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Ehemaliges Einkaufszentrum Oberlinden: Dornröschenschlaf hat ein Ende

Schon vor dem ersten Advent, nämlich am 23. November, sollen sich im ehemaligen Supermarkt in Oberlinden wieder die Türen öffnen. Allerdings wird der Ort, wo einst Lebensmittel und Getränke verkauft wurden, zum Galerieraum. Und damit fangen die Veränderungen erst an.
Noch wirkt das ehemalige Einkaufszentrum Oberlinden verlassen. Durch die „Kunsträume Oberlinden“ soll sich das in den nächsten Monaten ändern. Noch wirkt das ehemalige Einkaufszentrum Oberlinden verlassen. Durch die „Kunsträume Oberlinden“ soll sich das in den nächsten Monaten ändern.
Langen. 

Eine Kneipe, ein Friseur, ein Gemischtwarenlädchen, eine Zweigstelle der Sparkasse und der Seniorentreffpunkt – das sind die traurigen Überbleibsel im Einkaufszentrum Oberlinden. Doch bald bekommt das verlassen wirkende Gebäude durch die Kunst neues Leben eingehaucht.

2010 schloss der Supermarkt seine Tore, aber dieser Tage geht es im Inneren wieder sehr geschäftig zu: Große Stellwände werden aufgebaut, Stromkabel und Lampen sind durch die Glasfront zu erkennen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, denn bereits am 23. November muss alles für das kreative Großvorhaben „Kunsträume Oberlinden“ des städtischen Fachdienstes Kultur und Sport fertig sein.

Es ist Leerstandsmanagement par excellence: Der Frankfurter Investor und Eigentümer Kambiz Ghaliai stellt der Stadt die verfügbaren Ladenflächen zur Zwischennutzung zur Verfügung, bevor im nächsten Jahr die Bagger anrollen sollen. Denn das in den 1960er Jahren entstandene Einkaufszentrum soll künftig von Grund auf umgebaut, modernisiert und aufgestockt werden.

Einzelhandel, Arztpraxen und Gastronomie seien ebenso geplant wie ein attraktiver Innenhof und teilweise barrierefreier Wohnungsbau. 60 Prozent der Erdgeschossfläche sind für eine gewerbliche Nutzung bestimmt und der Bebauungsplan von der Stadtverordnetenversammlung bereits beschlossen.

Besonderes Ambiente

Bis es aber so weit ist, hält Kunst und Kultur Einzug im ehemaligen Einkaufszentrum. Drei Ausstellungen werden bis Ende April 2018 in den außergewöhnlichen Räumen zu sehen sein.

Den Auftakt macht der vierte Teil der erfolgreichen Reihe „Langener Salon der Kunst“, für den der Supermarkt zur Galerie wird. Anschließend zeigen Langener Fotografen ihre Bilder in den Räumen des Carrés am Farnweg, bevor die Veranstaltungstrilogie mit der Ausstellung „TypIsch“ mit Porträts und Texten über die Einzelhändler der Sterzbachstadt ihren Abschluss findet.

„Die Gelegenheit, eine solche Veranstaltung in diesem besonderem Ambiente zu organisieren, war einmalig“, erklärt Joachim Kolbe Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur und Sport und Ideengeber für die Kunstaktion.

Auch das Einkaufzentrum profitiert von der Aufmerksamkeit: „Das Ensemble wird im Stadtgedächtnis wiedererweckt“, so Kolbe und Bürgermeister Frieder Gebhardt ergänzt: „Mit dem Projekt können wir das Grundstück zumindest vorübergehend aus dem Dornröschenschlaf holen.“ Ein Vorhaben, das in der Bahnstraße nie erfolgreich umgesetzt werden konnte, aber vielleicht jetzt als Vorreiter für gelungenes Leerstandsmanagement in Langen Schule macht.

Den Verwaltungschef dürfte besonders freuen, dass diese Bereicherung der örtlichen Kunstszene den Stadtsäckel kaum belastet. Eigentümer Ghaliai stellt seine Räumlichkeiten für den viermonatigen Veranstaltungszeitraum kostenfrei zu Verfügung. Und für die Ausstellungen beteiligen sich sogar alle teilnehmenden Künstler an den Kosten. Die versprechen übrigens ein breites Kunstspektrum unterschiedlichster Stile und Formate abzudecken.

Viele Neugierige

Neugierige gibt es schon jetzt reichlich, die die Vorbereitungen im Supermarkt beobachten. Kein Wunder, schließlich ist ein Ort, wo einst Lebensmittel und Getränke verkauft wurden, äußerst ungewöhnlich als Galerieraum.

Vor allem dürfte die Oberlindener aber interessieren, was sich in ihrem Stadtteil und insbesondere in dem ehemaligen Einkaufszentrum regt. Denn dessen Zukunft lag schließlich lange genug im Dunkeln.

(nab)

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