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Anordnung des Veterinäramts: Die Tierherberge leidet unter der Schließung

Obwohl die Tierherberge derzeit geschlossen ist, feierten die Mitarbeiter und Helfer ihr Sommerfest. Die Vierbeiner müssen unter der vom Kreis verhängten Quarantäne am meisten leiden.
Die Vierbeiner der Herberge können beim Fest nicht dabei sein. Stellvertretend für sie hat Leiterin   Sandra Schulz Kasha mitgebracht. Die Vierbeiner der Herberge können beim Fest nicht dabei sein. Stellvertretend für sie hat Leiterin Sandra Schulz Kasha mitgebracht.
Egelsbach. 

Es ist ein Ehemaligentreffen der anderen Art, denn obwohl sich auch die Menschen untereinander kennen, wandert die Aufmerksamkeit immer wieder zu den vielen Vierbeinern, die sich am Sonntag an der Waldhütte tummeln und friedlich ihre Artgenossen beschnuppern. Der für den 3. September geplante Tag der offenen Tür in der Egelsbacher Tierherberge musste abgesagt werden. Das Sommerfest aber wollte sich das Team nicht nehmen lassen, auch wenn die aktuelle Situation immer wieder als Gesprächsthema aufkommt. So setzen Mitarbeiter und Helfer an diesem Tag ein Zeichen und tragen Buttons mit der Aufschrift „Giardien negativ“. Vor knapp zwei Monaten hatte das Kreis-Veterinäramt die Schließung der Tierherberge angeordnet, weil es Anzeichen für den Darm-Parasiten gibt.

Ein schwerer Schlag, denn damit ist die Tiervermittlung auf Eis gelegt – es können keine Hunde in ein neues Zuhause gegeben oder aufgenommen werden. Aber an dem Vorwurf, der aus einer anonymen Anzeige heraus entstanden war, hängt noch deutlich mehr: „Wir haben neun Beschäftigte im Kernteam, die jetzt um ihre Arbeitsplätze fürchten“, berichtet die zweite Vorsitzende Corinna Michaelis. Auch sei seit der Schließung bereits ein Schaden von 25 000 Euro entstanden.

Operation steht bevor

Am meisten leiden aber die Tiere unter der Situation: Mitarbeiterin Bettina Franz wollte den Rüden Varza zu sich nehmen, der wegen diverser Frakturen, er wurde vermutlich angefahren, eine Operation benötigt. „Er sollte vorher zur Eingewöhnung zu mir kommen, damit er sich nach der OP stressfrei erholen kann“, berichtet die Isenburgerin frustriert. Denn obwohl Varza schon fünfmal negativ auf Giardien getestet wurde, ist zwar endlich die Operation genehmigt worden, aber nicht seine Unterbringung in der Pflegestelle.

Bitter ist die Lage auch für Heike Creter aus Mühlheim. Sie hatte für die Zeit ihres Urlaubs ihren Hund in der Tierherberge untergebracht. „Nun sitzt er in Einzelhaft fest. Das ist hanebüchen“, macht die Tierheilpraktikerin ihrem Ärger Luft. Auch ihr Liebling wurde schon dreimal negativ getestet und darf dennoch nicht nach Hause.

Unrealistische Forderung

Für das Team steht fest, dass es keine rechtliche Grundlage gibt: „Giardien sind keine meldepflichtige Krankheit, im Prinzip sind sie in jeder Hundetagesstätte zu finden“, so Michaelis. Die Forderung des Veterinäramts, den gut 60 Hunde umfassenden Bestand komplett Giardien-frei zu bekommen, sei unrealistisch und unverhältnismäßig. Deshalb zieht die Tierherberge vor Gericht, hat aber noch keine Neuigkeiten wegen des laufenden Verfahrens. Nach aktuellem Stand bleibt das Tierheim also geschlossen – bis zur „vollständigen Sanierung des Bestands“, wie es in der Auflage heißt. „Wenn wir das schaffen, kommen wir ins Guinness-Buch der Rekorde“, seufzt Michaelis.

(nab)
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