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Treburer Oberwald: Ein Zeichen der Unterstützung für die Baumbesetzer

„Unser heutige System ist nicht auf Nachhaltigkeit, sondern auf wirtschaftliche Interessen ausgerichtet“, sagte Doris Metzger von der Bürgerinitiative Trebur. Sie ist eine derjenigen, die sich gegen die Rodung im Treburer Oberwald einsetzen.
Baumretter und ihre Unterstützer Seite an Seite. Der Widerstand gegen den weiteren Ausbau des Flughafens bleibt ungebrochen. Bilder > Baumretter und ihre Unterstützer Seite an Seite. Der Widerstand gegen den weiteren Ausbau des Flughafens bleibt ungebrochen.
Mörfelden-Walldorf. 

Das Thermometer sank unter Null Grad im Treburer Oberwald bei Walldorf an der Autobahn, wo sich die Gegner der geplanten Waldrodung häuslich eingerichtet haben. Die Schneeflocken, die vom Himmel rieselten, bedeckten bald die Planen und Zelte und die Baumhäuser, die hier bereits errichtet wurden.

Aber trotz eisiger Kälte und ständig nassem Wetter denkt hier niemand ans Aufhören. Drei Aktivisten sind seit Anbeginn dabei, leben also seit Wochen mitten im Wald. „Wir übernachten hier, weil wir damit rechnen müssen, dass die Polizei irgendwann sehr früh morgens anrückt.“ Sie wollen darauf vorbereitet sein, und es besteht kein Zweifel an ihrer Entschlossenheit. Es sei auch nicht die erste Waldbesetzung dieser Art, meinen einige, betonen jedoch, dass sie „auf Unterstützung von außerhalb angewiesen“ seien.

Die erfolgte am Sonntag durch viele, die den kilometerlangen Fußweg durch den Wald nicht scheuten. Neben Vertretern von Bürgerinitiativen waren auch Mitglieder der Kreistagsfraktion Die Linke.Offene Liste und der beiden Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung Mörfelden-Walldorfs, DKP/Linke Liste und Bündnis 90/Die Grünen, an Ort und Stelle. Die Mitglieder der Bürgerinitiativen hatten verschiedene vegane Kuchen und Fairtrade-Kaffee mit im Gepäck, so wie die meisten, die etwas zur Verpflegung beisteuerten.

Doris Metzger von der „Bürgerinitiative Trebur“, der BI nämlich, die den Kuchenevent sonntäglich organisiert, freute sich über den großen Zuspruch. „Unser heutiges Gesellschaftssystem ist nicht auf Nachhaltigkeit, sondern auf wirtschaftliche Interessen ausgerichtet“, sagte sie, und dass deswegen Grenzen gesetzt werden müssten.

Das sah auch Barbara Fuchs so. Sie ist ebenfalls aus Trebur, Sprecherin der besagten BI und war vor vier Jahren als Bürgermeisterkandidatin der „Grünen Liste Trebur“ (GLT) angetreten. „Es ist wichtig, dass man hier zum Ausdruck bringt: Ich will das nicht“, forderte Barbara Fuchs. „Widerstand hat etwas mit Menschenwürde zu tun“, fügte sie dann noch bei.

Der Sprecher der „Interessengemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms“ (IGF), Dirk Treber, schätzte, dass im Herbst diesen Jahres mit den „bauvorbereitenden Maßnahmen für den Autobahnanschluss durch den Flughafenbetreiber Fraport“ begonnen werden wird. „Nur dafür ist geplant, sechs Hektar Wald zu roden“, erklärte Treber. Im Ganzen dürfte es jedoch noch eine viel größere Fläche werden, wo Bäume ihr Leben lassen müssten.

Die Baumschützer aber sind längst da und hoch motiviert.

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