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Maskierte Zunftmitglieder: Die Hexen machen sich für Lumpenmontag bereit

Von Die Hexenzunft „Lattwerschern“ feiert Jubiläum. Sie existiert seit 3 mal 13 Jahren. Am Lumpenmontag ziehen die gruseligen Figuren wieder durch Neu-Isenburg und erschrecken so manch einen Besucher des Fastnachtsumzugs.
Die Mitglieder der Hexenzunft „Latwerschern“ stehen in den Startlöchern: Am Sonntag sind sie beim Umzug in Götzenhain dabei, am Lumpenmontag ziehen sie durch die Straßen von Neu-Isenburg. Foto: Leo F. Postl Die Mitglieder der Hexenzunft „Latwerschern“ stehen in den Startlöchern: Am Sonntag sind sie beim Umzug in Götzenhain dabei, am Lumpenmontag ziehen sie durch die Straßen von Neu-Isenburg.
Neu-Isenburg. 

Wer jetzt, zum Ende der Narrenzeit, aufmerksam durch die Wilhelmstraße läuft, der erblickt in der Nähe der Frankfurter Straße an der Hausfront eine auf einem Besenstil reitende Hexe. Agathe, so heißt die kleine Hexe in luftiger Höhe, ist die Symbolfigur der Hexenzunft von Neu-Isenburg. Sie soll von ihrer hohen Warte das Treiben der wilden Hexen im Straßenkarneval überwachen. Die Hexenzunft „Lattwerschern“, wie sich die Isenburger Hexen nennen, feiern in diesem Jahr ihr 3 mal 13-jähriges Bestehen. Anders als die „normalen“ Narren, feiern sie ihre Jubiläen im 13er Jahres-Rhythmus.

Inspiration für die Gründung der Hexenzunft „Lattwerschern“ war die schwäbisch-alemannische Fassnacht. „Deshalb waren die Figuren wie Hexen und Teufel für uns naheliegend“, erklärt Peter Henneberger, einer der wenigen, die sich offen einem Gespräch stellte. Der Name „Lattwerschern“ stellt den Bezug zu Hessen her, denn alle Mitglieder der Isenburger Hexenzunft sind geborene Hugenottenstädter. „Wir nennen uns Hexenzunft, sind aber kein eingetragener Verein. Alles was wir machen, machen wir aus Spaß an de Freud“, wie Henneberger erläutert. Somit gibt es auch keinen Vorstand, sondern alle Belange werden gemeinsam im Kreis der Hexenzunft geregelt. „Das klappt wunderbar, zwar sind wir eine vom Charakter her recht unterschiedliche Gruppierung, aber als Hexenzunft eine harmonisch auftretende Gemeinschaft“, betont Henneberger.

Straßenfastnacht verstärken

Von Anfang an hatten sich die Initiatoren der Hexenzunft das Ziel gesetzt, die Straßenfastnacht in Neu-Isenburg zu verstärken und zu beleben. „Die Hexenzunft Lattwerschern hat als zentrales Interesse, die Straßenfastnacht zu leben, ganz nach dem Vorbild der alemannischen Fastnacht“, erklärt Henneberger. Als Beispiele seien hier insbesondere die Narros von Villingen oder die Hexen von Rottweil genannt, die bei den Fastnachtsumzügen als unübersehbare belebende Elemente mitwirken.

Die Ober-Hexe schwingt die Ratsche, mit der sie viel Krach verbreiten. Bild-Zoom Foto: Leo F. Postl
Die Ober-Hexe schwingt die Ratsche, mit der sie viel Krach verbreiten.

Erkennungszeichen der Hexenzunft – auch in Neu-Isenburg – ist eine handgeschnitzte Holzmaske mit rotem Tuch und weißen großen Tupfen. Für eine schöne handgeschnitzte Maske, auch Larve oder Schemme genannt, muss man schon mal einen Tausender auf den Tisch legen. Kein Wunder also, dass sie der Stolz jeder Hexe sind. Verziert mit schwarzen Schwänzen an der Seite, kann so der Maskenträger schon mal ein „teuflisches“ Aussehen erlangen. Dies zeigt sich alljährlich beim Lumpenmontagsumzug in Neu-Isenburg, wo die Hexen ihren Schabernack mit den Zuschauern treiben.

Auch in Götzenhain dabei

Die erste Aktion der Hexenzunft war vor 39 Jahren das Wecken im alten Ort am Lumpenmontag. Mit Unterstützung der Isenburger Lumpen ist der Weckumzug am Lumpenmontag inzwischen fester Bestandteil der Isenburger Fastnacht. Man trifft sich auf dem Wilhelmsplatz, und dann beginnt ein Umzug durch die Stadt, der durch Fackeln tragende Hexen begleitet wird. Mit Trommeln, Schellen und Ratschen werden die noch schlafenden Bürger der Hugenottenstadt am Lumpenmontag geweckt. „Die Beteiligung der Hexen am Linsensuppenanstich und am Lumpenmontagszug sind ein fester Bestandteil unseres Zunftlebens – ach ja, und beim Rathaussturm sind wir auch dabei“, betont Henneberger. Außer beim Umzug in Neu-Isenburg ist die Hexenzunft „Lattwerschern“ nur noch in Götzenhain zu sehen. Der Umzug am Fastnachtsonntag gehört seit Gründung der Hexenzunft ebenfalls zum festen Fastnachtprogramm.

Auch ohne Vereinssatzung und Vorstand existieren eine ganze Reihe von Verhaltensregeln, an die sich die Mitglieder der Hexenzunft halten. Darauf ist man besonders stolz. Die „Lattwerschern“ sind derzeit eine Gruppe von 20 Mitgliedern im Alter von 15 bis 60 Jahren. Aber Hexen können auch ganz artig sein: Dies belegen sie, wenn sie die Maske abnehmen – aber niemals in der Öffentlichkeit.

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