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Kunstwerke: Die Schönheit steckt oft im Detail

Die Kunstwerke sind in Ecken und Winkeln entstanden, denen man auf den ersten Blick keine positive Kraft zutrauen würde. Kathrin Sachse vermittelt dieses Gefühl mit ungewöhnlichen Fotos.
Kathrin Sachse vor ihren Kunstwerken aus der Serie „Abstraktionen des Zerfalls“. Bilder > Foto: Leo F. Postl Kathrin Sachse vor ihren Kunstwerken aus der Serie „Abstraktionen des Zerfalls“.
Dreieich. 

Dass man „mit offenen Augen“ durch die Welt gehen soll, ist hinlänglich bekannt. Kathrin Sachse tut dies sogar mit drei weit geöffneten „Augen“ beziehungsweise Linsen. So sieht und erfasst die Künstlerin nach eigenen Worten „dreidimensional“ von ihr gesehene Details und bringt sie mittels der Fotografie als „gesehene Kunstwerke“ zur Geltung.

Einen Ausschnitt ihres Schaffens zeigt sie derzeit unter dem Titel „Abstraktionen des Zerfalls“ in der Volksbank Dreieich-Filiale in Buchschlag.

Die Frau aus Dreieichenhain ist schon seit frühester Jugend an fasziniert von der Fotografie. Die Kamera ist zu ihrem ständigen Wegbegleiter und zur Basis neuer Ideen und Blickwinkel auf das Leben und die Menschen geworden. Brüche in ihrem Leben haben Kathrin Sachse immer wieder in Grenzbereiche geführt und sie in ihrer künstlerischen Entfaltung vorangetrieben, sagt sie. Seit 27 Jahren lebt sie nun im Rhein-Main-Gebiet, und gerade im Raum Frankfurt reizen die Vielfalt und Gegensätze, die Künstlerin.

Die meisten Aufnahmen sind in Ecken und Winkeln entstanden, denen man eine positive Kraft auf den ersten Blick kaum oder gar nicht zutrauen würde.

Ungewöhnliche Ästhetik

In der Ausstellung „Abstraktionen des Zerfalls“ konzentriert sich Kathrin Sachse auf Details, die dem „normalen“ Betrachter meist gar nicht ins Auge fallen. Ihr Thema ist nicht das offensichtlich Schöne, sondern das, was man meist erst durch ihre Fotografie wahrnimmt. Es ist der Zerfall, der in ihren Bildern eine Ästhetik erreicht, die den Zuschauer staunen lässt.

„Die Künstlerin Kathrin Sachse zeigt uns, wie schön das Vergehen von Materialien sein kann. Wir erleben in ihren Werken, welch große Fantasie durch ein Detail, das wir meist nicht zuordnen können, erwachsen kann. Es ist die Schönheit im Zerfall, die sie herausarbeitet, indem sie uns nicht das ganze Objekt, sondern nur ein kleines Teil des Ganzen präsentiert“, erläuterte die Kunsthistorikerin Esther Erfert.

Bestimmte Details zu einem Ganzen eines Kunstwerkes zu erheben, das ist die „Kunst“ von Kathrin Sachse. Sie verrät nicht, worum es sich eigentlich handelt, vielmehr gibt sie dem durch ihre Sichtweise und fotografische Dokumentation entstandenen Bild etwas Erhabenes. „Erst durch dieses besondere Erfassen des Gesehenen erkennen wir die wahre Schönheit, die im Detail stecken kann – obwohl vielleicht das große Ganze alles andere als ästhetisch erscheint“, so Esther Erfert.

Darin liegt nicht nur der Gedanke einer Lebensphilosophie von Kathrin Sachse, sondern eben auch der Gedanke der Achtsamkeit für alles, was existiert. Die Künstlerin richtet so auch einen Appell an eine achtsamere Gesellschaft. „Dies gilt nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Umwelt und Natur. Denn diese drei sind, auch wenn es uns manchmal nicht bewusst ist, untrennbar miteinander verbunden“, betont Kathrin Sachse.

Die Ausstellung „Abstraktionen des Zerfalls“ ist noch bis zum 7. Juni zu den Geschäftszeiten in der Filiale der Volksbank Dreieich in Buchschlag zu sehen.

(lp)

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