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Schausteller-Clan: Die Haaner Kerb ist den Hausmännern Herzenssache

Von Das Festzelt des bekannten Schausteller-Clans auf dem Platz vor dem Untertor ist längst Kult auf der Traditionsveranstaltung. Dabei musste die Familie für den Erfolg hart kämpfen.
Sie haben noch ein bisschen Arbeit, bis das Festzelt zur Feier bereit ist: Edi (von links), Matthias, Dennis, Wenzel und Markus Hausmann. Seit mehr als 60 Jahren ist die Familie Teil der Dreieichenhainer Kerb. Bilder > Sie haben noch ein bisschen Arbeit, bis das Festzelt zur Feier bereit ist: Edi (von links), Matthias, Dennis, Wenzel und Markus Hausmann. Seit mehr als 60 Jahren ist die Familie Teil der Dreieichenhainer Kerb.
Dreieich. 

Schon genau eine Woche vor dem großen Start der Jubiläumskerb ist auf dem Festplatz vor dem Untertor Hochbetrieb. Die großen Laster mit dem „Hausmann“-Aufdruck rangieren, um die Fahrgeschäfte zu platzieren, das Festzelt steht und die Familie Hausmann ist schwer in Aktion. Als Generalpächter des Festplatzes ist das Spektakel rund um die Burg ohne die Familie undenkbar. Und auch wenn sie noch keine 300 Jahre dabei sind – über sechzig sind es schon. Edi und sein Bruder Wenzel Hausmann haben also so einiges zu erzählen aus der Geschichte der Schaustellerfamilie. „Mein Vater hat Mitte der 50er Jahre hier mit Süßigkeiten, Spielwaren und Eis angefangen. Damals war der Kerbplatz noch oben am Lindenplatz vor dem Obertor und an uns war noch gar nicht zu denken, wir waren noch flüssig“, sagt Edi lachend zu Bruder Wenzel.

Schon 1954 hatte die Familie ein Kinderkarussell in Dreieichenhain aufgestellt. „Und später erinnere ich mich, dass unser Wohnwagen auf dem Schulhof der alten Schule stand. Einen kürzeren Schulhof hatte ich wohl nirgends“, sagt Edi Hausmann. 1957 war die Familie Hausmann erstmals mit einem Imbiss auf dem Heimatfest in Langen – der Vorläufer des Ebbelwoifestes. 1969 gab es das erste Autoscooter auf der Haaner Kerb – natürlich von den Hausmännern gestellt.

Seit 1973 gibt es das Festzelt vor dem Untertor, damals noch in einer deutlich kleineren Variante. Es hatte nicht mal einen Boden und als es während der Kerb zu regnen begann, behalfen sich die Gastgeber mit Holzbohlen. „Das Kerbzelt hier auf dem Platz hat mein Vater noch eingefädelt, aber er hat es selbst leider nicht mehr erlebt“, erinnert sich Edi Hausmann.

Mit dem Tod des Familienoberhauptes begannen spannende und zugleich arbeitsreiche, nicht immer leichte Jahre für die Familie. Mutter Elisabeth, liebevoll nur „die Chefin“ genannt, war von da an alleine mit ihren vier Jungs, Heini, Manfred, Edi und Wenzel. „Wir haben von allen Leuten immer nur gehört, wir schaffen es nicht alleine. Aber unsere Mutter war eine sehr wagemutige Frau“, betont Wenzel Hausmann.

Nach und nach wurden mehr Imbiss-Stände und Karusselle angeschafft, und es hat funktioniert, weil die Brüder und die Mutter eng zusammengehalten haben. „Wir haben 25 Veranstaltungen im Jahr gestemmt. Na klar, die Haaner Kerb, den Erbacher Wiesenmarkt, das Hainerfest in Darmstadt und viele Vereinsfeste“, erzählt Edi Hausmann. Und sie haben echte Größen nach Dreieichenhain gebracht. In den 90er Jahren sang sogar Udo Lindenberg den „Sonderzug nach Pankow“ im Festzelt, Costa Cordalis, die Wildecker Herzbuben auf ihrem Karriere-Höhepunkt und mehrfach die Rodgau Monotones. Das Fest ist also etwas ganz Besonderes für die Hausmänner. Im Haa werde Geschichte bewahrt. „Das hier hat Herz und Liebe“, sind sich die Brüder einig. Längst packt die junge Generation mit an. Der neue Festzelt-Chef Dennis Hausmann hat viele unbeschwerte Kindertage rund um die Burg verbracht. „Wir waren ja immer acht Wochen rund um Pfingsten hier mit Auf- und Abbau. Ich bin hier aufgewachsen und wir waren sechs, sieben Kinder, sind in jeden Winkel der Burg gekrochen.“ Bis heute halte er Kontakt zu seinem Jahrgang in Dreieichenhain, den er pflegt, wenn er jedes Jahr wiederkommt. Auch wenn die Familie heute mit dem Frankfurter Oktoberfest oder auch dem Wäldchestag viel größere Feste auf die Beine stellt, dem Hain bleiben sie treu. „Wer weiß, ob es das Oktoberfest in fünf Jahren noch geben wird. Die Kerb hat Tradition – hier werde ich immer hinkommen“, ist Dennis Hausmann sicher.

Das Jubiläum feiern die Hausmanns natürlich gerne mit. Dennis hat dem Festzelt fünf Meter mehr als üblich geschenkt: es ist 30 mal 50 Meter groß. „Der Kerbgeburtstag ist hier überall zu spüren. Die Spannung im Hain ist dieses Jahr besonders groß“, hat Dennis Hausmann die vergangenen Tage schon bemerkt. Die Hausmanns haben zum Geburtstag der Haaner Kerb auch ein Geschenk an Dreieichenhain: Sie starten mit dem Betrieb im Festzelt einen Tag früher. Schon am Donnerstag, 17. Mai geht das Programm mit der „Hitnacht“ los. Dann wird Mickie Krause für die richtige Partystimmung sorgen. Wer noch dabei sein will, sollte sich beeilen. Die Tickets sind schon fast ausverkauft. Die Karten gibt es an den üblichen Vorverkaufsstellen.

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