Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Die Natur in einem Saft vereint

Bernhard, Julius, Attila, Andreas und Nasr studieren noch. Trotzdem haben sie den Sprung ins Unternehmertum gewagt. Und dies mit einem ganz besonderen Produkt: einem Natursaft.
Die Alu-Fläschchen mit schwarzem Kronkorken in Reih und Glied beim Abfüller in Aschaffenburg.	Fotos: Klaus Braungart Die Alu-Fläschchen mit schwarzem Kronkorken in Reih und Glied beim Abfüller in Aschaffenburg. Fotos: Klaus Braungart
Langen. 

Coca Cola wollen die fünf Jungs von agoa nicht gleich vom Markt verdrängen. Aber sie messen sich mit dem größten Getränkehersteller der Welt bei Frankfurts Gastronomen und gehen immer öfters als Sieger aus dem Lokal. Bernhard, Julius, Attila, Andreas und Nasr, alle zwischen 27 und 32 Jahre jung, produzieren seit 2010 agoa – den Natural Mood Drink. Auf Deutsch: der natürliche Wohlfühlsaft.

Die Acai Beere aus Brasilien, die Goji Beere aus China und die Aronia Beere aus Nordamerika sind die wichtigsten Zutaten des Direktsaftes. Sie gehören zu den Superfrüchten, die sich etwa mit einem sehr hohen Vitamin-Gehalt auszeichnen. Daneben sind auch noch Trauben-, Granatapfel- und Apfelsaft enthalten.

Bernhard, der für das Marketing zuständig ist, erklärt die Entstehung des Produkts: "Wir haben ein Dreieck aufgezeichnet, an dessen Spitze die Natur steht. Die Basis bilden die Begriffe Funktion und Lebensstil. Das haben wir in unserem Saft vereint." Konzentrate, Zucker, Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker sucht der Kunde bei den Inhaltsangaben vergebens; der Fruchtgehalt beträgt 100 Prozent. "Dadurch wirkt der Saft belebend. Nach dem Trinken fühlt man sich besser", erklärt Julius, der zusammen mit Nasr den Verkauf organisiert.

Die Goji Beere würde beispielsweise auch in der traditionellen chinesischen Medizin angewandt. Die Acai Beere essen viele Brasilianer nach einer langen Sambanacht, um wieder fit zu werden.

Die jungen Unternehmer sind sicher, dass spätestens zur Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien die schwarze Beere auch in Deutschland bekannter werden wird. Wer derzeit Acai in eine Internetsuchmaschine eingibt, bekommt die Schlagwörter Anti-Aging und Abnehmen als Resultate.

Großen Coup gelandet

Die fünf Männer haben mit dem Flaschendesign einen großen Coup gelandet. Eine sehr edle Aluminiumflasche ist in ein mattes Rubinrot gefärbt, das die Saftfarbe imitiert. Auf der Vorderseite prangt ein schlichtes Logo.

Die Beschriftung ist auf ein Minimum reduziert, damit nichts von dem Inhalt ablenkt. Ein amerikanischer Computerhersteller hätte sie beeinflusst. "Das Design hat uns ein paar graue Haare gekostet", erklärt Julius. Die zweite Charge soll vom Design sogar noch etwas reduzierter werden.

Mehr als 20 000 Flaschen haben sie bereits an den Mann gebracht. Deshalb werden sie demnächst zum zweiten Mal in Produktion gehen. Die Rezeptur haben sie zusammen mit einem Lebensmittelanalytiker (Sensoriker) entwickelt, der ihnen immer wieder neue Zusammensetzungen präsentierte, bis der Geschmack stimmte. Den ursprünglichen Plan, die Rezeptur mit den Rohstoffen in der eigenen Küche zu erstellen, gaben sie bald auf. Das zeugt auch von ihrem professionellen Arbeiten.

Die Unternehmer stehen gerade vor ihrem Universitätsabschluss. Julius und Attila studieren Betriebswirtschaftslehre, Bernhard Medienmanagement und Nasr Medizin. "Das ist der perfekte Zeitpunkt, um selbstständig zu werden. Mehr, als dass wir es probieren und auf die Nase fallen, kann uns nicht passieren", erklärt Bernhard selbstbewusst.

Rechnung geht auf

Bisher geht die Rechnung auf. Alle fünf haben gleich viel in die Firma investiert – ganz ohne Kredite – und sind gleichberechtigte Partner. Zum Leben arbeitet jeder noch bei einem anderen Arbeitgeber, das Einkommen der Firma wird etwa in Werbung reinvestiert. "Wir wollen lieber langsam wachsen, als einen kurzen Hype abzufeiern", konstatieren die Jungunternehmer.

Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse