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Brutales Verbrechen: "Die Soko arbeitet weiter mit Hochdruck"

Der Soko "BMW" fehlt bei den Ermittlungen zu dem im August in Mörfelden-Walldorf erschossenen Familienvater immer noch eine heiße Spur. Derzeit konzentriert sich die Polizei auf das berufliche Umfeld des Opfers.
Hier wurde der 43-jährige Familienvater im August auf offener Straße erschossen. Archivfoto: Christian Weihrauch Hier wurde der 43-jährige Familienvater im August auf offener Straße erschossen. Archivfoto: Christian Weihrauch
Mörfelden-Walldorf. 

Fast ein halbes Jahr ist es mittlerweile her, dass ein brutales Verbrechen die Bewohner der Doppelstadt aufschreckte. Im vergangenen August wurde ein 43-jähriger Familienvater vor den Augen seiner kleinen Tochter und der Ehefrau von einem Unbekannten auf offener Straße erschossen. Er schnallte gerade sein Kind im Auto an, als ein Mann, der bis heute nicht identifiziert ist, den tödlichen Schuss abgab (wir berichteten).

„Die Sonderkommission (Soko) arbeitet weiterhin mit Hochdruck“, schildert der Sprecher der Darmstädter Staatsanwaltschaft, Robert Hartmann. Im vergangenen Jahr gab es noch Überlegungen, die Soko „BMW“ Ende 2017 aufzulösen oder zumindest zu verkleinern. Davon seien die Ermittlungsbehörden erst einmal abgerückt, sagt der Oberstaatsanwalt. Letztlich liegt es daran, dass es immer noch keine heiße Spur gibt. „Wir haben nur ein paar Hinweise“, erklärt Hartmann. Diesen werde nachgegangen, aber bisher eben ohne Erfolg.

Das Geschoss untersucht

Die wenigstens teilweise positiven Nachrichten bei der Ermittlung betreffen das Geschoss, mit dem der Familienvater getötet wurde, und einige Ergebnisse der Nachforschungen. „Das Geschoss wurde vom Landeskriminalamt untersucht“, sagt Hartmann. Allerdings fehlt bislang noch die dazugehörige Waffe, ergänzt der Jurist. Diese ausfindig zu machen, sei nur möglich, wenn mit ihr bereits eine Straftat begangen wurde. Die Daten werden dann gespeichert. Ähnlich wie der Fingerabdruck bei Menschen, hinterlässt der Lauf einer Waffe sehr individuelle Spuren an dem Geschoss. Dies sind viele, oft sehr feine Linien, die es ermöglichen, festzustellen, aus welcher Waffe geschossen wurde. In diesem Fall hilft das aber nicht weiter. „Wir wissen nicht, ob das ein Zufall ist oder der Täter bewusst eine Waffe ohne Vorgeschichte gewählt hat“, erläutert Hartmann. Immerhin hätten die bisherigen Ermittlungsergebnisse in einigen Punkten Klarheit bringen können, fügt er hinzu. So könne ein Beziehungsdrama wohl ausgeschlossen werden. Auch die kurz nach dem Mord von einer Boulevardzeitung in Umlauf gebrachte These, dass die Tat etwas mit dem Rockermilieu zu tun habe, sei schnell widerlegt worden.

Einige Vernehmungen

„Zurzeit konzentrieren wir uns auf das berufliche Umfeld“, berichtet Hartmann. So gebe es in diesem Zusammenhang einige Vernehmungen. Auch die Finanzströme und Transaktionen des Opfers würden jetzt durchleuchtet. Die Zeugenaussagen und auch das veröffentlichte Phantombild des Täters hätten dagegen wenig gebracht. Wenn ein Schuss fällt und der Täter zusätzlich durch eine Kapuze kaum erkennbar ist, sei das nicht verwunderlich, erklärt der Oberstaatsanwalt. Auch wenn es immer schwieriger wird, den Täter zu fassen je länger das Verbrechen zurückliegt, ist Robert Hartmann zuversichtlich, dass die Soko doch noch erfolgreich sein wird.

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