsvereinbarung über das Gelände mit der Stadt Dreieich“, erklärt Rehwald, Vorsitzender des neuen Vereins. Schon jetzt sind wieder Führungen und Workshops mit Schulklassen, Kindergärten, Vereinen und Interessengruppen geplant. „Wir sind selbst immer überrascht, wie groß unser Einzugsgebiet dabei ist. Natürlich kommen viele Dreieicher, aber wir haben auch Gäste aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet“, freut sich Rehwald über die riesige Resonanz des kleinen Refugiums. Eine kleine Gruppe kümmert sich intensiv um die hübsche Anlage, aber es gebe auch Helfer, die spontan vorbeikommen und für zwei, drei Stunden Pflegearbeiten übernehmen. Im Sommer ist Mittwoch der Erntetag – da können die Dreieicher gegen eine kleine Spende Kräuter und Gemüse mitnehmen.

Mit der Vereinsgründung wird es keinesfalls ruhiger um das Areal in den Baierhansenwiesen. Schon im vergangenen Jahr wurden zu den 1000 Quadratmetern weitere 900 dazu genommen, die zu einem Familiengarten mit 16 Parzellen gestaltet wurden. „Das ist genauso eine Erfolgsgeschichte. Gegen einen kleinen Kostenbeitrag können die Leute dort Pflanzbeete anpachten. Das ist schnell zu einer sehr harmonischen Gemeinschaft zusammengewachsen. Es macht einfach Spaß, das zu beobachten“, sagt Klaus Rehwald begeistert.

Neuer Brunnen wird gebaut

Und auch das nächste Projekt ist schon bis ins Detail geplant: Ab Montag beginnen die Pflanzarbeiten für eine neue Streuobstwiese. Drei weitere Grundstücke in direkter Nachbarschaft zum Kräutergarten wurden dafür von Müll befreit. „Wir pflanzen neue Bäume und pflegen die vorhandenen. Es soll ein Lehrgarten werden. Obstbäume für Schulungen und Workshops“, sagt Rehwald, der noch immer voller Tatendrang ist.

Das bleibt nicht die einzige Neuerung. Ein wichtiges Projekt steht in diesem Monat auch noch an. Mit der Wasserschlepperei in den Sommermonaten soll endlich Schluss sein – dank eines neuen Brunnens. Ein Insektenhotel ist bereits gebaut, ein Steingarten soll 2018 noch entstehen, neue Schilder sind bestellt und ein Bücherschrank speziell für Natur- und Gartenbücher schon in Arbeit. Für 2019 träumt Klaus Rehwald von einem Naturlehrpfad, der sich durch die südlichen Baierhansenwiesen schlängeln soll. All diese Projekte werden durch Spenden finanziert.

Ein dringendes Anliegen ist dem engagierten Sprendlinger ein neuer Weg aus südlicher Richtung von der Liebknechtstraße aus. Da muss allerdings die Stadt mit ins Boot: „Aber das wird alles klappen. Im Augenblick hat es sich wegen der Haushaltssperre etwas verschoben, aber ich bin guter Dinge“, ist der Kräutergarten-Chef optimistisch, dass die Besucher schon bald aus südlicher Richtung inmitten einer kleinen Baumallee in den Kräutergarten flanieren können.

Saisonstart am 17. März

Der Kräutergarten startet am Samstag, 17. März, ab 10 Uhr mit einem Baumschnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Dreieichenhain in die Saison. Am Samstag, 7. April, lädt das Team des Familiengartens um 14 Uhr zu einer Saatgutbörse ein. Die offizielle Eröffnung der Kräutergartensaison 2018 findet schließlich am Sonntag, 13. Mai, ab 11 Uhr statt. Anmeldungen und Anfragen zu Gruppenführungen nimmt das Team vom Kräutergarten per E-Mail unter kraeuter-garten- dreieich@t-online.de entgegen. Dort können sich auch potenzielle Helfer melden, die Lust haben, bei der Erarbeitung einer Homepage für den Verein mitzuarbeiten. njo

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