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Parlament der Nachwuchspolitiker: Dreieicher Jugendliche vermissen Buslinie 661

Von Viele Schüler müssen seit dem Wegfall der Buslinie 661 Umwege in Kauf nehmen und haben keine passenden Verbindungen mehr. Das Problem kam in der Sitzung des Jugendparlaments zur Sprache, das sich neu konstituierte.
Robin Winkel (von links), Laszlo Boroffka, Kim Nolting und Alexander Jänner wollen im Vorstand des Dreieicher Jugendparlaments die  Jugendlichen in der Kommunalpolitik gut vertreten. Robin Winkel (von links), Laszlo Boroffka, Kim Nolting und Alexander Jänner wollen im Vorstand des Dreieicher Jugendparlaments die Jugendlichen in der Kommunalpolitik gut vertreten.
Dreieich. 

Das Dreieicher Jugendparlament geht in die zweite Legislaturperiode. Die Mitglieder sind gewählt und die Nachwuchspolitiker haben sich konstituiert. Vorsitzender Laszlo Boroffka stellte in dieser Woche gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen, Kim Nolting, Alexander Jähner und Robin Winkel die Pläne für die Zukunft vor.

„Wir sind schon mal sehr zufrieden, dass wir bei den Wahlen sieben Prozent mehr Wahlbeteiligung erreicht haben, als im ersten Jahr. Die 33 Prozent sind natürlich immer noch nicht zufriedenstellend und deswegen ist es unser erstes Ziel, uns noch bekannter zu machen und Präsenz zu zeigen“, erläutert der 18-Jährige.

Keine Handhabe

Um effizienter arbeiten zu können, haben sich die insgesamt 19 Jugendlichen im Parlament dazu entschieden, sich in Arbeitsgruppen aufzuteilen. Eine große Gruppe kümmert sich dabei um die Ergebnisse des ersten großen Open Space Treffens im vergangenen Jahr. Rund 100 Jugendliche haben im Jugendzentrum in Sprendlingen Fragen, Probleme und Wünsche erarbeitet, die es jetzt abzuarbeiten gilt. „Viele Themen haben die Schulen betroffen. Es ging darum, Handys benutzen zu können oder die Sauberkeit der Schultoiletten. Diese Fragen und Anregungen haben wir an den Kreisschulsprecher weitergegeben, weil wir in diesen Fragen keine Handhabe haben“, so Nolting.

Der erste Wunsch, der tatsächlich umgesetzt werden soll, ist eine Sportfläche für Parkour. Das ist eine Art Hindernislauf, bei dem der Sportler über Bänke, Zäune und Mauern springt. „Wir würden diese Fläche am liebsten im Bürgerpark realisiert sehen. Aber da sind die Pläne ja schon recht weit“, sagt Laszlo Boroffka. „Wir wissen nicht, ob uns das jetzt noch gelingt. Auch die Baierhansenwiesen könnten ein Ort sein, der zentral genug ist.“

Die Jugendlichen kennen auch schon die Schwierigkeiten in der Parlamentsarbeit: „Wir haben eben auch innerhalb unseres Parlaments verschiedene Standpunkt zu den unterschiedlichen Themen. Aber deswegen treten wir ja in jede Diskussion ein, und letztlich entscheidet die Mehrheit“, so Kim Nolting. Ein weiteres wichtiges Ziel der Jugendlichen ist es, noch mehr in die Kommunalpolitik einbezogen zu werden. „Wir haben im Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur Rederecht. Es wäre schön, wenn wir das auch auf die anderen Ausschüsse ausdehnen könnten und wenn wir auf lange Sicht auch ein Antragsrecht bekommen“, so Laszlo Boroffka. Es seien immerhin 3000 Jugendliche, die vom Parlament vertreten würden.

Kontakte sind wichtig

Um diese Tatsache noch stärker auch in den Fokus des Stadtparlaments zu bringen, haben die Jugendlichen für jeden Ausschuss einen Beauftragten ausgewählt, der sich die Sitzungen im Rathaus anschaut. „So haben wir die Informationen direkt aus der politischen Diskussion, lernen die Politiker kennen und es hat sich in den vergangenen Wochen auch schon bewährt, denn wir haben nach den Sitzungen auch immer die Gelegenheit, mit den Vertretern der Parteien ins Gespräch zu kommen“, sagt Alexander Jähner. „Diese Kontakte sind doch wichtig, damit die Politik auch unsere Ideen und Anregungen kennen“, so der Vorsitzende des Jugendparlaments weiter.

Die neu gegründete AG Mobilität habe schon ein wichtiges Thema aufgegriffen, das es unbedingt verdient, in der Politik angehört zu werden. „Es sind natürlich die Dreieichenhainer Bürger, die jetzt das Nachsehen mit dem Wegfall der Buslinie 661 haben – aber auch viele Schüler vermissen diesen Bus, müssen Umwege in Kauf nehmen und haben jetzt nicht mehr passende Verbindungen. Es kamen etliche in den vergangenen Wochen zu spät in den Unterricht“, erklärt Alexander Jähner, der sich der AG Mobilität angenommen hat.

Die Jugendlichen hoffen, dass es bald auch noch eine politische Diskussion um die Altersgrenze im Jugendparlament gibt. Bislang ist diese auf 18 Jahre festgelegt, sie streben eine Erweiterung auf 21 Jahre an, das bislang abgelehnt wurde. Das große Vorbild der Dreieicher ist übrigens die Studentenstadt Marburg. Dort gibt es bereits seit 20 Jahren ein Jugendparlament, das sich inzwischen mit Rede- und Antragsrecht fest etabliert hat. „Wir sind in Kontakt mit den Marburgern und können nur von ihnen lernen“, sagt Laszlo Boroffka.

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